"Kriegstreiber"-Vorwurf

Wutrede von Steinmeier wird zum Hit bei YouTube

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Den Vorwurf der Kriegstreiberei wollte sich Frank-Walter Steinmeier nicht gefallen lassen.

Berlin - Eigentlich wollte Frank-Walter Steinmeier nur eine Rede zum Europawahlkampf der SPD machen. Dann wurde er aber als Kriegstreiber beschimpft. Seine Reaktion wird gerade zum Hit bei YouTube.

Der Europawahlkampf der SPD befindet sich in seiner finalen Phase. Auf einer Veranstaltung auf dem Berliner Alexanderplatz sollte Außenminister Frank-Walter Steinmeier eine Rede halten. Doch während dieser kommen Rufe aus dem Zuschauerraum: "Kriegstreiber! Kriegstreiber!", skandieren einige Menschen.

Dies bringt den sonst so besonnenen SPD-Mann in Rage: "Ihr solltet euch überlegen, wen Ihr als Kriegstreiber bezeichnet!", gibt er zurück. "Wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet, der treibt den Krieg, der treibt den Konflikt!" Er bezieht sich auf Plakate, die im Publikum hochgehalten werden. Auf diesen wird dazu aufgefordert, die "Nazis in der Ukraine" zu stoppen. In dem osteuropäischen Land sind derzeit rechte Parteien in der Regierung vertreten.

Nach der Einverleibung der Krim-Halbinsel durch Russland befindet sich auch die Region um Provinzhauptstadt Donezk in einem Abspaltungsprozess. Für die Friedensaktivisten auf dem Alexanderplatz ist die Reaktion der EU darauf offenbar eine Provokation zum Krieg. Doch Steinmeier fühlt sich seinerseits durch die Vorwürfe provoziert. "Weil wir den Frieden wollen, dürfen wir es euch nicht so einfach machen! Die Welt besteht nicht nur auf der einen Seite aus Friedensenglen und auf der anderen Seite aus Bösewichten", gibt der Außenminister den Demonstranten zurück.

Wutrede hunderttausende Male geteilt

Bei den Anhängern der SPD sorgt der hochemotionale Auftritt Steinmeiers für Begeisterung. Auf YouTube findet sich ein zweiminütiger Ausschnitt der Wutrede. Und in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter wurde es unzählige Male geteilt. Stellt sich nur die Frage, ob auch die Demonstranten Steinmeiers Botschaft verstanden haben. "Die Welt ist komplizierter!", hielt der Außenministern den Aktivisten entgegen.

bix

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