"Marsch für das Leben"

ZDF-Mitarbeiter attackieren CDU-Politiker

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe (links) wurde nach eigenen Angaben beim "Marsch für das Leben" in Berlin von ZDF-Mitarbeitern attackiert. Ein Foto auf seiner Facebook-Seite zeigt Hüppe, nachdem er auf dem "Marsch für das Leben" von einem Farbbeutel getroffen wurde.

Berlin - Eklat bei der Kundgebung "Marsch für das Leben": Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe wurde nach eigenen Angaben von Mitarbeitern der ZDF-Sendung "Heute Show" attackiert.

Eklat am Samstag beim "Marsch für das Leben“ in Berlin. Bei dieser Kundgebung, die jährlich im September in der Bundeshauptstadt Berlin stattfindet, sprechen sich die Teilnehmer bei dem Marsch unter anderem gegen Abtreibung und Sterbehilfe aus. Nach Angaben der Veranstalter nahmen heuer 5000 Menschen teil. Zu den Teilnehmern und den Rednern bei einer Kundgebung gehörte auch der nordrhein-westfälische CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe. Er ist stellvertretender Vorsitzender der „Christdemokraten für das Leben“ und ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

Während der Veranstaltung wurde der Politiker nach eigenen Angaben von einem Kamerateam der ZDF-Satiresendung "Heute Show" attackiert. Gegenüber der katholischen, Rom-treuen Nachrichtenseite kath.net schilderte Hüppe ausführlich seine Version der Geschehnisse: Als der CDU-Politiker mitbekommen habe, dass das Team der "Heute Show" den Marschteilnehmern offensichtlich satirische Fragen stellte, sei er eingeschritten. Diese empfand er als niveaulos, betont Hüppe: "Die haben unter anderem gefragt: 'Wen würden Sie denn heute gerne kreuzigen?'"

Daraufhin habe er Teilnehmer des Marsches darauf aufmerksam gemacht, dass das Kamerateam nicht an einem Sachbericht interessiert sei, sondern die Gesprächspartner durch den Kakao ziehen wolle. Da hörte für die ZDF-Mitarbeiter offenbar der Spaß auf. Denn wie der Abgeordnete berichtet, sei er daraufhin attackiert worden. "Ich wurde von Mitarbeitern des ZDF körperlich angegangen, das heißt: weggestoßen."

Als Hüppe ein weiteres Mal zu einer Personengruppe der Kundgebung gehen wollte, die gerade vom ZDF gefilmt wurde, habe einer der ZDF-Mitarbeiter seine Kollegen aufgefordert: "Schafft mir den vom Hals."

Abermals sei Hüppe daraufhin körperlich direkt angegangen und abgedrängt worden. Als der CDU-Politiker laut Widerspruch gegen diesen Umgang einlegte, wurde die ZDF-Kamera frontal auf ihn gerichtet und er hörte sich im Kommentar als einen "von denen, die Randale machten", beschrieben.

Politiker und Kirchenvetreter unterstützen "Marsch für das Leben"

Unterstützt wird der Marsch für das Leben von zahlreichen Kirchenvertretern und Politikern. Grußworte zur Kundgebung 2014 sandten unter anderem Papst Franziskus, Kardinal Reinhard Marx (Erzbischof von München und Freising und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz), der CSU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Alois Glück sowie der CSU-Landtagsabgeordnete und frühere BR-Moderator Alex Dorow.

Eine Gegenveranstaltung wurde laut Rundfunk Berlin-Brandenburg "RBB" von einem "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung" organisiert. Diesem gehören unter anderen der Humanistische Verband Deutschlands sowie der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg an. Sie warfen den Teilnehmern des "Marsches für das Leben" ein "fundamentalistisches Weltbild" vor. Offenbar kam es von Seiten der Gegendemonstranten auch zu Übergriffen auf Teilnehmer des "Marsches für das Leben".

CDU-Politiker Hüppe veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite ein Foto, das ihn mit einem roten Fleck im Haar zeigt. "Auch ich bin attackiert worden und habe einen Farbbeutel abbekommen", schreibt er. " Bin aber nicht verletzt!"

Zudem gab es laut Hüppe bereits am Tag vor dem "Marsch für das Leben" einen Anschlag auf die Geschäftsstelle des Organisators, des "Bundesverbandes Lebensrecht" in Berlin. "Dabei wurde auch die Kleiderkammer für Frauen und Kinder in Not beschädigt."

Ex-BR-Moderator Dorow (CSU) fordert Konseqeunzen

Update: Der CSU Landtagsabgeordnete und frühere BR-Moderator ("Rundschau") fordert im Hinblick auf die von Hüppe geschilderten heftigen Reaktionen der "heute Show"-Mitarbeiter, "dass dies nach Prüfung umgehend Konsequenzen haben muss - juristisch wie arbeitsrechtlich..." Das schriebt Dorow am Montag auf der Facebook-Seite von kath.net. Über die ZDF-Sendung meint er:  "Ich fand die "heute - Show" schon bisher selten lustig, allzu oft eher gequält und bemüht. Einen friedlichen Demonstranten gewaltsam anzugehen (sollte dies stimmen - aber bei Hüppe habe ich da nicht den geringsten Zweifel) ist aber eine völlig neue Qualität."    

fro

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