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Wenn Euch eine Sperre droht

Kein Geld für Gas und Strom – Was dann?

Gaszähler
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Viele Verbraucher haben kurz vor der neuen Heizperiode Angst, die Kosten für Energie nicht mehr bezahlen zu können.

Die Energiepreise steigen drastisch, und viele Verbraucher blicken mit Sorge auf die bevorstehende Heizperiode. Wer seine Rechnung nicht mehr bezahlen kann, muss im schlimmsten Fall damit rechnen, dass er nicht mehr mit Strom und Gas versorgt wird. Unter welchen Bedingungen das passiert und was Ihr tun könnt, damit es erst gar nicht so weit kommt, lest Ihr hier.

Viele Menschen sind besorgt angesichts der bevorstehenden Heizperiode. Die Kosten für Energie sind in den letzten Wochen rasant gestiegen

Weil viele Haushaltskassen bereits durch andere Preissteigerungen belastet sind, befürchten manche Verbraucher, ihre Strom- und Gasrechnungen nicht mehr bezahlen zu können.

In rund 48 Prozent der Wohnungen in Deutschland wird laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Erdgas zum Heizen genutzt. Somit ist knapp die Hälfte der Haushalte von den drastisch gestiegenen Gaspreisen betroffen.

Was passiert, wenn ich eine Strom- oder Gasrechnung nicht bezahlen kann?

Versäumt Ihr eine monatliche Abschlagszahlung, dreht Euch Euer Energieversorger nicht sofort den Gas- oder Stromhahn zu. Wann er die Versorgung tatsächlich stoppen darf, regelt das Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV).

Gewisse Voraussetzungen müssen vorliegen, um das Einstellen der Gasversorgung zu rechtfertigen. Laut Bundesnetzagentur gelten für Kunden in der Grundversorger folgende Voraussetzungen für eine Gasunterbrechung:

  • Erste Mahnung: Nach der ersten nicht gezahlten monatlichen Abschlagszahlung erhaltet Ihr nach wenigen Tagen Post von Eurem Energieversorger, meist inklusive einer Mahngebühr von rund zwei Euro.
  • Zweite Mahnung und Androhung einer Sperre: Vergeht ein weiterer Monat, in dem Ihr die ausstehende Rechnung nicht begleicht, erhaltet Ihr von Eurem Versorger eine zweite Mahnung, unter Umständen verbunden mit der Androhung einer Strom- oder Gassperre. Grundsätzlich gilt: Ab einem Zahlungsrückstand von zwei Abschlägen und mindestens 100 Euro darf der Energieversorger Strom oder Gas abstellen. Eine Sperrandrohung wird vier Wochen vor dem tatsächlichen Sperrtermin an den betreffenden Haushalt versendet. 
  • Ankündigung einer Sperre: Wenn Ihr auch nach Androhung einer Sperre nicht zahlt, erhaltet Ihr einen weiteren Brief. In dem muss Euch der Versorger mindestens acht Tage vor der endgültigen Sperrung darüber informieren, an welchem Tag die anstehende Unterbrechung beginnt.
  • Die Verhältnismäßigkeit: Die Folgen einer Gasunterbrechung müssen im Verhältnis zum Zahlungsverzug stehen. Ist dies aufgrund von Kleinkindern, Schwangeren oder pflegebedürftigen Personen im Haushalt nicht der Fall, solltet Ihr Euren Lieferant informieren. In diesem Fall kann gegen die drohende Gassperre Widerspruch eingelegt werden.
  • Nicht überzeugt: Eine weitere Voraussetzung für eine Sperre ist, dass dem Energieversorger nicht überzeugend vermittelt werden kann, wie die betreffenden Personen im Haushalt den zukünftigen Zahlungsaufforderungen nachkommen werden.

Für Kunden mit einem Vertrag außerhalb der Grundversorgung gelten die im Vertrag vereinbarten Regelungen (AGB). Die meisten Energielieferanten legen dort fest, dass sie bei Zahlungsverzug eine Sperrung vornehmen dürfen. Die Voraussetzungen für eine Sperre sind denen in der Grundversorgung meist ähnlich, können aber in Details abweichen.

Gut zu wissen

Euer Energieversorger stellt Euch nicht einfach so Gas oder Strom ab. Zwischen der ersten schriftlichen Androhung einer Sperre und der tatsächlichen Unterbrechung liegen mindestens vier Wochen. Der Versorger muss Euch zuerst auf eine drohende Sperre aufmerksam machen. Zudem ist er verpflichtet, Euch über Möglichkeiten zu informieren, wie Ihr eine Unterbrechung vermeiden könnt: Das können sowohl Verweise auf örtliche Hilfsangebote sein oder Hinweise auf staatliche Unterstützungsmöglichkeiten sowie anerkannte Schuldner- und Verbraucherberatungen.

Am besten: Vorbeugen

Die Bundesnetzagentur hat ein paar Tipps zusammengestellt, wie es erst gar nicht zu einem Zahlungsverzug kommt:

  • Versucht auf jeden Fall, die Zahlungen für Strom, Gas, Heizung und Miete pünktlich zu begleichen.
  • Lest Eure Zählerstände regelmäßig ab (mindestens einmal im Quartal) und notiert sie Euch.
  • Prüft, ob Eure monatlichen Abschlagszahlungen zu Eurem tatsächlichen Verbrauch passen, damit am Ende des Jahres keine hohe Nachzahlung droht.
  • Vergleicht Tarife und Anbieter. Oft führt ein Lieferantenwechsel zu Kosteneinsparungen.
  • Achtet auf Euren Energieverbrauch und schaut, ob es Einsparpotenziale gibt.

Quelle: Bundesnetzagentur

Wenn trotzdem die Sperre droht - was kann ich tun?

Wenn das Geld für die Strom- oder Gasrechnung nicht mehr reicht, rät die Verbraucherzentrale, anhand einer Checkliste zunächst einige grundsätzliche Dinge zu prüfen:

1. Stimmt die Abrechnung?

Abrechnungen für Strom oder Gas können fehlerhaft sein. Es lohnt sich zu prüfen, ob alles korrekt verbucht ist. Worauf Ihr achten solltet:

  • Stimmt die Zählernummer?
  • Stimmen Anfangs- und Endzählerstand?
  • Wurde der Verbrauch abgelesen oder geschätzt?
  • Ist der korrekte Preis angegeben?
  • Sind Eure Zahlungen richtig verbucht?

2. Passen die Abschläge zu meinem Verbrauch?

Behaltet Euren Energieverbrauch im Blick. Wer nicht weiß, wie viel Energie er verbraucht, kann bei der Jahresabrechnung eine böse Überraschung erleben. Lest den Stromzähler regelmäßig ab, am besten mindestens einmal im Quartal, und notiert den Wert.

Achtet darauf, dass die Abschlagszahlungen zu Eurem Verbrauch passen und nicht deutlich zu hoch bemessen sind. Sind die Abschläge dagegen zu niedrig, ist es ratsam, vorab Geld für eine mögliche Nachzahlung zurückzulegen.

Bei einer Preiserhöhung solltet Ihr vor dem Stichtag Euren Zähler ablesen und den jeweiligen Verbrauch dann getrennt nach Preis berechnen.

3. Habe ich finanzielle Rücklagen?

Handelt es sich nur um einen kurzen finanziellen Engpass, ist es sinnvoll, auf Rücklagen zurückzugreifen. Damit verhindert Ihr weitere Kosten, zum Beispiel für Inkassotätigkeiten oder Verzugszinsen. 

Davon abgesehen erhaltet Ihr aktuell sowieso wenig Zinsen auf Spareinlagen. Die Energierechnung aus dem Dispo zu leisten, ist wegen der hohen Dispozinsen deutlich teurer.

4. Kann ich Hilfe vom Staat beantragen?

Wenn die geforderte Nachzahlung so hoch ist, dass Ihr sie aus Eurem Einkommen nicht bezahlen könnt, solltet Ihr Euch an das örtliche Jobcenter wenden. Auch mit einem geringen Einkommen könnt Ihr einen Antrag auf Leistungen stellen.

Nachzahlungen aus Neben- und Heizkostenabrechnungen gelten als Bedarf in dem Monat, in dem Ihr die Nachforderung erhaltet. Wichtig ist, dass Ihr den entsprechenden Antrag im Monat der Fälligkeit einer Nachzahlung stellt.

5. Ist eine Ratenzahlung möglich?

Zusammen mit der Sperrankündigung muss der Grundversorger Euch eine zinsfreie Ratenzahlungsvereinbarung und eine Weiterversorgung auf Vorauszahlungsbasis anbieten. 

Wenn Ihr einen Vertrag mit einem Versorger außerhalb der Grundversorgung habt, solltet Ihr eine mögliche Ratenzahlung direkt mit Eurem Versorger abstimmen.

Achtet darauf, dass die Raten aus Eurem verfügbaren Einkommen bezahlt werden können. Denn tragfähig ist eine Ratenzahlungsvereinbarung nur dann, wenn Ihr es schafft, über einen längeren Zeitraum sowohl die geforderten Raten als auch die laufenden Abschläge zu zahlen. Daher im Zweifel besser eine längere Laufzeit bei niedrigeren Raten wählen.

Stellt bei Zahlungen an den Energieversorger klar, welcher Anteil der Summe auf die laufende Abschlagszahlung entfällt und welcher auf die Altforderung. So vermeidet Ihr weitere Zahlungsrückstände.

6. Wie sieht es mit meinen Einnahmen und Ausgaben aus?

Verschafft Euch einen Überblick über Eure Finanzen. Notiert Eure Einkünfte und Ausgaben für jeden Monat - zum Beispiel in einem Haushaltsbuch. So habt Ihr immer genau im Blick, wohin Euer Geld fließt.

Haltet fest, wie viel Geld Ihr im Monat für Miete, Nebenkosten, Strom, Versicherungen etc. benötigt. Den Rest Eurer Einnahmen könnt Ihr für Eure Lebenshaltung ausgeben oder im besten Fall sogar ansparen.

Wenn das Geld nicht für alle Zahlungen reicht, müsst Ihr genau überlegen, welche Rechnungen Ihr bezahlt. Erstellt eine Liste der offenen Zahlungen und wählt daraus diejenigen aus, die existenziell wichtig sind: Das sind vor allem Miete, Energiekosten sowie Lebensmittel und notwendige Medikamente, aber auch Unterhaltsleistungen.

Für Viele ist die Miete der größte Ausgabenposten. Ihr solltet aber auf keinen Fall die Mietzahlung einstellen, um finanziell Luft zu haben. Mietern kann gekündigt werden, wenn sie nicht zahlen. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn sie in zwei aufeinander folgenden Monaten mit der vollen Miete oder eines erheblichen Teils davon in Verzug geraten oder mit der Zeit Mietschulden in Höhe von mindestens zwei vollen Monatsmieten anhäufen.

as

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