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Meinung

Bundesbankchef Weidmann geht: Späte Abrechnung mit der Kanzlerin

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis

Viele warme Wortebegleiten den Abgang des scheidenden Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann, doch spiegelt sich darin weniger echtes Bedauern als vielmehr große Erleichterung.

Weidmann stand mit seinem klassischen Verständnis von stabilitätsorientierter Geldpolitik Europas Mächtigen permanent auf den Füßen: Von der Rettung ganzer EU-Staaten mit Hilfe der Notenpresse hielt er ebenso wenig wie vom Marsch in die Transferunion, von Minuszinsen und der Entschuldung klammer Staaten durch Geldentwertung, sprich hoher Inflation.

Das war auch der Grund, warum ihn Bundeskanzlerin Merkel nicht zum Nachfolger von Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank machen wollte (und konnte). Als bloßes Feigenblatt aber wollte der heute 53-Jährige, der im EZB-Rat längst hoffnungslos isoliert war, nicht länger herhalten.

Merkel wird von ihrer ambitionslosen Politik eingeholt

Es ist gewiss kein Zufall, dass Weidmann noch in Merkels Amtszeit zurücktritt: Der dunkle Schatten seines Rückzugs fällt so auch auf ihre Kanzlerschaft, weil sie als deutsche Regierungschefin der Italienisierung der europäischen Geldpolitik nicht den Widerstand entgegensetzte, den Weidmann von ihr einforderte. Auf den letzten Metern wird die Kanzlerin von den Konsequenzen ihrer allzu gefälligen und ambitionslosen Politik eingeholt: in der Energiepolitik, der Afghanistanpolitik und nun auch noch der Europolitik.

Für die Bundesbürger ist der Weggang des letzten deutschen Notenbankers aus der DM-Schule ein beunruhigendes, ja schrilles Signal: Er geht, während die Konsequenzen der europäischen Billiggeldpolitik immer fataler zutage treten, eine zunehmend galoppierende Inflation und Minuszinsen immer mehr an den Ersparnissen der Menschen zehren. Freuen kann sich die künftige Ampelregierung: Sie will viele ungedeckte neue Schecks ausstellen und die Schulden in Schattenhaushalten verstecken. Auch dafür wollte Weidmann wohl nicht gerade stehen.

Georg.Anastasiadis@ovb.net

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