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Meinung

Merkel ohrfeigt ihre CDU

Georg Anastasiadis online rahmen
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Georg Anastasiadis

Angela Merkel weist den ihr angebotenen CDU-Ehrenvorsitz zurück, und auch an einem Versöhnungsessen mit ihrem Nachfolger Friedrich Merz und den bisherigen CDU-Chefs Laschet und Schäuble sowie führenden Parteifreunden hat sie kein Interesse.

Die Kälte, mit der die Ex-Kanzlerin die Partei behandelt, der sie alles verdankt, lässt sogar Außenstehende frösteln. Für die CDU selbst aber ist das Verhalten der Frau, die viele „Mutti“ nannten, ein Schlag ins Gesicht. Der Bruch, vor dem so viele warnten, ist jetzt da. Herbeigeführt aber hat ihn nicht Merz, der sich zuletzt sehr um warme Worte für seine Vorgängerin bemühte.

Das durchkreuzt das Bemühen der neuen Führung um Merz, die tief entzweite Partei wieder zu einen. Und es wirft dunkle Schatten auf den Parteitag, der den 66-Jährigen an diesem Samstag zum neuen Vorsitzenden wählen soll. Merkel verzeiht den Parteimitgliedern nicht, dass sie ihren Erzfeind mit Riesenmehrheit zum neuen Chef kürten. Doch sie riskiert mit ihrer Unversöhnlichkeit die Zerstörung ihrer CDU. Hat die ewige Kanzlerin das nötig? Wahre Größe wäre gewesen, eigenen Ärger und vielleicht auch erlittene Verletzungen hintanzustellen und der am Boden liegenden Partei die Hand zu reichen. Als schlechte Verliererin geht sie nun etwas kleiner in die Geschichte ein.

Für die, die ab sofort Verantwortung in der CDU tragen, ist der Bruch ein Drama, aber auch eine Chance. Sie können jetzt befreit vom Zwang, Merkels tonnenschweres Erbe verteidigen zu müssen, den Neuanfang wagen und der konturlos gewordenen Partei wieder ein Gesicht geben. Die Union muss nicht, um modern zu sein, gendern, sie darf die Energiepolitik der letzten 16 Jahre endlich als das benennen, was es ist – ein riesiger Scherbenhaufen –, und in der Migrationspolitik wieder auf ihre Wähler hören.

Georg.Anastasiadis@ovb.net