USA warnen vor weltweitem Terror

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Washington - Nach der Aufdeckung mutmaßlicher iranischer Anschlagspläne gegen den saudiarabischen Botschafter in Washington hat das US-Außenministerium eine weltweite Terrorwarnung veröffentlicht.

Die jüngste Verschwörung “könnte auf einen aggressiveren Ansatz der iranischen Regierung bei terroristischen Aktivitäten hinweisen“, hieß es in der Mitteilung. Angriffe auf der ganzen Welt könnten sich vor allem gegen Diplomaten aus Staaten richten, die dem Iran kritisch gegenüberstehen. Wie die nun aufgedeckten Pläne zeigten, seien jedoch auch Anschläge in den USA denkbar, hieß es in der Warnung weiter.

Zuvor erhob die US-Regierung schwerste Vorwürfe gegen den Iran. “Elemente der iranischen Regierung“ sollen einen Bombenanschlag auf den saudischen Botschafter in Washington geplant und finanziert haben. US-Präsident Barack Obama sprach von einem “eklatanten Verstoß gegen US- und internationales Recht“, wie das Weiße Haus am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Außenministerin Hillary Clinton forderte schärfste Maßnahmen gegen Teheran.

Auch Hintermänner lateinamerikanischer Drogenkartelle sollen verwickelt sein, sagte Justizminister Eric Holder am Dienstag. Es heißt, es hätte Blutgeld in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (1,1 Millionen Euro) gezahlt werden sollen. Der US-Senator Dick Durbin sagte, auch die israelische Botschaft in Washington sollte angegriffen werden. Nach FBI-Angaben wurde ein Verdächtiger bereits im September festgenommen.

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

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Außenministerin Clinton rief die internationale Gemeinschaft am Dienstagabend (Ortszeit) zu scharfen Maßnahmen gegen den Iran auf. Das Regime in Teheran müsse weiter isoliert werden. Die USA wollten sich mit ihren Freunden und Partnern in der Welt beraten, “wie wir eine starke Botschaft“ an den Iran richten können.

In einer ersten Reaktion verhängte das Finanzministerium Sanktionen gegen fünf iranische Hintermänner und Mitglieder der Al-Kuds, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden.

Dagegen bezeichnete der Iran die Vorwürfe als völlig haltlos. Es handele sich um eine “lächerliche Show“, sagte der Sprecher des Teheraner Außenministeriums nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA.

“Die USA beabsichtigen, den Iran für seine Handlungen zur Verantwortung zu ziehen“, sagte Holder. Ein verdächtiger Iraner mit US-Pass sei bereits Ende September in New York festgenommen worden. Der Verdächtige, der 56-jährige Manssor Arbabsiar, erschien noch am Mittwochabend vor einem New Yorker Gericht. Er bleibe in Haft, ein Verfahren solle am 25. Oktober anlaufen.

Er habe die Taten mutmaßlich mit dem Al-Kuds-Mitglied Gholam Shakuri geplant, der als Unterstützer des internationalen Terrorismus bekannt sei, hieß es. Die USA werfen den beiden zahlreiche schwere Straftaten vor, darunter Pläne, “eine Massenvernichtungswaffe zu benutzen“.

Die Pläne seien von der Bundespolizei FBI und der Drogenfahndung DEA aufgedeckt worden. US-Präsident Barack Obama habe seit Juni von der Ermittlungen gewusst, teilte das Weiße Haus mit.

Terrorangst: Fragen und Antworten

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Die Verschwörung sei “vom Iran aus konzipiert, unterstützt und gelenkt“ worden, sagte Holder. Die Regierung denke daher über neue Sanktionen nach.

Das Attentat galt nach US-Angaben dem saudischen Botschafter Adel al-Jubeir, der seit 2007 in Washington ist. Konkret sollen die Verdächtigen versucht haben, ein internationales Drogenkartell für 1,5 Millionen Dollar (rund 1,1 Millionen Euro) Blutgeld mit der Ausführung des Anschlags zu betrauen. Der Plan habe vorgesehen, den saudischen Diplomaten in einem Restaurant zu töten. Dabei sei auch billigend in Kauf genommen worden, dass bei einer Explosion viele Menschen hätten sterben können, sogar US-Senatoren, die das betreffende Restaurant häufig frequentierten.

Der Komplott flog auf, weil sich Arbabsiar an ein scheinbares Mitglied eines Drogenkartells in Mexiko gewandt habe, das er für den Auftragsmord anwerben wollte. Tatsächlich habe er aber mit einem Kontaktmann der Drogenbehörde DEA gesprochen. Die beiden hätten sich in den vergangenen Monaten mehrfach in dem lateinamerikanischen Land getroffen, um das Attentat vorzubereiten.

Al-Kaida-Chef Sawahiri spricht in Video über US-Niederlage

Der neue Chef des internationalen Terrornetzwerks Al-Kaida, Aiman al-Sawahiri, hat sich unterdessen in einem Video mit Drohungen an die Adresse der USA zu Wort gemeldet. Der auf die Überwachung islamistischer Internet-Seiten spezialisierte Dienst SITE teilte am Dienstagabend in Washington mit, dass ein neues Band von Sawahiri in einschlägigen Websites entdeckt worden sei. In der etwa 13-minütigen Aufzeichnung äußere sich der Terrorchef über die “Fortsetzung der amerikanischen Niederlage“.

“Terror-Doktor“ Al-Sawahiri, ein Chirurg aus Ägypten, war im Juni an die Spitze des Terrornetzwerks aufgerückt. Al-Kaida-Gründer Osama bin Laden war Anfang Mai von einer US-Spezialeinheit bei einem Kommandoangriff in Pakistan getötet worden.

dapd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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