Wulff-Nachfolge: Kritik von SPD und FDP

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SPD-Vize Manuela Schleswig

Berlin - Die Suche nach einem Nachfolger für Christian Wulff läuft auf Hochtouren. Kritik kommt nun von Seiten der FDP und der SPD.

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Die FDP hat starke Vorbehalte gegen eine Kandidatur der Frankfurter CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth für das Bundespräsidentenamt. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag vor den Beratungen im Kanzleramt aus FDP-Kreisen erfuhr, wäre Roth aus Sicht der Liberalen ein zu starkes politisches Signal für Schwarz-Grün im Bund. In Teilen der Union war der Name Roth als mögliche Wulff-Nachfolgerin gespielt worden.

Roth, die Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages ist, sei zwar eine sehr respektable kommunale Spitzenpolitikerin. “Der schwarz-grüne Symbolgehalt ist aber zu groß“, hieß es bei den Liberalen. Die 67-Jährige will sich im März nach 17 Jahren von ihrem Amt in der Mainmetropole zurückziehen. Seit 2006 führt Roth in Deutschlands fünftgrößter Stadt ein Bündnis von CDU und Grünen.

SPD: Merkel soll Gauck kein zweites Mal verhindern

Die SPD-Spitze hat bekräftigt, dass Joachim Gauck weiter ihr Favorit für das Bundespräsidentenamt ist. Die stellvertretende Parteivorsitzende Manuela Schwesig sagte am Sonntag in Berlin, der nächste Bundespräsident müsse ein Präsident der Bürger sein. Joachim Gauck genießt ein hohes Vertrauen bei den Bürgern. “Für mich wäre es schwer einsehbar, wenn Frau Merkel Herrn Gauck ein zweites Mal verhindern wollte.“ Schwesig mahnte auch, es dürfe bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten auf keiner Seite Vorfestlegungen geben.

Gauck: "Rufen sie doch Frau Merkel an"

Der mögliche Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, äußert sich weiterhin nicht zu seinen Ambitionen. “Rufen Sie doch Frau Merkel an“, antwortete Gauck lachend am Sonntagvormittag vor einem Podiumsgespräch in Wien auf Journalistenfragen. “Ich habe doch zu diesem Thema die ganze Zeit nichts gesagt. Deshalb warte ich mal - bis morgen oder übermorgen. Schau'n wir mal.“

Der frühere DDR-Bürgerrechtler war 2010 gegen den inzwischen zurückgetretenen Christian Wulff angetreten. Er unterlag im dritten Wahlgang. Die SPD bezeichnet ihn weiterhin als ihren “Favoriten“ für das Präsidentenamt.

Auf die Frage, ob die Anforderungen an einen künftigen Bundespräsidenten inzwischen ins Unermessliche gestiegen seien, sagte Gauck: “Nein, wenn wir so eine Mischung aus Engel oder Königin erwarten würden, das wäre ja peinlich. Wir sind eine Demokratie und aus unserer Mitte kommen die Menschen, die wir für die besonderen Ämter bestimmen. Sie sind wie sie sind.“

dapd/dpa

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