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News-Ticker

Ukraine-Krieg: „Wir brauchen Waffen“ – Selenskyj warnt vor russischem Angriff

Mit massivem Beschuss zermürbt die russische Armee die ukrainischen Verteidigungslinien im Osten – und rückt im Donbass weiter vor.

Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen des Ukraine-Kriegs lesen Sie im neuen Ticker zum Ukraine-Konflikt.

Update am Donnerstag, 26. Mai, 05.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat neue Waffenlieferungen an sein Land gefordert. Als Grund dafür nannte er das aggressive Vorrücken der russischen Truppen im Donbass. Im Zentrum der Truppenbewegungen steht offenbar die Stadt Sjewjerodonezk. Dort bereitet Russland einem Bericht zufolge eine neue Offensive vor.

Wolodymyr Selensky, Präsident der Ukraine, hat neue Waffenlieferungen gefordert.

„Russland rückt im Osten aggressiv vor, wir brauchen Waffen“, erklärte Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache am Mittwoch (25. Mai). „Wir brauchen immer noch die Hilfe unserer Partner, insbesondere Waffen für die Ukraine. Volle Hilfe, ohne Ausnahmen, ohne Einschränkungen, ist genug, um zu gewinnen“, so der ukrainische Präsident weiter.

+++ 19.30 Uhr: Drei Monate nach Kriegsbeginn hat Kremlchef Wladimir Putin einen höheren Wehrsold für in der Ukraine kämpfende russische Soldaten angeordnet. Putin begründete die Entscheidung der Agentur Interfax zufolge damit, dass die Gehälter der im Ausland stationierten Militärs an die Entwicklung des Devisenmarktes gebunden seien und der US-Dollar im Vergleich zum russischen Rubel derzeit schwächele. Wie viel mehr Sold es genau geben soll, war zunächst unklar.

Der Ukraine-Krieg in Bildern – Zerstörung, Widerstand und Hoffnung

Am 24. Februar beginnt Russland mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Stadt Tschuhujiw wird bereits am ersten Tag des Krieges bombardiert. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht dort vor einem Krankenhaus.
Bereits am ersten Tag des russischen Angriffs auf die Ukraine werden die Gräuel des Krieges deutlich. Bomben gehen auf die Stadt Tschuhujiw nieder. Helena, eine 53 Jahre alte Lehrerin, steht schwer verletzt und notdürftig behandelt vor dem Krankenhaus der Stadt. © Aris Messinis/afp
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine.
Das „Z“ findet sich, wie hier am Kontrollpunkt Perekop nahe der Halbinsel Krim, auf nahezu allen Militärfahrzeugen der russischen Armee. Es wird im weiteren Verlauf zum Symbol für den Überfall Russlands auf die Ukraine. © Sergei Malgavko/dpa
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet.
Zu Beginn des Ukraine-Kriegs kommt es wie hier in Moskau in zahlreichen Städten Russlands zu Demonstrationen. Die Staatsmacht im Kreml geht mit aller Härte gegen die Teilnehmenden vor. Tausende Personen werden verhaftet. © Sergei Mikhailichenko/afp
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin.
Weltweit gehen die Menschen gegen den Ukraine-Krieg auf die Straßen. Eine Demonstrantin in Montreal (Kanada) macht deutlich, wen sie für das Leid in der Ukraine verantwortlich macht: Russlands Präsidenten Wladimir Putin. © Andrej Ivanov/afp
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion.
Wolodymyr Selenskyj meldet sich mit einer nächtlichen Videobotschaft aus Kiew - während der russische Angriff auf die Hauptstadt läuft. Der Präsident wird im Verlauf des Kriegs zur Galionsfigur des ukrainischen Widerstands gegen die russische Invasion. © Facebook/afp
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden.
Die Verluste Russlands lassen sich vor allem auf die hohe Kampfmoral der ukrainischen Bevölkerung zurückführen. Diese Frau lässt sich in Lwiw an einem Sturmgewehr des Typs AK-47 ausbilden. © Daniel Leal/afp
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen.
Der Kampf um Kiew tobt vor allem in der Anfangsphase. Die Hauptstadt der Ukraine ist von den Angriffen Russlands schwer gezeichnet. Doch der Widerstand hält an. Putins Armee gelingt es nicht, Kiew einzunehmen. © Daniel Leal/afp
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
Ein sieben Jahre altes Mädchen aus der Ukraine hat es nach Moldawien geschafft. Laut dem UNHCR sind allein in den ersten drei Monaten des Krieges mehr als sechs Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. © Nikolay Doychinov/afp
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland.
Irpin, ein Vorort Kiews, wird von der russischen Artillerie unter Beschuss genommen. Yevghen Zbormyrsky, 49 Jahre alt, sucht vor seinem zerstörten Haus Schutz vor dem Angriff aus Russland. © Aris Messinis/afp
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg.
Blutspuren in einem Zug in Kramatorsk, der für die Evakuierung von Zivilisten genutzt wurde, zeugen von den Grausamkeiten im Ukraine-Krieg. © Fadel Senna/afp
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke.
Der Zusammenhalt zwischen der Armee und der Bevölkerung im Ukraine-Krieg ist beispielhaft. In Irpin helfen Soldaten bei der Evakuierung einer Frau über eine zerstörte Brücke. © Aris Messinis/afp
Mitten Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland.
Mitten im Krieg geben Valery (l.) und Lesya sich in einem Außenposten vor Kiew das Ja-Wort. Beide kämpfen in der Armee der Ukraine gegen Russland. © Genya Savilov/afp
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland.
Per Videoschalte hält Wolodymyr Selenskyj eine Rede im Deutschen Bundestag. Für seinen historischen Auftritt erhält der ukrainische Präsident Applaus - und im weiteren Verlauf die Zusage zur Lieferung von schweren Waffen aus Deutschland. © Michael Kappeler/dpa
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen.
Vitali Klitschko im von russischen Angriffen zerstörten Kiew. Der ehemalige Boxweltmeister ist Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt und organisiert dort den Widerstand gegen Russlands Armeen. © Sergej Supinsky/afp
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen.
Immer wieder nimmt Russland Kiew unter Beschuss. Bei einem Raketenangriff auf ein Einkaufszentrum sterben mindestens sechs Menschen. © Aris Messinis/afp
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen.
Doch nicht nur Kiew, auch Charkiw ist zu Beginn des Krieges heftig umkämpft. Ein Mann flieht aus der Stadt, während im Hintergrund russische Raketen einschlagen. © Aris Messinis/afp
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind.
Russland muss im Ukraine-Krieg unerwartet hohe Verluste in Kauf nehmen. Davon zeugen etliche zerstörte Panzer und Militärfahrzeuge, deren Überreste auf einer Straße Richtung Butscha zu sehen sind. © Aris Messinis/afp
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest.
Wochenlang tobt die Schlacht um Mariupol. Die Hafenstadt im Osten der Ukraine gleicht einem Trümmerfeld. Ein russischer Soldat hält die Zerstörung mit seinem Handy fest. © Alexander Nemenov/afp
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes.
Raketenangriffe spielen im Ukraine-Krieg eine besonders große Rolle. Ein Soldat der Ukraine inspiziert die Überreste einer ballistischen Rakete aus russischen Beständen auf einem Feld nahe Bohodarove im Osten des Landes. © Yasuyoshi Chiba/afp
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben.
Anwohnerinnen und Anwohner aus Mariupol kommen in Saporischschja im Südosten der Ukraine an. Darunter befinden sich auch zahlreiche Personen, die fast zwei Monate in Schutzräumen des Asowstal-Stahlwerks ausgeharrt haben. © dpa
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol.
Die Kämpfer des Asowstahl-Stahlwerks in Mariupol werden in der Ukraine wie Helden gefeiert. Wochenlang hielten sie die russische Armee auf und der Belagerung stand. Am Ende und nach hohen Verlusten verkündet der Kreml aber die Einnahme des Stahlwerks und damit die Kontrolle über Mariupol. © Dmytro ‚Orest‘ Kozatskyi/afp

+++ 17.00 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium hat mitgeteilt, dass die russischen Streitkräfte eine „intensive Offensive“ durchführen, um die wichtige Stadt Lyman in der Region Donezk einzunehmen. Die Bemühungen, die Stadt „vollständig zu übernehmen“ sei aber „nicht erfolgreich“ gewesen, sagte Ministeriumssprecher Oleksandr Motuzynanyk. Bei Lyman handelt es sich um einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt.

Motuzyanyk fügte hinzu: „Der Feind führt offensive Operationen durch und versucht, unsere Einheiten in der Nähe von Lyssytschansk und Sewerodonezk einzukesseln und die Verwaltungsgrenze der Region Luhansk zu erreichen.“

Ukraine-Krieg: „De-facto-Annexion hat begonnen“ – Russland verteilt neue Pässe im Donbass

+++ 15.40 Uhr: Ein Mitarbeiter des Bürgermeisters von Mariupol, Petro Andrjuschtschenko, hat auf Telegram berichtet, dass die sogenannte „Volksrepublik Donezk“ heute damit begonnen habe, Pässe der Russischen Föderation an die Einwohnerinnen und Einwohner von Mariupol und der vorübergehend besetzten Gebiete der Region Donezk zu verteilen. „Die De-facto-Annexion von Mariupol hat begonnen“, fügte er hinzu.

Ukraine-Krieg: Russische Soldaten kappen Gasversorgung – 36.000 Menschen betroffen

+++ 13.00 Uhr: Wie Serhiy Haidai, Gouverneur der Oblast Luhansk, auf Telegram mitteilt, haben russischen Besatzungstruppen die letzte Gasverteilungsstelle in der Region beschossen und dabei einen Mitarbeiter der Station verletzt. „Seit gestern sind in der Region Luhansk 36.000 Verbraucher in drei Siedlungen ohne Gas“, schrieb der Beamte weiter. Darüber hinaus geben es keine zentrale Wasserversorgungen, die Bevölkerung sei gänzlich von der Stromversorgung abgeschnitten. Aktuell werde der Bedarf vorübergehend mithilfe von Wasserwagen gedeckt. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Ukraine-Krieg: Angriffe auf Kramatorsk – Bürgermeister warnt Bevölkerung

+++ 11.15 Uhr: Oleksandr Honcharenko, Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Kramatorsk, hat die Einwohnerinnen und Einwohner am Mittwoch aufgefordert, nach einem russischen Luftangriff in der vergangenen Nacht vorerst nicht zurückzukehren.

„Eine unruhige Nacht in Kramatorsk“, schrieb er in einer Erklärung auf Facebook. „Ein Luftangriff auf Wohngebiete und den privaten Sektor. Keine Verletzten. Freunde, ich verstehe, wie schwer es für euch außerhalb eurer Heimatstadt ist. Aber der Feind kommt immer näher. Die Gefahr ist nicht irgendwo da draußen, sondern hier – in der Nähe! Es ist zu früh, um zurückzugehen, egal wie schwer es für euch ist.“

Ukraine-Krieg: Saporischschja und Krywyj Rih unter Beschuss

+++ 10.00 Uhr: In der Ukraine sind die Städte Saporischschja und Krywyj Rih am Mittwochmorgen offenbar von russischen Raketen getroffen worden. Dies berichten ukrainische Medien übereinstimmend. Unter anderem sei ein Industriekomplex in der Großstadt Saporischschja von drei Raketen getroffen worden. Die Angaben ließen sich unabhängig allerdings nicht überprüfen.

Ukraine-Krieg: Schwere Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk

Update vom Mittwoch, 25. Mai, 08.30 Uhr: Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach Angaben aus Kiew nun zur Offensive übergegangen und führen schwere Kämpfe um die Großstadt Sjewjerodonezk. Neben Sjewjerodonezk ist auch die nahe gelegene Stadt Lyman Ziel der russischen Attacken, teilte der ukrainische Generalstab am Mittwochmorgen in seinem Lagebericht mit. Auch hier werde die Bodenoffensive durch Luftangriffe und Artillerie unterstützt. Der Generalstab meldete zudem Gefechte aus dem Raum Bachmut südwestlich von Sjewjerodonezk. Russische Truppen hätten die mehrere Städte angegriffen, sich nach Verlusten aber vorerst wieder zurückgezogen. Im Raum Awdijiwka gebe es ununterbrochenes Artilleriefeuer auf die Stellungen der Verteidiger.

+++ 08.15 Uhr: Aufgrund schwerer Verluste im Ukraine-Krieg verändert die russische Armee nun offenbar die Strategie im Donbass. Das US-Thinktank „Institute for the Study of War“ nennt neue Details in einer Analyse.

Verteidigung im Osten der Ukraine gerät unter Druck: Russland zieht Truppen im Donbass zusammen

Erstmeldung vom Mittwoch, 25. Mai. 07.30 Uhr: Kiew – Für die ukrainischen Truppen im Osten des Landes wird die Lage im Ukraine-Konflikt zusehends brenzliger. Am Mittwochmorgen (25. Mai) ist die Großstadt Saporischschja im Osten der Ukraine nach Behördenangaben von mehreren Raketen getroffen worden, teilte die Gebietsverwaltung auf ihrem Telegram-Kanal mit. Eine der Raketen sei von der Luftabwehr abgefangen worden. Die Rettungskräfte seien vor Ort, um sich ein Bild von der Lage, den Schäden und möglichen Opfern des Angriffs zu machen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach unterdessen von einer schwierigen Lage im Donbass und bat erneut um schwere Waffen. Panzer und Anti-Schiffs-Raketen.

Derweil berichten die Militärexperten des US-Kriegsforschungsinstituts Institute for the Study of War (ISW) in ihrer jüngsten Ukraine-Analyse, dass das russische Militär im schwer umkämpften Gebiet Luhansk Kräfte aus verschiedenen Richtungen zusammenziehe. Die für eine Offensive nötigen Reserven würden aus den Gebieten um Charkiw, Isjum, Donezk und Saporischschja abgezogen. In der letzten Woche seien den russischen Truppen im Gebiet Luhansk mehr Geländegewinne als im gesamten Mai zuvor gelungen, erklärten die Analysten. Und auch Selenskyj betont am Dienstagabend (24. Mai), die russische Armee werfe in diesen Kampf „alle Kräfte, die sie noch hat“.

Massive Angriffe im Osten der Ukraine: Russland nähert sich im Ukraine-Krieg wichtigen Ziel

Mit massiven Artillerie- und Luftangriffen haben die Streitkräfte in den vergangenen Tagen die ukrainischen Verteidiger aus mehreren Ortschaften im Osten des Landes vertrieben, die ukrainische Front gerät ins Wanken. Für Russland ist die vollständige Eroberung der ukrainischen Verwaltungsgebiete Donezk und Luhansk wichtiges Kriegsziel. In Luhansk ist dieses Ziel nahezu erreicht.

Ukraine Krieg: Russland will offenbar ukrainische Truppen in Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einkesseln

In der Region kontrollieren die russischen Truppen und die mit ihnen verbündeten prorussischen Separatisten inzwischen 90 Prozent des Territoriums. Das ukrainische Militär hält den Ballungsraum zwischen den Städten Sjewjerodonezk und Lyssytschansk – beide Städte waren vor dem Krieg Großstädte mit rund 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Absicht von Kreml-Chef Wladimir Putin sei es wohl, gleichzeitig mehrere kleine ukrainische Verbände in dem Raum einzukesseln, heißt es in der ISW-Analyse aus den USA. Ein „großer Druchbruch“ sei den Russen allerdings bislang trotz der Fortschritte noch nicht gelungen.

„Die Besatzer wollen dort alles zerstören“, warnte Selenskyj. Er zählte die Städte Lyman, Popasna, Sjewjerodonezk und Slowjansk auf. Es werde großer Anstrengungen des ukrainischen Volkes bedürfen, um die russische Überlegenheit an Rüstung und Technik zu überwinden. Allein im Gebiet Donezk wurden nach Angaben der Verwaltung binnen 24 Stunden 15 Zivilpersonen getötet.

Auch das ukrainische Verteidigungsministerium sprach von einer schwierigen Lage im Kohle- und Stahlrevier Donbass. Offenbar wolle die russische Armee ukrainische Einheiten in den Großstädten Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einkesseln, sagte Sprecher Olexander Motusjanyk. Die einzige Versorgungsstraße der ukrainischen Streitkräfte stehe bereits unter Beschuss. (iwe/nak)

Rubriklistenbild: © GENYA SAVILOV

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