Poroschenko droht laut Umfrage Demütigung

Ukraine-Wahl: Poroschenko will Ausgang der Wahl respektieren

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Nach der Wahl in der Ukraine: Poroschenko unter Druck.

Nach der Wahl ist vor der Wahl. In der Ukraine konnte sich keiner der Kandidaten durchsetzen. Der Amtsinhaber Poroschenko und der Komiker Selenski müssen nun in die Stichwahl - und zum Drogentest.

  • Am Sonntag (31. März) wurde in der Ukraine der Präsident gewählt.
  • Amtsinhaber Petro Poroschenko musste klare Verluste gegen der Komiker Wladimir Selenski eingestehen. Beide müssen in die Stichwahl.
  • Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko kündigt Proteste gegen das Ergebnis an.

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Update vom 14. April 2019: Angesichts schlechter Umfragewerte will der ukrainische Präsident Petro Poroschenko im Falle einer Wahlniederlage seinen Posten räumen und das Ergebnis respektieren. Das kündigte er eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt am Ostersonntag bei einem Auftritt im Stadion in Kiew an. „Es wird die Wahl des ukrainischen Volkes sein, und ich werde sie respektieren - jede Wahl“, sagte er. Zugleich betonte Poroschenko, Gott behüte, dass Herausforderer Wolodymyr Selenskyj gewählt werde. In der krisengeschüttelten Ex-Sowjetrepublik hatte der Schauspieler, Komiker und Politneuling Selenskyj die erste Runde der Wahl deutlich vor Poroschenko gewonnen. In Umfragen führt Selenskyi klar.

Ukraine-Wahl: Merkel: „Stehen weiter fest an der Seite der Ukraine“

14.55 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die engen Beziehungen zur Ukraine gewürdigt und bekräftigt, dass Deutschland weiter fest an der Seite des Landes steht. Das gelte vor allem für die territoriale Integrität des Landes, sagte Merkel am Freitag in Berlin am Rande eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Bei dem Transformationsprozess der vergangenen Jahre hin zu demokratischen Strukturen habe die ukrainische Bevölkerung viel Mut gezeigt. Dieser Wandel sei ein schwieriger Prozess.

Allerdings gebe es auf diesem Weg auch noch viel zu tun. Unter anderem müsse der Kampf gegen die Korruption fortgesetzt werden, sagte Merkel. Mit Blick auf die zweite Runde der Präsidentschaftswahl in der Ukraine am Ostersonntag sprach sich die Kanzlerin für freie und faire Wahlen aus. Das gelte auch für die im Sommer folgenden Parlamentswahlen.

Ukraine-Wahl: Komiker Selenski könnte gewinnen - mit haushohem Vorsprung

Update vom 11. April, 15.25 Uhr: Gut eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine wird einer Umfrage zufolge ein haushoher Sieg für den Komiker Wladimir Selenski erwartet. Der 41-jährige TV-Star kann auf mehr als 71 Prozent der Stimmen hoffen, wie aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des ukrainischen Umfrageinstituts Ratinggroup hervorgeht. Der 53-jährige Amtsinhaber Petro Poroschenko würde demnach mit unter 30 Prozent klar abgewählt. Jedoch sind knapp 20 Prozent der Ukrainer noch unentschlossen.

Ukraine-Wahl: Präsident Poroschenko muss schon wieder zum Drogentest - Die News vom 10. April

Update vom 10. April, 17.45 Uhr: Der Wahlkampf in der Ukraine nimmt skurrile Züge an. Mehr als eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt hat Amtsinhaber Petro Poroschenko einen zweiten Drogentest gemacht. Er kam damit der Aufforderung des Ex-Boxers Wladimir Klitschko nach, der eine unabhängige Untersuchung gefordert hatte, damit sich die Ukrainer von der Amtsfähigkeit der Bewerber überzeugen könnten.

Ukrainischer Präsident Poroschenko macht zweiten Drogentest

Wie die Freiwillige Antidoping-Assoziation (VADA) mitteilte, hat der Präsident am Mittwoch im Olympiastadion in Kiew eine Urinprobe abgegeben, die nun in einem Labor in den USA untersucht wird.

Das Staatsoberhaupt sagte mit Blick auf seinen Herausforderer: „Ich behaupte nicht, dass Wolodymyr Selenski drogenabhängig ist.“ Doch müsse die ukrainische Gesellschaft sicher sein, dass der Oberbefehlshaber weder drogen- noch alkoholabhängig sei. Die Prozedur habe nicht er bezahlt, versicherte der 53-Jährige.

Erst am vergangenen Freitag hatte Poroschenko bereits Blut-, Urin- und Haarproben für ukrainische Labors abgegeben. Parallel dazu hatte auch Selenski sein Blut untersuchen lassen. Diese Tests hatte der 41-jährige Politneuling als Bedingung für ein live im Fernsehen übertragenes Rededuell im Kiewer Olympiastadion genannt. Einen Termin dafür gibt es noch nicht. Darüber sind sich beide Bewerber uneins.

Ukraine-Wahl: Favorit spricht von „Krieg mit Russland“ - Putin ist bereit zu Gesprächen

Update vom 8. April, 14.57 Uhr: Im Fall eines Sieges des Komikers Wladimir Selenski bei der Präsidentenwahl in der Ukraine ist der Kreml zum Dialog bereit. „Präsident Wladimir Putin ist immer offen für Gespräche, solange sie keine Provokationen oder Störaktionen beinhalten“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau. Selenski hatte zuvor vorgeschlagen, mit Russland vor allem über die Kriegsgebiete in der Ostukraine zu sprechen. Bislang hatte der Kreml die Abstimmung im Nachbarland nicht kommentiert. Die Stichwahl in der Ex-Sowjetrepublik zwischen Selenski und Amtsinhaber Petro Poroschenko ist für den 21. April angesetzt.

Der Schauspieler Selenski hatte sich im Wahlkampf für Verhandlungen mit Russland und eine Friedensmission für die Ostukraine ausgesprochen. Poroschenko sieht Moskau seit der Einverleibung der Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 und dem anschließenden Krieg gegen prorussische Separatisten als Feind an.

„Es ist ein Krieg mit Russland. Daher muss mit Russland gesprochen werden“, sagte Selenski am Sonntagabend im ukrainischen Fernsehen. Er sprach sich dabei für Verhandlungen und ein diplomatisches Format mit Russland in Anwesenheit westlicher Vertreter aus. Als Präsident wolle er auf jeden Fall die territoriale Unversehrtheit der Ukraine wiederherstellen.

Vor Stichwahl in der Ukraine: Mega-Rededuell in Fußballstadion bahnt sich an

Update vom 4. April 2019, 10.19 Uhr: Wenige Wochen vor der Stichwahl in der Ukraine bahnt sich ein Rededuell zwischen Präsident Petro Poroschenko und seinem Herausforderer, dem Schauspieler und Polit-Neuling Wladimir Selenski an. „Ich warte auf Sie“, sagte der Amtsinhaber in einer Videobotschaft, die am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht wurde. Er reagierte damit auf Selenski, der Poroschenko kurz zuvor mit einem Ultimatum zu einer Konfrontation im Olympiastadion in Kiew herausgefordert hatte.

Der 41-Jährige hatte den ersten Wahlgang am Sonntag mit großem Abstand gewonnen. Selenski erhielt 30,24 Prozent und Poroschenko 15,95 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die Zentrale Wahlkommission als vorläufiges Endergebnis bekanntgab. Die Stichwahl wird am 21. April erwartet.

Selenski ist mit einer Fernsehserie beliebt geworden, in der er den ukrainischen Präsidenten darstellt. Kritiker werfen ihm immer wieder Planlosigkeit und Populismus vor. Deshalb wurden ihm vorab wenig Chancen eingeräumt, Fernsehdebatten gegen den erfahrenen Polit-Profi Poroschenko für sich entscheiden zu können. Das Wahlgesetz sieht eine nichtverpflichtende Fernsehdebatte von mindestens 60 Minuten am letzten Freitag vor dem Wahlsonntag vor. Die Kosten übernimmt der Staatshaushalt.

Poroschenko, der Selenski als Marionette des Oligarchen Igor Kolomoiski bezeichnete, hatte sich im vergangenen Wahlkampf 2014 geweigert, an einer Debatte teilzunehmen. Selenski stellte deshalb Bedingungen für ein TV-Duell: Poroschenko solle sich für derartige Diffamierungen entschuldigen; das Duell solle vor Wahlberechtigten und Journalisten im Olympiastadion ausgetragen werden, die kritische Fragen stellen dürften.

Das zur Fußballeuropameisterschaft 2012 umgebaute staatliche Stadion hat Plätze für 70 000 Zuschauer.

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Update vom 1. April 2019, 15.55 Uhr: Die Präsidentenwahl in der Ukraine ist aus Sicht internationaler Wahlbeobachter frei und fair verlaufen. „Die Wahlen fanden unter starker Konkurrenz statt, und die Wähler hatten eine große Auswahl“, sagte der Koordinator der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Ilkka Kanerva, am Montag in Kiew. Er hoffe, dass das in die EU strebende Land seine demokratische Entwicklung fortsetze.

Die Abstimmung am Sonntag sei eine der wichtigsten in Europa gewesen, sagte Kanerva. Etwa 30 Millionen Wahlberechtigte konnten zwischen 39 Kandidaten auswählen. Am Ende setzte sich mit großem Abstand der Komiker Wladimir Selenski gegen Amtsinhaber Petro Poroschenko durch. Sie müssen in drei Wochen in einer Stichwahl gegeneinander antreten.

Die OSZE erinnerte daran, dass wegen des Kriegs im Osten des Landes und auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim keine Abstimmung möglich war. Zudem gebe es Hinweise auf Stimmenkauf. Das Innenministerium der Ex-Sowjetrepublik sprach von etwa 2600 registrierten Verstößen gegen das Wahlgesetz. Landesweit gab es etwa 30.000 Wahllokale.

Die OSZE überwachte die Wahl mit 808 Beobachtern. Russischen Wahlbeobachtern war bereits im Vorfeld die Arbeit verweigert worden, was Moskau kritisierte. Die Organisation beklagte, dass mehrere ausländische Korrespondenten nicht ins Land durften, darunter auch Reporter aus EU-Staaten.

Wahlen in der Ukraine: Selenski, der Sieger.

Russische Politiker über Ukraine-Wahl: Poroschenko ist mit seiner Politik gescheitert

11.01 Uhr: Ranghohe russische Politiker werten das schlechte Abschneiden von Staatschef Petro Poroschenko bei der Präsidentenwahl in der Ukraine als Protest gegen seine anti-russische Haltung. „Es ist der Beweis, dass die Politik des Präsidenten gescheitert ist“, sagte der Außenpolitiker Leonid Sluzki der Agentur Tass zufolge am Montag. Weder Wahlmanipulationen, Sanktionen gegen Russland noch die Unterstützung des Westens hätten Poroschenko geholfen, sagte Sluzki, der den Außenausschuss im russischen Parlament leitet.

Poroschenkos Ziel ist ein EU- und Nato-Beitritt und eine totale Abkehr von Russland. Seinen Herausforderer Wladimir Selenski bezeichnete er abschätzig als Kandidaten Russlands. Die schwer angeschlagene Beziehung zu Moskau war das zentrale Thema seines Wahlkampfes. Poroschenko betonte, mit allen Mitteln die von Russland einverleibte Schwarzmeerhalbinsel Krim und die abtrünnigen Gebiete Donezk und Luhansk im Osten zurückholen zu wollen.

Das waren die News zur Ukraine-Wahl vom Sonntag

20.44 Uhr: "Das ist eine harte Lektion für mich", sagt Amtsinhaber Petro Poroschenko in einer ersten Reaktion auf die Prognose. Der 53-Jährige regiert die Ukraine seit den Maidan-Protesten im Jahr 2014. Nach dem Sturz seines kremltreuen Vorgängers Viktor Janukowitsch versprach er, die Ukraine stärker am Westen auszurichten, gegen Korruption vorzugehen und den bewaffneten Konflikt im Osten zu beenden. Der Konflikt schwelt jedoch weiter, die Korruption ist allgegenwärtig.

Unterdessen könnte sich ein Streit um die Stichwahl anbahnen: Die drittplatzierte Julia Timoschenko widersprach dem offiziellen Wahlergebnis und erklärte, nach Zählungen ihres Teams sei sie mit 20,9 Prozent auf Platz zwei gekommen. Daher stehe sie an Ostern in der Stichwahl gegen Selenski.

20.06 Uhr: Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine sieht sich der Schauspieler Wladimir Selenski auf einem guten Weg ins mächtigste Amt des in die EU strebenden Landes. „Das ist nur der erste Schritt zum großen Erfolg“, sagte der 41-Jährige am Sonntag in Kiew nach Schließung der Wahllokale. Er dankte seinen Wählern. Prognosen mehrerer Meinungsforschungsinstitute sahen ihn als klaren Sieger im ersten Wahlgang mit rund 30 Prozent der Stimmen. Es gebe viele Prognosen - „aber überall nur einen Sieger“, sagte Selenski.

Es wird erwartet, dass es in der Ex-Sowjetrepublik in drei Wochen am Ostersonntag (21. April) zu einer Stichwahl mit Amtsinhaber Petro Poroschenko kommt. Selenski sagte, er wolle als unabhängiger Kandidat weitermachen. „Wir wollen uns mit niemandem zusammentun und haben keine Verhandlungen dazu geführt“, sagte er. Insgesamt waren 39 Kandidaten angetreten - so viele wie noch nie bei einer Präsidentenwahl in der Ukraine.

Paukenschlag bei der Ukraine-Wahl: Komiker in der Stichwahl - mit deutlichem Vorsprung

19.16 Uhr: Der Komiker Wladimir Selenski ist einer Prognose zufolge als Sieger aus der ersten Runde der Präsidentenwahl in der Ukraine hervorgegangen. Er trete in der zweiten Runde gegen den amtierenden Staatschef Petro Poroschenko an, teilte ein Zusammenschluss aus drei Meinungsforschungsinstituten am Sonntagabend in Kiew mit. Den Nachwahlbefragungen zufolge kam Selenski auf mehr als 30 Prozent der Stimmen und Poroschenko auf knapp 18 Prozent. Die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko kam demnach mit gut 14 Prozent auf Platz drei. Alle drei gelten als proeuropäisch.

Umfragen hatten Selenski im ersten und im zweiten Wahlgang als Sieger gesehen. Er spielt in der populären Fernsehserie „Sluha narodu“ - Diener des Volkes - seit Jahren einen bodenständigen und ehrlichen Präsidenten. Dabei prangert er etwa die Korruption an. In der Ex-Sowjetrepublik ist der Frust bei vielen Menschen über fehlende Fortschritte groß.

Die rund 30 Millionen Wahlberechtigten konnten unter 39 Kandidaten wählen. So viele Bewerber gab es noch nie bei einer Abstimmung über den mächtigsten Posten in dem Land. Der Wahlsonntag verlief weitgehend ruhig. Vereinzelt gab es Vorwürfe der Manipulation.

Mehr über den Politik-Neuling Selenski erfahren Sie in diesem Artikel.

Konflikt in der Ostukraine überschattet Präsidentschaftswahlen

31. März, 17.41 Uhr: Während der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine wandten sich auch einige Menschen aus dem Volk an die Presse. Der Krieg in der Ostukraine sei "für alle die wichtigste Frage", sagte der 22-jährige Soldat Sergei bei der Stimmabgabe in Mariupol. Die Stadt liegt unweit des Gebiets, in dem bei Kämpfen mit prorussischen Rebellen seit 2014 rund 13.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Wen er wählt, wollte Sergei zwar nicht verraten. Er sagte aber, das Land und die Menschen seien des Konflikts müde.

Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine, trägt seinen Stimmzettel zur Wahlurne. 

Während ein Panzerfahrzeug und Nationalgardisten das Wahllokal in Mariupol sicherten, gab auch Oleg seine Stimme ab. Der 40-jährige Metallarbeiter warf der Regierung in Kiew vor, sie "lüge und betrüge". Er habe daher den politischen Neuling Selenski gewählt und hoffe auf "frischen Wind". Der Konflikt in der Ostukraine beeinflusst auch die Entscheidung der Wähler im Westen des Landes. In Kiew sagte die 75-jährige Olena Selisowska, sie wünsche sich, dass es ihren Kindern und Enkeln besser gehe, ohne Krieg. Daher gehe ihre Stimme bei aller Kritik an Präsident Poroschenko: "Er ist zu einem schwierigen Zeitpunkt an die Macht gekommen. Natürlich hat da nicht alles funktioniert." Auch die 48-jährige Beamtin Irina in Lemberg sagte, sie habe für den Amtsinhaber gestimmt: "Ich will, dass der Krieg endlich endet, dass in der Ukraine Ruhe herrscht."

13.34 Uhr: Unter großen Sicherheitsvorkehrungen ist die Präsidentenwahl in der nach Westen strebenden Ukraine angelaufen. Die Wahlleitung in Kiew sprach von einem weitgehend störungsfreien Start der Abstimmung in den rund 30 000 Wahllokalen. Zehntausende Einsatzkräfte im ganzen Land sorgten bei schönen Frühlingswetter für einen ruhigen Ablauf. Die Wahlbeteiligung lag um 11.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ) bei rund 16 Prozent, wie die Leitung mitteilte. Erste Angaben zu Nachwahlbefragungen werden unmittelbar nach Schließung der Wahllokale ab 19.00 Uhr MESZ erwartet.

Spannend wird sein, wie der politische Quereinsteiger, Schauspieler und Komiker Wladimir Selenski bei der Wahl in dem kriegsgebeutelten Land abschneiden wird. In Umfragen hat der 41-Jährige seit Wochen in Umfragen einen deutlicher Vorsprung auf Amtsinhaber Petro Poroschenko und Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko. Den 36 weiteren Bewerbern werden keine Chancen eingeräumt. Eine Stichwahl unter den zwei Stimmenstärksten soll in wenigen Wochen stattfinden, wenn keiner der Kandidaten die eindeutige Mehrheit für sich beanspruchen kann.

12.48 Uhr: Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko hat vor einer drohenden Niederlage bei der Präsidentenwahl das Land noch einmal auf einen prowestlichen Kurs eingeschworen. „Diese Wahl ist eine absolute Grundvoraussetzung für unsere Bewegung vorwärts“ zur Mitgliedschaft in EU und Nato, sagte er bei der Stimmabgabe in Kiew am Sonntag.

Im Wahllokal wurde er unter großem Sicherheitsaufgebot von seiner Frau, seinen Kindern und einem Enkel begleitet. Er hoffe, dass sein eingeschlagener Weg mit weiteren wichtigen Reformen in die europäische Familie erfolgreich sein werde. Es sei für ihn eine Schicksalswahl, sagte er.

Poroschenko, der bereits mehrfach die Idee eines Referendums für den Beitritt zu Nato und EU vorgebracht hatte, muss um seine Wiederwahl bangen; der politische Quereinsteiger Wladimir Selenski liegt in Umfragen deutlich vor dem Amtsinhaber. Mit Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko lieferte sich Poroschenko ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in die Stichwahl.

Julia Timoschenko meldete sich am Sonntagmorgen ebenfalls zu Wort

Auch Timoschenko betonte im Wahllokal am Sonntagmorgen, dass das nach IWF-Statistiken ärmste Land Europas weiter nach Westen streben sollte. „Wir müssen einen Schritt hin zu einer erfolgreichen, blühenden, europäischen Ukraine vorangehen“, sagte die Politikerin, die von ihrem Mann begleitet wurde.

Klitschko mit Seitenhieb gegen Russland: Wahl in der Ukraine sei demokratischer als im Nachbarland

10.27 Uhr: Der Kiewer Bürgermeister und frühere Box-Weltmeister Vitali Klitschko sieht die Präsidentenwahl in der Ukraine im Unterschied zu Russland als demokratisch an. Am Wahltag wisse niemand in der Ex-Sowjetrepublik, wer das Land künftig führen werde, sagte Klitschko der Deutschen Presse-Agentur bei der Abstimmung am Sonntag in einem Wahllokal in Kiew. „Das ist Demokratie. Nur in Russland weiß man ein Jahr im Voraus, wer der Präsident wird.“ Auch der sich abzeichnende zweite Wahlgang zeige, dass die in die EU strebende Ukraine ein demokratisches Land sei.

Die Ukrainer stimmen über den künftigen Präsidenten ab. 39 Kandidaten bewarben sich - so viel wie noch nie zuvor. Amtsinhaber Petro Poroschenko droht eine Niederlage. Der politische Quereinsteiger und Komiker Wladimir Selenski führte seit Wochen die Umfragen mit einem deutlichen Vorsprung an.

Moskau wird in Kiew seit der Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem Krieg im Osten zwischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten als Feind gesehen. Bei der vergangenen Präsidentenwahl in Russland galt die Wiederwahl von Kremlchef Wladimir Putin schon zuvor als gesetzt.

„Ich hoffe, die Ukraine bleibt stabil“, sagte Klitschko nach seiner Stimmabgabe. Er kam mit dem Fahrrad ins Wahllokal. „Unsere Vision ist, dass die Ukraine ein Teil der europäischen Familie mit europäischen Werten ist.“ Vorbild sei Polen, das erfolgreich den Weg in die EU genommen habe.

Sonntag, 31. März, 9 Uhr: In der Ukraine hat am Sonntag die Wahl eines neuen Präsidenten begonnen. Unter starken Sicherheitsvorkehrungen öffneten ab 7.00 Uhr MESZ die Wahllokale im ganzen Land. Die rund 30 Millionen Wähler der verarmten Ex-Sowjetrepublik können zwischen insgesamt 39 Kandidaten abstimmen. Erste Nachwahlbefragungen werden unmittelbar nach Schließung der Wahllokale ab 19.00 Uhr MESZ erwartet. Ein zweiter Wahlgang in den kommenden Wochen gilt als sehr wahrscheinlich.

Dem politischen Quereinsteiger und Schauspieler Wladimir Selenski werden die meisten Chancen vor Amtsinhaber Petro Poroschenko und Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ausgerechnet. Der Komiker Selenski tritt mit dem Wahlversprechen an, gegen Vetternwirtschaft anzukämpfen.

Wird er der neue Präsident der Ukrainie? Wladimir Selenski am Freitagabend in einer Comedy-Show.

In der Europäischen Union wird die Abstimmung mit großem Interesse verfolgt. Das nach IWF-Statistiken ärmste Land Europas steuert einen Kurs Richtung EU und Nato an. Auch die zerrüttete Beziehung zum Nachbarn Russland ist eines der wichtigsten Themen im Land. 

Der ehemalige Bruderstaat wird in Kiew seit der Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim und dem Krieg im Osten zwischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten als Feind gesehen.

Ursprünglicher Artikel vom 30. März:

Der in Israel lebende Milliardär und Ex-Gouverneur Igor Kolomoiski warf dem 53-Jährigen in einem Interview vor, für Konflikte mit dem Nachbarland Russland mitverantwortlich zu sein. „Poroschenko schafft neue Konfliktsituationen, Provokationen, wie in der Straße von Kertsch. Und dann erzählt er, dass es die Russen waren“, sagte er in einem Interview der BBC, das auch die Agentur Unian am Freitag veröffentlichte.

Ukraine-Wahl 2019: Poroschenko beendet Wahlkampf

Die Äußerung Kolomoiskis ist deshalb bemerkenswert, weil die internationale Gemeinschaft stets ausschließlich Russland für den Vorfall verantwortlich gemacht hatte. Im November 2018 waren drei ukrainische Kriegsschiffe vom russischen Grenzschutz vor der 2014 von Russland annektierten Halbinsel Krim festgesetzt worden. Die 24 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen.

Zuvor hatte Poroschenko unter starken Sicherheitsvorkehrungen seine Wahlkampftour in der westukrainischen Metropole Lwiw (ehemals Lemberg) beendet. Seinem Umfeld wurde zudem Korruption im Energiebereich vorgeworfen.

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Ukraine-Wahl 2019: Komiker Wladimir Selenski liegt in Umfragen vor Poroschenko und Julia Timoschenko

In der Ukraine sind an diesem Sonntag (31. März) rund 30 Millionen Bürger aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu wählen. Der Komiker Wladimir Selenski, dem Verbindungen zu Kolomoiski nachgesagt werden, führt seit Wochen alle Umfragen an. Poroschenko und Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Einzug in die für April erwartete Stichwahl. Die 36 weiteren Kandidaten blieben in den Umfragen zurück.

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Timoschenko versprach bei ihrer Abschlussveranstaltung vor mehreren Hundert Menschen in der Hauptstadt Kiew, der Korruption den Kampf anzusagen. „Ich werde mit eiserner Hand Ordnung im Verteidigungssektor schaffen“, sagte sie. Unter ihr werde es keine Korruptionsgewinne im Rüstungsbereich geben.

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