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Finanzmärkte 2014 – Zinsen weiter im Sinkflug

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Die Entwicklung der Finanzmärkte in Deutschland und Europa war auch im Jahr 2014 von expansiven geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt.

In zwei Schritten senkte die Notenbank den Hauptrefinanzierungssatz von 0,25 Prozent zu Jahresbeginn auf nur noch 0,05 Prozent, womit nach Aussage von EZB-Präsident Draghi die Untergrenze erreicht wurde. Parallel dazu wurde der Einlagezins um 20 Basispunkte auf -0,20 Prozent reduziert. Erstmals müssen die Geschäftsbanken für ihre – die Mindestreserve übersteigenden – Einlagen bei der EZB eine Gebühr bezahlen.

In Anbetracht sinkender Inflationsraten unternahm die Zentralbank weitere unkonventionelle Maßnahmen. Insbesondere beschloss der EZB-Rat im September 2014 den Kauf von forderungsbesicherten Wertpapieren (Asset Backed Securities) sowie das insgesamt dritte Programm zum Erwerb gedeckter Schuldverschreibungen (Covered Bonds). Das im Jahr 2012 initiierte Programm zum Ankauf von Staatsanleihen einzelner Krisenländer (Outright Monetary Transactions) kam zwar nicht zum Einsatz. Jedoch befasste sich die Zentralbank im Herbst 2014 intensiv mit einem breit angelegten Wertpapierkaufprogramm, welches auch auf Staatsanleihen abzielen könnte.

Trotz der beschriebenen Maßnahmen ist die Überschussliquidität des Bankensystems im Jahresverlauf tendenziell gesunken. Dementsprechend näherte sich der EONIA-Zinssatz für kurzfristige Ausleihungen am Interbankenmarkt, welcher sich zuvor am EZB-Einlagensatz orientiert hatte, wieder dem Hauptrefinanzierungssatz an und legte in der ersten Jahreshälfte leicht zu. Infolge der geldpolitischen Lockerungen waren jedoch die Geldmarktsätze ab der Jahresmitte rückläufig. So sank der 3-Monats-Euribor von rund 0,3 Prozent zu Jahresbeginn auf unter 0,1 Prozent.

In Erwartung einer noch länger andauernden Phase expansiver Geldpolitik begaben sich auch die längerfristigen Zinsen in den Sinkflug. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen, welche zu Jahresbeginn noch über 2 Prozent lag, rutschte auf unter 0,6 Prozent ab. Staatsanleihen der europäischen Krisenländer waren noch stärker gefragt. Folglich halbierte sich die Rendite 10-jähriger Anleihen Spaniens und Italiens auf unter 2 Prozent. Insgesamt führte die deutliche Verringerung der langfristigen Zinsen – bei einem schwächer ausgeprägten Rückgang der kurzfristigen Sätze – zu einer flacheren Zinsstrukturkurve.

Die Aktienmärkte erlebten im Jahr 2014 eine Berg- und Talfahrt. Zunächst sorgten freundliche Konjunkturaussichten für Kursgewinne. Jedoch geriet die Erholung – unter anderem bedingt durch geopolitische Unsicherheiten – ins Stocken. Dies belastete die Märkte. Für wiederum steigende Kurse sorgten die geldpolitischen Impulse in der zweiten Jahreshälfte. Insgesamt konnte der deutsche Leitindex DAX, ausgehend von rund 9.500 Punkten zu Jahresbeginn, auf über 9.800 Punkte zulegen. Auch die europäischen Aktienmärkte waren tendenziell aufwärtsgerichtet.

An den Devisenmärkten geriet der Euro im Jahr 2014 unter Druck. Gegenüber dem US-Dollar notierte er noch zu Jahresbeginn bei knapp 1,40 Euro je Dollar. Allerdings nahm die US-Wirtschaft im Jahresverlauf Fahrt auf, weshalb die dortige Notenbank eine Straffung der Geldpolitik einleitete. Die Entwicklung im Euroraum verlief gegensätzlich. Der Euro wertete deshalb auf unter 1,25 Euro je Dollar ab. Auch gegenüber dem britischen Pfund gab die Gemeinschaftswährung etwas nach. Dagegen führte die aggressive Geldpolitik der japanischen Zentralbank im Herbst zu einer Aufwertung des Euro gegenüber dem Yen.

Alexandra Schneider
Privatkundenberaterin
Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG

Rubriklistenbild: © Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG

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