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Meinung

Berliner Wahl-Debakel: Wie in einem Rumpelstaat

Marcus Mäckler online rahmen
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Marcus Mäckler

Berlin kokettiert gerne mit seiner Unvollkommenheit, aber die Pannen-Serie am Wahlsonntag ist weit mehr als ein neues, schräges Kapitel im „Arm, aber sexy“-Tagebuch der Hauptstadt.

Stimmzettel fehlten, Wähler wurden weggeschickt oder gingen nach Stunden des Wartens in langen Schlangen frustriert wieder nach Hause; andere gaben weit nach 18 Uhr ihr Votum ab. Gestern wurde bekannt, dass ein Wahlbezirk einfach geschätzte Ergebnisse veröffentlichte. Geschätzte! Das tatsächliche Ergebnis wolle man „nachreichen“, hieß es fast schon unbekümmert.

Es ist ein Desaster, wie es in einer so weit entwickelten Demokratie wie der unseren nicht vorkommen darf. Dass zunächst, wie so oft in Berlin, niemand verantwortlich sein wollte, spricht Bände. Angesichts des Ausmaßes des Versagens kann der arg verspätete Rücktritt der Wahlleiterin eigentlich nur der Beginn einer kritischen und schonungslosen Aufarbeitung sein.

Neben katastrophalen organisatorischen Mängeln wird der Senat auch die Frage beantworten müssen, warum er es für eine gute Idee hielt, an einem Superwahltag einen Marathon stattfinden zu lassen. So mancher Rumpelstaat organisiert seine Wahlen besser – wenn es denn welche gibt.

Das Berliner Debakel ist vor allem deshalb so schlimm, weil es dazu geeignet ist, das Vertrauen der Menschen ins Herzstück der Demokratie – den Wahlprozess – zu beschädigen. In fragilen Zeiten wie diesen ist das nicht lässlich, sondern gefährlich. Ja, Fehler passieren, vielleicht gerade in Berlin. Aber dieses Debakel darf sich nicht wiederholen.

Marcus.Maeckler@ovb.net

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