KOMMENTAR VON BGLand24.DE-REPORTERIN CHRISTINE STANGGASSINGER

War das Schneechaos wirklich ein Chaos?

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Unterstützung aus ganz Bayern ist gekommen, um die Dächer im Berchtesgadener Talkessel freizuschaufeln.
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Seit mittlerweile acht Tagen gilt in den fünf Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels der Katastrophenfall. In den Medien wird deutschlandweit von einem Schneechaos gesprochen, doch war und ist es das wirklich, ein Chaos?

Bevor ich diese Frage beantworte, kurz ein paar Fakten. Nachdem es von 2. Januar weg fast durchgehend geschneit, teilweise gestürmt hat, haben am  5. Januar die Einsätze für die heimischen Feuerwehren begonnen. Bäume stürzten unter der Schneelast zusammen, landeten auf Straßen. Kein Wunder, schneite es doch richtig nassen, schweren Schnee.

"Chaos sieht eindeutig anders aus", meint BGLand24-Reporterin Christine Stanggassinger.

Dann setzte zwar der trockenere Pulverschnee ein, aber es hörte nicht mehr auf zu schneien.Am Donnerstag, den 10. Januar, der Tag, als es gar nicht mehr aufhörte zu schneien, wurde der Katastrophenfall vom Landratsamt Berchtesgadener Land ausgerufen. Hauptsächlich, um die bereits schwer geforderten Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren in den Gemeinden Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee zu entlasten.

Die Bundeswehr kam zum Einsatz, das THW, das BRK, die Polizei, die Bundespolizei, der Malteser Hilfsdienst, die Bergwacht und die Wasserwacht. Gemeinsam kämpften die Einsatzkräfte gegen die Schneemassen und schaufelten Dächer frei und tun das bis heute (Donnerstag, 17.01.).

Unermüdlicher Einsatz verhindert Chaos

Eine Woche lang befindet sich der Berchtesgadener Talkessel im Katastrophenfall. Aber ist es ein Schneechaos? Nein, ist es nicht. Denn von Anfang an hatten die Räumdienste ihre Arbeit im Griff. Unentwegt waren sie im Einsatz, um die Straßen so frei wie nur möglich zu halten. Dazu kam der selbstlose Einsatz der Einsatzkräfte. Von Anfang an wusste jeder, wo er sich hinwenden musste, wenn er sich wegen der Tragfähigkeit seines Dachstuhls nicht sicher war. Nachbarn halfen beim Schaufeln, Schneefräsen liefen unermüdlich. Und die Schneepausen wurden genutzt, um die Straßen wieder breiter zu machen, den angesammelten Schnee mit Fräsen, Radladern und Traktoren zu beseitigen.

Am Dienstagmittag (15. Januar) hat es aufgehört zu schneien, am Mittwochabend waren viele Straßen bereits wieder normal befahrbar. Natürlich türmen sich die Schneeberge an den Seiten auf, aber die Straße ist so breit, wie sie immer war und bei traumhaften Sonnenschein bekäme man fast den Eindruck, es wäre nie etwas gewesen.

DANKE!

Wären da nicht die Vielzahl an Blaulichtorganisationen und Soldaten, die immer noch unermüdlich im Einsatz sind, um hier endlich wieder das Einziehen zu lassen, was sich schon andeutet, Normalität. Denn Schnee hat es in den Berchtesgadener Alpen schon immer gegeben. So viel auf einmal sicher schon lange nicht mehr, aber trotz allem ist für mich als Bischofswieserin eines nie ausgebrochen, das Chaos!

Danke an alle, die so fleißig waren in den letzten zwei Wochen! Ihr macht einen super Job, egal ob ihr die Straßen oder Dächer frei räumt, die Einsatzkräfte versorgt oder einfach eurem Nachbarn helft. Danke für den Zusammenhalt!

Verfasst von Christine Stanggassinger (christine.stanggassinger@ovb24.de)

Quelle: rosenheim24.de

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