Viele Vorschläge für Friedensnobelpreis

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Viele Vorschläge für den Friedensnobelpreis: Geir Lunestad, Chef des Nobelinstituts.

Berlin/Oslo - Für den diesjährigen Friedensnobelpreis sind in Oslo 241 Vorschläge eingegangen, mehr als je zuvor. Viele kommen aus Bundestagsbüros in Berlin:

Beim Friedensnobelpreis ist der Bundestag in Berlin sehr viel fleißiger als der Volkskongress in Peking. Für die begehrte Auszeichnung haben Bundestagsabgeordnete wieder die meisten Vorschläge eingereicht - neben Parlamentariern aus Norwegen und dem US-Kongress. Mit 241 Nominierungen konnte Nobelinstitutschef Geir Lundestad eine neue Rekordzahl notieren, wie am Dienstag in Oslo mitgeteilt wurde. Aus Norwegen wurde unter anderem die Enthüllungsplattform Wikileaks nominiert.

Nein, aus dem chinesischen Volkskongress ist kein Vorschlag bei uns eingegangen“, antwortete Lundestad auf eine Frage der Nachrichtenagentur dpa und konnte sich dabei vor Lachen kaum halten. Die massiven Anfeindungen aus dem offiziellen Peking nach der Vergabe des Friedensnobelpreises 2010 an den als “Aufwiegler“ inhaftierten Liu Xiaobo hätten Nominierungen mit einem solchen Absender zur echten Sensation gemacht.

Wer im Einzelnen wen vorgeschlagen hat, gehört zu den gut gehüteten Geheimnissen der Nobeljuroren. Erst Anfang Oktober geben sie ihre Entscheidung bekannt. An “Details“ plauderte Lundestad nur aus, dass 153 Einzelpersonen und 88 Organisationen zum Kandidatenkreis gehören.

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Wenn Namen wie der von Wikileaks trotz aller Geheimhaltung kursieren, liegt das an den Nominierenden. So kam aus Berlin seit Jahren regelmäßig die Mitteilung von Bundestagsabgeordneten, dass sie Altbundeskanzler Helmut Kohl für seine Rolle beim friedlichen Ende der deutschen und europäischen Teilung in Oslo vorgeschlagen hätten. Im vergangenen Jahr brachte das den CDU-Politiker sogar in den engeren Favoritenkreis.

“Die globale Aufmerksamkeit für den Friedensnobelpreis nimmt ständig zu. Deshalb bekommen wir auch immer mehr Vorschläge“, sagt Lundestad. Bis jeweils 1. Februar eines Jahr können frühere Nobelpreisträger, Parlamentarier und auch wissenschaftliche Einrichtungen aus aller Welt Nominierungen einreichen.

Wikileaks sei mit den Enthüllungen über Korruption, Machtmissbrauch und lichtscheue Geschäfte “eine der wichtigsten Beiträge dieses Jahrhunderts zu Meinungsfreiheit und Transparenz“, begründete der 26 Jahre alte norwegischen Abgeordnete Snorre Valen seinen Vorschlag.

Weitere Kandidaten sind die Präsidentin von Liberia, Ellen Johnson-Sirleaf, die in dem afrikanischen Land geborene Menschenrechtlerin Leymah Roberta Gbowee und der kubanische Oppositionelle Oswaldo Paya Sardinas. Wie immer sind auch mehrere russische Menschenrechtler nominiert. Manche meinen, dass nach den politisch sehr kontroversen Preisen für US-Präsident Barack Obama 2009 und für Liu Xiaobo 2010 dieses Jahr Russland “dran“ sei.

Thomas Borchert und Lennart Simonsson

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