US-Kongresswahl: Obamas Demokraten droht Debakel

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Washington - Bei der Kongresswahl am Dienstag dürften die Amerikaner ihrem Frust über die miese Konjunktur Luft machen. Der demokratischen Partei von Präsident Obama droht als Konsequenz eine herbe Schlappe.

Rund zwei Jahre nach dem triumphalen Einzug Barack Obamas in das Weiße Haus droht seinen Demokraten ein Wahldebakel. Jüngsten Umfragen zufolge wird die Partei bei der Kongresswahl an diesem Dienstag wohl ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus verlieren. Auch der bisherige Vorsprung im Senat wackelt. In der Folge würde das Regieren für Obama weit schwieriger werden. Die Wahl gilt auch als Referendum über seine Politik.

Einer am Montag veröffentlichten Umfrage des “Wall Street Journal“ und des US-Senders NBC zufolge wollen 49 Prozent der Bürger, dass die Republikaner im Kongress das Sagen haben. Nur 43 sprachen sich für eine Kontrolle durch die Demokraten aus. Mit die wichtigste Botschaft an die Volksvertreter: Dass sie sich noch stärker auf die Wirtschaft und den Kampf gegen Arbeitslosigkeit konzentrieren. Nur den republikanischen Wählern war wichtiger, dass sich die Politik wieder mehr auf Prinzipien der Verfassung zurück besinnt.

Oval Office: Hier arbeitet der US-Präsident

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Der Wahlkampf war vor allem bestimmt vom kraftlosen Aufschwung in den USA, den Problemen am Jobmarkt und dem riesigen Schuldenberg des Landes. Viele Amerikaner sind vom wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung enttäuscht, obwohl die schwere Finanz- und Wirtschaftskrise unter Obamas Vorgänger George w. Bush begonnen hatte. Vom Frust der Bürger profitierte vor allem die rechtspopulistische Tea-Party-Bewegung, die zahlreiche Kandidaten unterstützte.

Mit einem Auftrittsmarathon versuchte Obama noch am Wochenende, das Ruder herumzureißen. Vor allem der hartumkämpfte Bundesstaat Ohio geriet dabei zum finalen Wahlkampfschauplatz. “Ihr habt noch einmal die Chance zu sagen: Yes, we can“, rief er seinen Anhängern dort zu - und griff noch einmal zu dem weltweit berühmten Slogan.

Die Arbeitslosenquote betrug im September 9,6 Prozent, Experten erwarten nur eine allmähliche Besserung der Lage. Zugleich leidet die größte Volkswirtschaft der Welt unter schwachbrüstigem Wachstum: Im dritten Quartal betrug das Plus aufs Jahr gerechnet gerade 2 Prozent.

Gewählt werden am Dienstag auch die Gouverneure in mehr als 30 der 50 Staaten. Im Kongress werden alle 435 Sitze des Abgeordnetenhauses neu vergeben, im Senat ist es ein gutes Drittel der 100 Mandate. Das erste Wahllokal öffnet um 5.00 Uhr morgens (Ortszeit - 10.00 Uhr MEZ) an der Ostküste im kleinen Bundesstaat Vermont. Erste Prognosen werden um 19.00 Uhr Ortszeit, also in Europa um Mitternacht erwartet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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