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Meinung

Russland wird zum Schurkenstaat: Putin wird den Krieg verlieren

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis

Kriegsfürst Putin hat für die Menschen in der Ukraine das Tor zur Hölle aufgestoßen – aber er wird, diese Genugtuung bleibt seinen Opfern, in derselben Hölle landen. --- Ein Kommentar.

Mit jedem Tag wird deutlicher, welch horrenden Preis Russland für diesen sinnlosen Feldzug zahlen muss. Vor allem wird es der russischen Zivilbevölkerung langsam bewusst. Sie ist es, der der Kriegsverbrecher im Kreml alles nimmt: ihren bescheidenen Wohlstand. Die russische Ehre. Den Nationalstolz. Über Nacht ist Russland zum Schurkenstaat geworden, geächtet selbst durch schurkische Weltsportverbände wie die FIFA und das IOC. Die künstlerischen und sportlichen Ikonen des Landes – Netrebko, Gergiev, Medwedew – sind mit weltweiten Auftrittsverboten belegt und mehren nicht mehr Russlands Ruhm, sondern belegen dessen Schande. Auch die aggressivste Kreml-Propaganda kann das nicht mehr verschleiern. Das Erwachen vieler Russen in der neuen Realität unterspült die Fundamente von Putins Macht.

Härter als die Stars und Oligarchen trifft Putins Politik die Normalbürger: Die beispiellosen Sanktionen und der inzwischen fast vollständige Rückzug westlicher Unternehmen wird ihre Einkommen schmälern, Flugverbote sperren sie aus Europa aus. Und russische Mütter weinen um ihre gefallenen Söhne, die fast noch Kinder waren. Und wofür das alles? Für einen unpopulären Krieg gegen ein Brudervolk. Die Soldaten, die heute die Ukrainer terrorisieren, wird Putin bald in die Heimat zurückkommandieren müssen, um die Bürger zu unterdrücken, die gegen seinen Größenwahn aufbegehren. Und das Geld, das Russland mit dem Gasexport verdiente, wird schon bald nicht mehr für neue Kriege zur Verfügung stehen.

Leider ist es wahr: Auch wenn jetzt wie im spanischen Bürgerkrieg Freiwillige aus aller Welt in die Ukraine strömen, um den heldenhaft kämpfenden Menschen beizustehen, ist die Eroberung des Landes kaum mehr zu verhindern. Doch einen folgenden jahrelangen Partisanenkrieg gegen das zweitgrößte Land Europas kann selbst Moskau nicht gewinnen. Am Ende wird Putins furchteinflößendes Militär die Abtrennung der Ostukraine ertrotzen, aber den EU-Beitritt der Restukraine nicht verhindern können. Für diesen bescheidenen „Sieg“ verliert Russland alles: seinen Wohlstand, sein Ansehen in der Welt und seine Macht, den Westen zu spalten und zu schwächen, wofür es seit Jahrzehnten alles getan hat.

Putins (leere) Atomdrohung verrät, wie überrascht und schockiert er über den Wirtschaftskrieg ist, mit dem ihm der Westen den Überfall auf die Ukraine vergilt; so etwas gab es zuletzt gegen das Hitler-Regime. Das Aufrüstungsversprechen des Kanzlers, die Forderung des CSU-Chefs nach längeren Atomlaufzeiten und der Satz des grünen Wirtschaftsministers, Versorgungssicherheit sei jetzt wichtiger als Klimaschutz, zeigen, wie entschlossen selbst das von Putin belächelte Deutschland den Kampf aufgenommen hat. Der Westen wird gestärkt und wiederbelebt daraus hervorgehen. Millionen tüchtige Ukrainer, die nach Westeuropa fliehen, werden unserer Wirtschaft helfen, während das von Technologieimporten abgeschnittene Russland zurückfällt. Die Kreml-Clique hat Russland zum Paria gemacht, gegen den überall auf der Welt Millionen Menschen aufstehen. Und je grausamer Putin gegen die Ukraine vorgeht, weil die mit heißem Herzen kämpfenden Verteidiger seine schlecht motivierte Truppe aufhalten, desto mächtiger wird der Widerstand. Diesen Krieg, der in Wahrheit ein Krieg gegen die Freiheit und die ganze zivilisierte Welt ist, kann Putin nicht mehr gewinnen.

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