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Vor Tucson-Anschlag: Mutmaßlicher Schütze posierte in String-Tanga

schild
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Im Galbreath Pavilion fand die Amtseinführung von John Kasich als 69. Gouverneur des Bundesstaates Ohio statt. Ein Schild weist darauf hin, dass das Tragen von Feuerwaffen hier verboten ist.

Tucson - Eine Woche nach dem Anschlag im US-Bundesstaat Arizona weiß man, wie der mutmaßliche Attentäter die letzten Stunden vor dem Anschlag verbrachte.

Nach Erkenntnis der Behörden posierte Jared L. wenige Stunden vor dem Blutbad mit seiner Waffe und nur in einen roten String-Tanga gekleidet für Fotos. Die Bilder habe er am Abend vor dem Attentat entwickeln lassen und rund acht Stunden vor der Tat abgeholt, sagte ein Beamter.

Wie ebenfalls bekannt wurde, war der Verdächtige knapp drei Stunden vor dem Attentat in seinem Auto von einem Wildhüter angehalten worden. Wegen seines unauffälligen Verhaltens habe der 22-Jährige seine Fahrt aber fortsetzen dürfen, ohne dass sein Fahrzeug durchsucht worden sei, erklärte das Game and Fish Department von Arizona, eine Naturschutzbehörde. Der Versuch des Vaters von L., den Sohn rund zwei Stunden später wegen einer verdächtigen schwarzen Tasche, die er aus dem Auto holte, zur Rede zu stellen, scheiterte.

Bei dem Attentat am 8.Januar waren in einem Einkaufszentrum sechs Menschen von einem Attentäter getötet und 19 weitere verletzt worden.

Giffords geht es besser 

Unterdessen hat sich der Gesundheitszustand der beim Anschlag schwer verletzten Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords weiter verbessert. Die Ärzte ersetzten bei der 40-Jährigen am Samstag einen Beatmungsschlauch, da Giffords kein Beatmungsgerät mehr benötigt. Die demokratische Politikerin war nach Krankenhausangaben zuvor operiert worden. Dabei war ihr ein Schlauch in die Luftröhre eingesetzt worden, um die Atemwege zu schützen.

Bilder vom Anschlag in Arizona

Mindestens fünf Tote bei Anschlag in Arizona

Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © ap
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © ap
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © ap
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © ap
Präsident Barack Obama äußert sein entsetzen über die Bluttat und spricht von mindestens fünf Toten bei dem Anschlag. © ap
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
Bei einem Anschlag auf eine Parteiveranstaltung in Arizona sind laut US-Präsident Barack Obama mindestens fünf Menschen getötet worden. © dpa
dpa
 © Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords (Archivbild).
Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords © dpa

Zwar konnte Giffords bereits nach dem Anschlag am 8. Januar selbstständig atmen, als Vorsichtsmaßnahme hatten die Ärzte aber einen Beatmungsschlauch eingesetzt. Ebenso hatte sie eine Magensonde erhalten. Giffords war von einem in den Schädel eingedrungenen Projektil lebensgefährlich verletzt worden. Ihr Zustand ist weiterhin kritisch.

Diskussion über Waffenrecht: Anschlagsopfer rastet aus

Einer der Verletzten des Attentats wurde am Samstag wegen ungebührlichen Verhaltens festgenommen. Der Mann geriet bei der Fernsehaufzeichnung einer Podiumsdiskussion über das Thema Waffenkontrolle außer sich, widersprach einem Anführer der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung und rief “Du bist tot“. Der 63-Jährige soll nun psychologisch untersucht werden.

Die schlimmsten Attentate auf Politiker

Nach Anschlag in den USA: Die schlimmsten Attentate auf Politiker

Politiker weltweit wurden Opfer von Einzeltätern. Einige Attentäter hatten politische Motive, andere waren psychisch gestört. © dpa
Dezember 2007: Benazir Bhutto, Oppositionsführerin in Pakistan, wird kurz vor der geplanten Parlamentswahl ermordet. © dpa
Die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Bhutto wurde bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rawalpindi erschossen. Der Attentäter sprengte sich anschließend in die Luft und riss etliche Menschen mit in den Tod. © dpa
Bis heute ist ungeklärt, wer hinter dem Anschlag steckt. Wurde Bhutto das Opfer von Extremisten? Oder geht der Mordanschlag auf das Konto der palistanischen Regierung? Sollte ein Wahlsieg Bhuttos verhindert werden? Diese Fragen bleiben unbeantwortet. © dpa
September 2003: In einem Stockholmer Kaufhaus verletzt ein Mann die schwedische Außenministerin Anna Lindh mit einem Messer tödlich. © dpa
Der Täter (Foto) wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. © dpa
Das oberste schwedische Gericht erklärt 2004, die psychischen Probleme des Mannes reichten nicht aus, um seine Unterbringung in der Psychiatrie zu rechtfertigen. © dpa
März 2003: Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic wird in Belgrad von einem Scharfschützen ermordet. © dpa
Djindjic, der knapp drei Jahre zuvor den bisherigen Machthaber Slobodan Milosevic gestürzt hatte, starb nach Treffern in Bauch und Rücken. © dpa
Zwei Ex-Elitesoldaten wurden 2007 in einem Prozess zu jeweils 40 Jahren Haft verurteilt. Zehn weitere Angeklagte, davon fünf sich auf der Flucht befindliche, wurden zu Freiheitsstrafen zwischen acht und 35 Jahren verurteilt. Die Hintermänner bleiben unbekannt. © dpa
Mai 2002: Der holländische Rechtspopulist Pim Fortuyn wird kurz vor den Parlamentswahlen von einem militanten Umwelt- und Tierschützer ermordet. © dpa
Währed des Prozesses im Jahr 2003 sagte der Täter aus, er habe „Muslime schützen“ wollen. Fortuyn hätte diese als „Sündenböcke“ benutzt. © dpa
Bei den Wahlen 2002 schaffte die Partei des ermordeten Fortuyn (LPF) einen großen Erfolg. Sie wurde vom neuen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende in die Regierung aufgenommen. Noch im selben Jahr zerbrach das Kabinett wegen internen Streitigkeiten der LPF. © dpa
Dezember 1993: Der Wiener Bürgermeister Helmut Zilk wird bei einem rechtsradikal motivierten Briefbombenattentat an der linken Hand schwer verletzt. © dpa
Bei dem Attentat verlor Zilk zwei Finger seiner linken Hand. Zilk verbarg die Hand fortan in einer Hülle, die immer passend zur Krawatte aus dem gleichen Seidentuch gefertigt wurde. © dpa
Die Anschlagserie mit Briefbomben, hinter der der rechtsextreme Franz Fuchs (Foto) stand, forderte vier Todesopfer. 15 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Fuchs wurde im März 1999 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Februar 2000 erhängte er sich in seiner Zelle. © dpa
Oktober 1990: Bei einer Wahlkampfveranstaltung im badischen Oppenau schießt ein geistig verwirrter Mann auf Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und verletzt ihn schwer. © dpa
Schäuble überlebt, bleibt aber querschnittsgelähmt. Der CDU-Politiker ist heute Bundesfinanzminister. © dpa
April 1990: Eine geistig verwirrte Frau sticht den saarländischen Ministerpräsidenten Oskar Lafontaine (SPD) bei einer Wahlveranstaltung in Köln mit einem Messer in den Hals. © dpa
Lafontaine überlebt den Anschlag nur knapp. © dpa
Februar 1986: Der schwedische Ministerpräsident Olof Palme wird in mitten in Stockholm ermordet. Nach einem Kinobesuch ist Palme mit seiner Frau Lisbet ohne Polizeischutz auf dem Heimweg. Der Attentäter erschießt den Politiker aus nächster Nähe und flüchtet. © dpa
Der Mord an Palme ist bis heute ungeklärt. Wer steckt dahinter: Die kurdische PKK? Die RAF? Das südafrikanische Apartheid-Regime. Es gibt viele Theorien aber keine Beweise. © dpa
Mai 1981: Der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Ağca schießt auf dem Petersplatz in Rom auf Papst Johannes Paul II. © dpa
Der Papst wird durch drei Projektile schwer verletzt und 20 Tage lang in der Gemelli-Klinik behandelt. Erst im August wird er aus der Klinik entlassen. © dpa
Im Dezember 1983 besucht Papst Johannes Paul II. im römischen Gefängnis Ribibbia den Attentäter. Der Papst hatte Agca den Mordanschlag schon auf dem Krankenbett vergeben. War der Schütze nur Teil eines Mordkomplotts gegen den Papst? Dafür spricht vieles. © dpa
Die Hintermänner des Papst-Attentats werden beim sowjetischen Geheimdienst KGB vermutet. 2006 kam ein Untersuchungsausschuss des italienischen Parlaments zu dem Schluss, dass das Attentat im Auftrag des Staats- und Parteichefs Leonid Breschnew (Foto) vom russischen Geheimdienst GRU in Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Geheimdienst sowie der Stasi verübt worden sei. © dpa
Grund: Papst Johannes Paul II. unterstützte offen die polnische Oppositionsbewegung Solidarnosc. Die Gewerkschaft kämpfte für Freiheit und Demokratie. Solidarnosc gilt als erster Sargnagel für den kommunistischen Ostblock. Historiker sprechen Solidarność und Papst Johannes Paul II. daher eine wichtige Rolle für das Ende des Kalten Kriegs zu. © dpa
Da die Verehrung der Gottesmutter für Johannes Paul II. wichtig war und das Attentat auf den Tag fiel, an dem sich in dem portugiesischen Fátima 1917 die erste Marienerscheinung ereignet hatte, schrieb der Papst seine Rettung der Jungfrau Maria zu. Er bedankte sich mit einer Wallfahrt in den portugiesischen Wallfahrtsort. Rechts: Schwester Lucia, die Zeugin der Marienerscheinungen war. © dpa
Oktober 1981: Der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat wird während einer Militärparade in Kairo erschossen. © dpa
Sadat hat seinen Friedenskurs mit dem Leben bezahlt. Er wurde von Gegnern Aussöhnungspolitik mit Israel umgebracht. Das Foto zeigt Sadat (links) mit US-Präsident Jimmy Carter (Mitte) und Israels Ministerpräsident Menachem Begin. © AP
März l981: Um die von ihm verehrte Schauspielerin Jodie Foster zu beeindrucken, schießt ein Mann auf US-Präsident Ronald Reagan. © dpa
Dieser überlebt das Attentat schwer verletzt. Der Täter wird wegen Unzurechnungsfähigkeit nicht verurteilt, sondern in eine geschlossene Klinik eingewiesen. © dpa
Juni 1968: US-Senator Robert Kennedy wird in Los Angeles erschossen. © dpa
Täter ist ein junger Palästinenser, der Kennedy wegen dessen israelfreundlicher Haltung hasst. Kennedy war aussichtsreicher Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur für die US-Demokraten. © dpa
November 1963: US-Präsident John F. Kennedy wird in Dallas (Texas) erschossen. © dpa
Kennedy stirbt nach mehreren Schüssen, als er in einem offenen Ford Lincoln durch Dallas fährt. Der Anschlag wird von einem Amateurfilmer festgehalten. © dpa
Als Attentäter wird Lee Harvey Oswald festgenommen. Doch es kommt nie zu einem Prozess gegen ihn. Während der Überführung in ein anderes Gefängis wenige Tage nach dem Attentat erschießt Jack Ruby (r) den vermeintlichen Kennedy-Attentäter Oswald (M). © dpa
War Oswald gar nicht der Täter? Spätere Untersuchungen belegen Ungenauigkeiten, Widersprüche und auch Fälschungen der Ermittler. Wer steckt hinter dem Mordanschlag? Die Mafia? Der US-Geheimdienst CIA?  Die kubanische Regierung? Verschwörungstheorien blühen nach wie vor. Die Akten über Kennedys Ermordung bleiben bis 2017 unter Verschluss. © dpa

Der Tea-Party-Anführer Trent Humphries hatte bei der Diskussion angedeutet, es solle nicht über das US-Waffenrecht diskutiert werden, bis nicht alle Opfer des Anschlags beigesetzt seien. Das brachte den 63-Jährigen, der in der ersten Reihe saß, offenkundig in Rage. Der Mann war bei dem Anschlag nach eigenen Angaben in Knie und Rücken getroffen worden. Einem Bericht des “Arizona Daily Star“ zufolge fuhr der Veteran der US-Marineflieger selbst ins Krankenhaus. Er wurde nach zwei Tagen wieder aus der Klinik entlassen.

Obama lobt Zusammenhalt

 Unterdessen lobte US-Präsident Barack Obama in seiner wöchentlichen Ansprache im Radio und im Internet das Gemeinschaftsgefühl, das Kongressabgeordnete nach dem Blutbad in Arizona gezeigt hätten. Abgeordnete im ganzen Land und aller politischer Überzeugungen hätten Giffords und andere Opfer des Attentats gewürdigt, sagte Obama in seiner Samstags-Ansprache.

Am Samstag wurde auch das Einkaufszentrum wieder geöffnet, in dem sich der Anschlag ereignet hatte. “Unsere Mitarbeiter haben so viel durchgemacht, aber sie sind hier“, sagte Unternehmenssprecherin Cathy Kloos. “Sie arbeiten und wollen wieder mit ihren Kunden und der Gemeinschaft in Verbindung treten.“

dapd

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