Ude will das G9 zurück

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Christian Ude will den Schülern und Eltern die Wahl zwischen G8 und G9 geben.

München - Für viel Wirbel sorgt ein Vorstoß des bayerischen SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude. Der amtierende Bürgermeister von München macht sich für das neunjährige Gymnasium stark.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sprach er sich gegen das vor wenigen Jahren eingeführte Abitur nach der zwölften Klasse aus. Er sei dafür, den Schülern die Wahlmöglichkeit zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium zu geben. Ude: „Ich finde es absurd, wenn man das achtstufige Gymnasium einführt, aber dann so viele durchfallen, dass es für sie dann doch zehn Jahre dauert.“

In Bayern sei die Verkürzung auf 8 Jahre Schulzeit im Gymnasium völlig überstürzt eingeführt worden, beklagt Ude. Zwar sei das G8 für einige Berufswege durchaus sinnvoll, „weil man noch jung sein muss, wenn man in den internationalen Wettbewerb eintritt“, aber er wolle wenigstens die Option eines neunstufigen Gymnasiums. „Ich persönlich frage mich, wa­rum die Beschleunigung der Ausbildung ein Schwerpunktanliegen sein soll, wenn wir gleichzeitig wissen, dass unsere Lebenserwartung immer länger wird. Ich habe das nie eingesehen“, sagte der SPD-Politiker.

Bayerns Kulturminister Ludwig Spaenle (CSU) wies Udes Forderung indes als „landespolitischen Dilettantismus“ zurück und kritisierte dessen mangelhaftes Faktenwissen.

tz/dapd

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