Verhaltener Start bei Landtagswahlen

Landtagswahlen
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Die Landtagswahlen liefen eher schleppend an.

Berlin - Die Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und im Saarland sind am “Super-Wahlsonntag“ bei schönem Sommerwetter eher verhalten angelaufen.

Zusammen mit den Kommunalwahlen in Nordrhein- Westfalen sind vier Wochen vor der Bundestagswahl insgesamt 20,6 Millionen Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben und so auch ein Signal für den 27. September zu setzen.

Die bekanntesten Wahllügen

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In Thüringen zeichnete sich bis Mittag eine ähnliche Wahlbeteiligung wie 2004 ab, in Sachsen lag sie darunter. Im Saarland sollten erste Zahlen erst am Nachmittag vorliegen. Aus etlichen Wahlkreisen wurde eine höhere Zahl von Briefwählern gemeldet. Die Kommunalwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW begannen lebhafter als vor fünf Jahren. Die Beteiligung lag am Vormittag in mehreren Großstädten über den Zahlen von 2004.

Besonders im Saarland und in Thüringen werden die Ergebnisse mit Spannung erwartet. Laut den letzten Umfragen dürften die bisher alleinregierenden CDU -Ministerpräsidenten Peter Müller und Dieter Althaus ihre Mehrheiten verlieren. Es könnte daher entweder für schwarz-gelbe Bündnisse oder aber für Rot-Rot-Grün reichen - dann müssten Müller und Althaus in die Opposition.

In Thüringen hatten nach Angaben des Landeswahlleiters bis 11.00 Uhr 18 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Beteiligung bis 12.00 Uhr bei 19,7 Prozent, insgesamt bei 53,8 Prozent. Ministerpräsident Althaus sagte bei seiner Stimmabgabe in Heiligenstadt, er hoffe auf ein deutliches Bürgervotum. Je mehr Bürger sich beteiligten, desto geringer sei die Chance für die NPD, in den Landtag einzuziehen. Seine Herausforderer Bodo Ramelow von der Linken und Christoph Matschie von der SPD äußerten sich ähnlich.

Im Saarland erwartet die Landeswahlleitung eine höhere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren. Damals hatte sie mit 55,5 Prozent einen Tiefstwert erreicht. Der seit 1999 amtierende Ministerpräsident Müller wählte in seinem Heimatort Eppelborn, sein SPD -Herausforderer Heiko Maas in Saarbrücken. Linke-Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine Lafontaine wählte per Brief. Falls es an der Saar zu einer SPD -geführten Regierung unter Beteiligung der Linken kommt, wäre dies das erste rot-rote Bündnis im Westen. Lafontaine war von 1985 bis 1998 selbst Regierungschef für die Sozialdemokraten in dem kleinsten Flächenstaat.

 In Sachsen kann Ministerpräsident Stanislaw Tillich ( CDU ) den Umfragen zufolge damit rechnen, im Amt zu bleiben. Er könnte dann den Koalitionspartner wechseln und mit der FDP weiterregieren oder das bisherige Bündnis mit der SPD als Junior-Partner fortsetzen. Bis 12.00 Uhr wurde eine Wahlbeteiligung von 19,4 Prozent registriert. Bei der Landtagswahl 2004 lag sie zum gleichen Zeitpunkt bereits bei 23,2 Prozent, insgesamt bei 59,6 Prozent. “Ich bitte die Sachsen um Unterstützung“, appellierte Tillich nach der Stimmabgabe in seinem Heimatort Panschwitz-Kuckau.

In Nordrhein-Westfalen sind 14,4 Millionen Bürger - darunter 550 000 EU -Ausländer - berechtigt, über die Besetzung von rund 15 200 Sitzen in den Vertretungen der Städte, Gemeinden und Kreise abzustimmen. Dies sind mehr als doppelt so viele Wahlberechtigte wie im Saarland (820 000), in Thüringen (1,9 Millionen) und in Sachsen (3,5 Millionen) zusammen. Besonderes Augenmerk gilt in dem einstigen Stammland der Sozialdemokraten dem Abschneiden der CDU und der SPD .

dpa

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