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Meinung

Impfanreize in Österreich: Lotterie als letzte Chance

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Marc Beyer

Österreich will Schwung in seine Impfkampagne bringen. Dabei mag manche zu diesem Behufe entwickelte Idee skurril wirken - doch immerhin versucht das Land alles Mögliche, um mehr Menschen zum Piks zu bewegen. Womit es Deutschland voraus ist.

Wer zu spät kommt, dem winkt immer noch der Hauptgewinn. 500 Euro sind ausgelobt, es ist eine eher bescheidene Lotterie, doch die Hoffnungen, die Österreichs Politik in ihr Impfanreiz-Paket setzt, sind trotzdem beträchtlich. Die Idee mag skurril sein und mit einigen Schwächen behaftet, sie hat aber einen plausiblen Kern. Es ist allemal besser, auch dem erbittertsten Verweigerer noch einen Ansporn zu bieten, als ausschließlich die Keule der Impfpflicht zu schwingen.

Man sollte sich von diesem Teil der Aktion nur nicht zu viel erwarten. Überzeugte Impfgegner werden sich kaum umstimmen lassen von der 1:10- Chance auf einen 500-Euro-Gutschein. Da ist das Geld, das Gemeinden als Belohnung für die Steigerung ihrer Impfquote erhalten sollen, schon besser angelegt. Vor Ort lässt sich mit einer fünf- bis sechsstelligen Summe viel Gutes tun für die Allgemeinheit. Vorausgesetzt, es kommt ihr am Ende auch zugute und nicht nur dem Stopfen von Etatlöchern.

Man kann der Regierung in Wien mit Recht vorhalten, dass sie Milliarden in die Hand nimmt, um versäumte Überzeugungsarbeit nachzuholen, dass aber der Nutzen des Projekts völlig ungewiss ist. Nicht vorwerfen kann man ihr, dass sie nicht alles versuchen würde. Da ist sie weiter als der große Nachbar. In Deutschland droht schon die Debatte über eine Impfpflicht zur unendlichen Geschichte zu werden.

Marc.Beyer@ovb.net