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Achtung, giftig!

Pilzsammler aufgepasst: Diese Arten sehen sich gefährlich ähnlich

Vorsicht giftig Pilzreste aufbewahren
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Landet ein giftiger Pilz im Korb, kann das schnell lebensgefährlich werden. Deshalb die Ausbeute am besten von Pilzsachverständigen unter die Lupe nehmen lassen.

Im Spätsommer und Herbst geht es für viele Sammler wieder „in die Pilze“. Einer schmackhaften, selbstgemachten Pilzsuppe oder anderen Gerichten steht kaum etwas im Weg, solange gewisse Regeln beachtet werden. Gerade für unerfahrene Pilzsammler ist es wichtig, zwischen genießbaren und ungenießbaren oder sogar giftigen Pilzen unterscheiden zu lernen.

Drei bis fünf Millionen verschiedene Spezies weltweit. So hoch dotieren molekulare Studien die Artenvielfalt im Organismenbereich Pilze. Das bedeutet, es existieren vermutlich mehr als zehnmal so viele Pilz- wie Pflanzenarten auf der Erde. 6000 Großpilzarten wachsen in Mitteleuropa, davon sind gerade mal 100 Arten essbar, 150 sind giftig und zehn von ihnen sind tödlich giftig. Die übrigen gelten als ungenießbar.

Wer Pilze sammeln und verarbeiten möchte, sollte gut informiert sein. Manche Pilzarten sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ein Pilzbestimmungsbuch, eine entsprechende App oder eine Pilzexkursion, wie sie beispielsweise der NABU oder die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e. V. (DGfM) anbieten, ist für Anfänger unumgänglich. Bei Unsicherheiten sollten die Pilze lieber stehen gelassen oder eine Pilzberatungsstelle aufgesucht werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, sich umgehend ärztlichen Rat einzuholen, sollten, trotz aller Vorsicht, Beschwerden nach dem Verzehr selbst gesammelter Pilze auftreten (beispielsweise Schweißausbrüche, Benommenheit oder Durchfall).

Das gilt es beim Pilzesammeln zu beachten

  • Nur so viele Pilze sammeln, wie man verwerten kann
  • Zu junge und zu alte Pilze stehen lassen; keine von Maden oder Schnecken angefressenen Pilze zerstören
  • Vorsichtig herausdrehen oder dicht über dem Boden abschneiden - nicht herausreißen!
  • Bereits am Fundort reinigen und in einem luftdurchlässigen Korb transportieren
  • Kühl und trocken aufbewahren und innerhalb von 24 Stunden verzehren
  • Keine rohen Speisepilze essen, keine zu üppigen Gerichte, nicht zu spät am Abend einnehmen

Bei folgenden Pilzen herrscht Verwechslungsgefahr:

Zum Verzehr geeignet: Pfifferling

Pfifferlinge können von Juni bis Oktober gefunden werden

Der bekannteste und vielleicht beliebteste Vertreter der hiesigen Speisepilze: Cantharellus cibarius. Milder Geschmack, aromatischer Geruch, zu finden auf moosreichen Böden in schattigen Laub- und Nadelwäldern. Mal blass weißlich-gelb, manchmal in kräftigem goldgelb.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Falscher Pfifferling

Hygrophoropsis aurantiaca

Der Name „falscher Pfifferling“ verrät es bereits: Dieses Exemplar ist dem Pfifferling zum Verwechseln ähnlich. Ihm fehlen der aromatische Geschmack und Geruch, außerdem sind seine Lamellen regelmäßiger gegabelt, als bei seinem leckeren Doppelgänger. Verirrt sich ein einzelner Gabelblättling, wie der Pilz auch heißt, in die Pfanne, ist das nicht weiter problematisch. Verzehrt man zu viele von ihnen, kann das jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden führen.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Spitzgebuckelter Raukopf

Achtung: Cortinarius speciosissimus ist sehr giftig

Der junge Spitzgebuckelte Raukopf sieht Pfifferlingen sehr ähnlich. Wer Pilze sammeln möchte, muss ihn kennen. Mit einer Latenzzeit von zwei Wochen ist er besonders gefährlich, der Verzehr kann tödlich enden: Sein Gift greift Leber und Nieren an. Sein Hut ist typischerweise leuchtend orangebraun, die Oberfläche feinfilzig.

Zum Verzehr geeignet: Flockenstieliger Hexenröhrling

Der Name mag abschreckend klingen, trotzdem ist der Flockenstielige Hexenröhrling sehr lecker

Rote Röhre, roter Stiel, gelbes Fleisch, das sich nach dem Abschneiden stark blau verfärbt: Der Boletus erythropus oder auch Schusterpilz teilt sich seinen Standort gerne mit dem Steinpilz und wächst in der Nähe von Eichen, Fichten oder Rotbuchen.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Satansröhrling

Nicht zu empfehlen: Der Satansröhrling

Eine Geschmacksprobe hilft hier nicht weiter: Der Satansröhrling sieht dem Hexenröhrling sehr ähnlich. Beim Abschneiden verfärbt er sich, anders als sein Doppelgänger, nur schwach blau. Der Verzehr kann bereits nach etwa fünfzehn Minuten zu starkem Brechdurchfall führen, tödlich ist er jedoch nicht.

Zum Verzehr geeignet: Safran-Riesenschirmling

Der Safran-Riesenschirmling lässt sich zwischen August und November sammeln

Schneidet man den Pilz an, verfärbt er sich sofort safranfarben. Er hat keine besonderen Ansprüche an seinen Boden und ist ein sehr genügsames Gewächs, das sich in Nadel- und Mischwäldern finden lässt. Der Ring ist nicht mit seinem Stiel verwachsen und lässt sich leicht lösen.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Spitzschuppiger Schirmling

Ungenießbar: Der Spitzschuppige Schirmling

Dem Safran-Riesenschirmling zum Verwechseln ähnlich, aber gar nicht lecker und ein wenig giftig. Anders als bei seinem Doppelgänger lässt sich der Ring nicht lösen und ist fest verwachsen. Außerdem ist der unangenehme Geruch des Lepiota aspera ein eindeutig abschreckendes Signal, ihn im Wald zurückzulassen.

Zum Verzehr geeignet: Maipilz

Zwischen April und Juni kann man Calocybe gambosa finden

Der Maipilz wächst jedes Jahr am selben Standort. Pilzsammler sollten sich diesen also merken, ist er doch ein kompakter, wohlschmeckender Speisepilz. Der Geruch ist mehlig, der Geschmack einmalig.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Ziegelroter Risspilz

Hochgiftig: Ziegelroter Risspilz

Finger weg vom Ziegelroten Risspilz! Sein Hut ist kegelförmiger als beim ähnlich aussehenden Maipilz. Auch fehlt der mehlige Geruch. Lässt man die Hüte eine Weile liegen, verfärben sie sich ziegelrot.

Zum Verzehr geeignet: Frauentäubling

Lecker und ergiebig: Der Frauentäubling

Von Juli bis Oktober lässt sich in Laub- und Nadelwäldern lässt sich unter Buchen und Eichen der Frauentäubling finden. Sein Fleisch ist weiß, der Geschmack mild.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Grüner Knollenblätterpilz

Der Knollenblätterpilz kann tödlich sein

Erbrechen, Durchfall, starke Bauchschmerzen: einer der gefährlichsten Pilze ist der Grüne Knollenblätterpilz. Die Vergiftung wird oft zu spät erkannt, da er eine Latenzzeit von 4 bis 16 Stunden hat. Er zerstört die Leber und der Verzehr kann tödlich enden.

Zum Verzehr geeignet: Wiesenchampignon

Schmackhaft: Der Wiesenchampignon

Von Juni bis Oktober lässt sich der Champignon auf Wiesen und Weiden finden. Der Hut ist drei bis zehn Zentimeter breit, reinweiß, wie sein Fleisch. Er hat nur wenig Eigengeruch, aber kräftigen Geschmack.

Vorsicht, gefährlicher Doppelgänger: Kegelhütiger Knollenblätterpilz

Finger weg vom Kegelhütigen Knollenblätterpilz

Wie beim Grünen Knollenblätterpilz auch ist der Verzehr des Kegelhütigen Knollenblätterpilzes unter Umständen tödlich. Junge Exemplare, deren Hut noch geschlossen ist, sehen Wiesenchampignons gefährlich ähnlich. Auch hier liegt die Latenzzeit bei 4 bis 16 Stunden und eine Vergiftung wird oft zu spät bemerkt.

Giftnotruf München

Abteilung für Klinische Toxikologie und Giftnotruf München,
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Notruf: 089 192 40
Telefax: 089 414 047 89
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