Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten

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Berlin - Christian Wulff war kurz so im Amt, wie kein Bundespräsident vor ihm. Nach seinem Rücktritt will Kanzlerin Merkel nun auch SPD und Grüne in die Nachfolger-Suche einbinden. Namen werden viele genannt.

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Nach dem Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff zeichnet sich bei der Nachfolger-Suche eine überparteiliche Lösung ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte am Freitag in Berlin an, dass die schwarz-gelbe Koalition auf SPD und Grüne zugehen werde. Die beiden Oppositionsparteien erklärten schon ihre grundsätzliche Bereitschaft zur gemeinsamen Kandidatensuche. Allerdings pocht die FDP-Spitze auf einen schwarz-gelben Kandidaten.

Bereits an diesem Freitagabend wollten die Spitzen von Union und FDP zu ersten Gesprächen zusammenkommen. In der Bundesversammlung, die das neue Staatsoberhaupt wählt, hat Schwarz-Gelb nur noch eine knappe Mehrheit.

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Die Linke fühlt sich allerdings übergangen, weil sie bei Merkels Einladung an SPD und Grüne keine Erwähnung fand. „Sie hat uns wahrscheinlich versehentlich vergessen. Das kann sie aber noch korrigieren“, sagte Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi in Kiel. „Ein Parteigezänk um die Person wäre höchst unangebracht.“

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Offen ist, wer als parteiübergreifender Kandidat infrage käme. Der schleswig-holsteinische FDP-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kubicki machte sich für den früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck stark. Schon bei der letzten Präsidentenwahl seien dem Kandidaten von SPD und Grünen bis ins Koalitionslager hinein große Sympathien entgegen gebracht worden, sagte Kubicki im ZDF. Ähnlich äußerten sich die Freien Wähler, die mit zehn Wahlleuten in der Bundesversammlung vertreten sind. Die Linke lehnt Gauck hingegen nach wie vor ab.

Mehrfach wurde auch der Ruf nach einem weiblichen Staatsoberhaupt laut. „Die Zeit ist reif für eine Frau! Überreif!“, schrieb CSU-Vize-Generalsekretärin Dorothee Bär im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch sagte der „Dithmarscher Landeszeitung“, auch in den anderen Parteien gebe es den Wunsch nach einer überparteilichen - „ich sage jetzt mal bewusst: Kandidatin“.

dpa

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