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Ostereier und Butter werden teurer: Milch „wird richtig knapp“

Collage aus bunten Ostereiern, aufgeschnittener Butter und Milch in Glas und Karaffe
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Die Preise für Ostereier, Milch und Butter ziehen kräftig an zu Ostern 2022.

Das Osterfest könnte in diesem Jahr deutlich teurer ausfallen. Denn die Preise für Ostereier, aber auch für Milch und Butter ziehen in den Supermärkten kräftig an.

Vor Ostern 2022 müssen Verbraucher für Ostereier tiefer in die Tasche greifen. Auch Butter und andere Milchprodukte sind deutlich teurer geworden und haben einen deutlichen Sprung gemacht. Trotz des kleinen Preis-Schocks ist mit einem Engpass bei Ostereiern allerdings nicht zu rechnen, da die Eier-Regale in deutschen Supermärkten nicht leer bleiben werden. 

Auch auf dem europäischen Markt dürfte es nicht zu Engpässen kommen, da die EU Nettoexporteur von Eiern ist. Das glaubt jedenfalls Margit Beck von der Marktinfo Eier & Geflügel in Bonn, eine der führenden Fachfrauen in Deutschland bei Fragen, die sich ums Ei drehen.

Auch wenn die Ostereier teurer werden, sind Hamsterkäufe für Ostern 2022 ebenso wenig nötig, wie sich mit Osterschokolade eindecken zu müssen. Denn trotz des Überraschungseier-Rückrufs von Ferrero sowie anderen „Kinder“-Produkten wird es auch hier vor den Osterfeiertagen an nichts fehlen.

Futtermittel- und Energiepreise tragen ebenso zum Preisanstieg bei wie ein neues Verbot

Über Jahrzehnte zeichneten sich Eier dadurch aus, dass sie bei der Inflation förmlich außen vor waren, sodass auch Ostereier nie teurer wurden. Doch das war einmal. Zum Vergleich: Im Schnitt des Jahres 2021 kosteten zehn Bodenhaltungseier auf Ladenstufe 1,55 Euro, wie Eiermarkt-Analystin Beck gegenüber der dpa erklärt. 2020 waren es noch 1,36 Euro, also fast 20 Cent günstiger.

Der Grund, weshalb Eier im Allgemeinen und damit auch Ostereier teurer werden, ist durch steigende Futtermittel- und Energiepreise bedingt. Darüber hinaus trägt auch ein neues Tierschutzgesetz seinen Teil dazu bei, dass Ostereier 2022 teurer werden. Denn seit dem 1. Januar 2022 gilt in Deutschland das Verbot der Tötung männlicher Küken, auch deshalb ziehen Kosten für die Hühnerhaltung an, was sich eben auch im Preis für Ostereier niederschlägt.

Über Jahrzehnte wurden männliche Küken von Legehennen nach dem Schlüpfen getötet. Nun müssen die Betriebe die Wahl treffen, die Eier männlicher Embryonen entweder durch Geschlechtsbestimmung auszusortieren oder die Hähne aufzuziehen.

Verbot trifft vor allem kleinere Brütereien in Deutschland

„Durch das rein nationale Verbot sind die vielen kleineren Brütereien in Deutschland massiv betroffen“, sagt ein Sprecher der Deutschen Geflügelwirtschaft in Berlin. „Durch die deutlich höheren Erzeugungskosten für Küken und Junghennen können diese nicht mehr eine wirtschaftlich tragfähige Geschäftstätigkeit ausüben.“ Gleichzeitig sei für große international agierende Brütereien ein Anreiz geschaffen worden, „ihr Brutgeschäft ins Ausland zu verlagern.“

Wie viele Eier die Bewohner der Bundesrepublik zu Ostern verzehren, wird nicht genau gezählt. Keinen Zweifel gibt es jedoch, dass sowohl Eierproduktion als auch Eierkonsum in Deutschland langfristig gestiegen sind, wenn auch nicht kontinuierlich. Im vergangenen Jahr wurden laut Marktinfo Eier & Geflügel in Deutschland knapp 14,6 Milliarden Eier gelegt, 2015 waren es 12,9 Milliarden.

Eierproduktion und Eierkonsum sind nicht deckungsgleich, da zwar die EU als Ganzes mehr Eier produziert als verbraucht, Deutschland aber Importland ist. 2021 belief sich der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch auf 238 Stück. „Das waren zwar 4 Eier weniger als 2020, aber immer noch 3 Eier mehr, als im Jahr 2019 pro Einwohner in Deutschland verbraucht wurden“, sagt der Sprecher der Geflügelwirtschaft.

Nicht nur Ostereier - Preisschock auch bei Butter

Nach den jüngsten Preiserhöhungen dürften nach Einschätzung der Molkereiwirtschaft Milchprodukte wie Butter noch teurer werden. „Die Preise steigen in einem Ausmaß, das habe ich noch nicht erlebt“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, Eckhard Heuser, der Mitteldeutschen Zeitung

Die günstigste 250-Gramm-Packung Markenbutter kostet laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) derzeit 2,09 Euro, das sind 44 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. „Ich gehe davon aus, dass der Preis weiter steigt“, sagte Heuser. Der Liter H-Milch koste 0,98 Cent. Heuser erwartet Preise von mehr als einem Euro in den kommenden Monaten.

Auch Milchprodukte werden teurer: Milch „wird richtig knapp“

Gründe für die Preiserhöhungen sind gestiegene Produktionskosten bei den Landwirten für Futtermittel, Dünger und Kraftstoff. Hinzu kommt nach Angaben von Heuser: „Die Milch wird richtig knapp.“ Die Milchmenge sei insgesamt durch Futtermittel-Knappheit und Produktionsaufgaben, die auch eine Folge des Ukraine-Kriegs ist, bei Betrieben gesunken

Bauern erhielten derzeit im Bundesschnitt 43 Cent je Liter Milch. Einige Molkereien in Deutschland zahlen laut Heuser aber bereits 48 Cent.

Für Schokoladenhersteller ist Ostern noch wichtiger als Weihnachten

Für Schokoladenhersteller ist Ostern sogar wichtiger als Weihnachten. „Dies liegt insbesondere daran, dass der Schokohase „weniger Konkurrenz“ hat, erklärte eine Sprecherin des Bundesverbands der Süßwarenindustrie der dpa. „In der Vorweihnachtszeit sind neben dem Schoko-Nikolaus traditionelle feine Backwaren wie Spekulatius, Lebkuchen, Dominosteine und Zimtsterne sehr beliebt.“ Da es keine vergleichbare Fülle an Ostergebäck gibt, bleibt abgesehen von den teureren Ostereiern mehr Platz für Schokolade – auch in diesem Jahr an Ostern 2022.

Anders als der Eierverzehr ist der Schokoladeverbrauch in Deutschland laut Süßwarenverband langfristig nicht sehr gestiegen - im Zehn-Jahres-Vergleich «weitgehend stabil», wie die Sprecherin sagt. Ähnlich wie der Eierkonsum schwankt auch der deutsche Schokoverzehr von Jahr zu Jahr, 2021 waren es 9,56 Kilogramm pro Kopf, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Schuld ist das Wetter: „Ist ein Sommer sehr heiß, wird tendenziell mehr Eis als Schokolade verzehrt - und umgekehrt“, sagt die Sprecherin.

ID/red

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