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Kritik von Grünen-Politikerin

„Diese Werbung macht mich sprachlos“: Rewe-Prospekt sorgt für Aufregung

Schild eines Rewe-Marktes.
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Im aktuellen Rewe-Prospekt werden Lebensmittel für den Schulstart beworben. Die gezeigten Produkte sorgen bei der Kundschaft jedoch für Empörung. (Symbolbild)

Die Supermarkt-Kette Rewe erhält derzeit Kritik von Verbrauchern. Besonders auf Social-Media-Kanälen wird Unmut über das aktuelle Werbeprospekt laut.

Kassel – Mit Nordrhein-Westfalen startet diese Woche das erste Bundesland in Deutschland in das neue Schuljahr. Passend dazu wirbt Rewe im aktuellen Prospekt mit „Leckeren Begleitern für den Schulalltag“. Was jedoch auf den Seiten beworben wird, sorgt nicht nur bei der Kundschaft für Empörung.

Neben diversen Chips- und Schoko-Produkten gibt es bei Rewe aktuell auch einige verschiedene Keks-Variationen und Traubenzucker-Artikel im Angebot. Diese Produkte werden im aktuellen Rewe-Prospekt als „Leckere Begleiter für den Schulalltag“ präsentiert. Die Verbraucherzentrale Bayern machte darüber jetzt ihren Unmut deutlich. In die Kritik stimmt auch Grünen-Politikerin Renate Künast ein.

Kritik an Rewe-Prospekt: Verbraucherzentrale Bayern zeigt sich empört

Auf verschiedenen Social-Media-Plattformen wird über das aktuelle Rewe-Prospekt und die darin beworbenen Lebensmittel für den Schulstart diskutiert. Die Verbraucherzentrale Bayern hat ihre Kritik bei Twitter geteilt: „Ihr wisst es doch besser. Auf Eurer Website stehen viele gute Dinge über ausgewogene Kinderernährung. Diese Lebensmittel sollen „Begleiter für den Schulalltag“ sein? Hier scheinen bei der Auswahl eher die Werbeeinnahmen ausschlaggebend zu sein.“ Mit „#Zucker“ will die Verbraucherzentrale Bayern zusätzlich auf die Problematik aufmerksam machen.

Schnell schlank und fit: Acht gesunde Zuckeralternativen

Reissirup auf einem Löffel
Die wenigsten kennen ihn, doch Veganer schätzen ihn schon seit langem: den Reissirup. Auf den ersten Blick hat er die gleiche Konsistenz und Farbe wie Honig, doch er ist transparenter. Dennoch kann man mit Reissirup sein Frühstück aufpeppen. Er süßt zwar etwas weniger als Haushaltszucker, hat dafür aber einen leicht karamellartigen Geschmack. Zudem enthält er viele Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen oder Kalzium und hält dank seiner Mehrfachzucker den Zuckerausstoß gering. © J. Pfeiffer/Imago
Kokosblütenzucker in Schale und Kokosnuss
Kokosblütenzucker, auch Kokos- oder Palmzucker genannt, ist dank seines niedrigen glykämischen Index bereits ein Star in der veganen und der Paleo-Community. Deshalb wird er besonders bei Diabetes, hohem Blutdruck oder Herzerkrankungen empfohlen. Der Kokoszucker wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt und ist ebenfalls reich an diversen Mineralstoffen. Dennoch schmeckt er nicht nach Kokos, sondern hat ebenfalls eine karamellige Note. Man kann ihn 1:1 wie braunen Zucker verwenden. © J. Pfeiffer/Imago
Ahornsirup auf Waffel
Wer schon einmal in den USA oder Kanada war, kennt ihn meist auf Pancakes zum Frühstück: den Ahornsirup. Als gesunde Alternative ist er bei Veganern sehr beliebt. Er wird aus kanadischen Ahornbäumen gewonnen und als Saft eingekocht. Er gilt als natürliches Süßungsmittel und ist in verschiedenen Qualitätsgraden (AA, A, B, C, D) erhältlich. Auch Ahornsirup wird für seine vielen Mineralstoffe und Spurenelemente geschätzt. Zudem sollen darin befindliche Substanzen antioxidativ und entzündungshemmend wirken. © Kia Cheng Boon/Imago
Birkenzucker in Schale und Löffel
Xylit wurde ursprünglich aus Birkenholz gewonnen, deshalb ist er auch als Birkenzucker bekannt. Wie die Krankenkasse AOK weiter informiert, wird er heute allerdings aus Maiskolbenresten, Stroh oder anderen Hölzern hergestellt. Der Zuckeralkohol hat deutlich weniger Kalorien als Zucker. © J. Pfeiffer/Imago
Birkenzucker in Schale und Löffel
Neben Xylit gehört auch Erythrit zu den Zuckeralkoholen und wird als Zuckeraustauschstoff verwendet. Er sieht dem Haushaltszucker ebenfalls gleich und schmeckt süß. Er kommt in natürlicher Form in Käse, Mais oder Obst vor und wird durch Fermentation gewonnen. Erythrit enthält ebenfalls kaum Kalorien und beeinflusst nicht den Blutzucker- oder Insulinspiegel. Daher wird er bei Diabetes oder Übergewicht empfohlen. Allerdings süßt er nicht so stark wie Xylit oder normaler Haushaltszucker. © J. Pfeiffer/Imago
Gesundes Frühstück, Müslischüssel mit Obst
Agavensirup ist ein Süßungsmittel, das aus der Agavenpflanze gewonnen wird. Hier gilt wie bei Apfeldicksaft: Sie sollten das Produkt in Maßen genießen, weil es hauptsächlich aus Fruchtzucker besteht. Agavensirup hat aber weniger Kalorien als Zucker, was ihn zum besseren Diät-Begleiter macht. Auch für die Umwelt ist der Kauf von Agavendicksaft eher schädlich, auch wegen der langen Transportwege. Sie wollen nicht auf Agavensirup verzichten? Greifen Sie in dem Fall am besten zum Bio-Produkt.  © Imago
Griechischer Joghurt mit frischen Früchten steht neben einem Glas voller Honig
Honig gilt seit Menschengedenken als wertvolles Nahrungs- und Heilmittel. Er wird von Bienen aus gesammeltem Nektar von Blüten oder durch Ausscheidungsprodukte verschiedener Läusearten, dem sogenannten Honigtau, produziert. Honig besteht zu 80 Prozent aus reinem Zucker. Heutzutage wird er als Süßungsmittel genutzt und seit der Antike für seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung bei diversen Erkrankungen gerühmt. © Imago
Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana (auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" genannt) gewonnen und ist ebenfalls ein natürlicher und beliebter Süßstoff. Er besteht großteils aus den sogenannten Stevioglycosiden und hat weder Kalorien noch Zucker. Daher ist Stevia bei Diabetes, Insulinresistenz und sogar zur Kariesprophylaxe geeignet. Doch Vorsicht: Der Süßstoff ist bis zu 300 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker.
Stevia wird aus der südamerikanischen Pflanze Stevia rebaudiana (auch "Süßkraut" oder "Honigkraut" genannt) gewonnen und ist ebenfalls ein natürlicher und beliebter Süßstoff. Er besteht großteils aus den sogenannten Stevioglycosiden und hat weder Kalorien noch Zucker. Daher ist Stevia bei Diabetes, Insulinresistenz und sogar zur Kariesprophylaxe geeignet. Doch Vorsicht: Der Süßstoff ist bis zu 300 Mal süßer als herkömmlicher Haushaltszucker. © Marijan Murat/dpa

Die Rewe-Kundschaft sieht das ähnlich und stimmt mit zahlreichen Kommentaren zu. „Fehlen noch Energy Drinks“, schreibt eine Twitter-Userin. Eine andere Nutzerin schreibt: „Diese Sammlung als Werbung für Mitgebsel in die Schule macht mich schon sprachlos. Wer hat das denn im Unternehmen zusammengestellt??“. Eine weitere Userin schreibt erbost: „Zucker, Fett, viele Farbstoffe, und eine grellbunte Verpackung, die soll wohl vom Inhalt ablenken. Das macht so wütend, da wird über gesunde Ernährung geredet und dann sowas! Schämt euch!“

Erst kürzlich machte der Supermarkt-Riese Schlagzeilen. Rewe hatte angekündigt, den Druck und die Verteilung der wöchentlichen Prospekte einzustellen.

Rewe-Prospekt: Grünen-Politikerin Renate Künast äußert Kritik

Auf den Twitter-Beitrag der Verbraucherzentrale Bayern zum aktuellen Rewe-Prospekt nahm auch Grünen-Politikerin Renate Künast Stellung. Ebenfalls bei Twitter schrieb die frühere Bundesministerin für Ernährung und Verbraucherschutz: „Außer dem Käse-Gurkenbrot links oben, das allerdings nicht zum Verkauf angeboten wird, ist nichts davon Nahrungsmittel für den Schulalltag“.

Auch auf der Website Reddit wird über das aktuelle Rewe-Prospekt diskutiert. „Da geht es darum, das Kind so günstig wie möglich satt/zufrieden zu kriegen und dann wird bei solchen Produkten eben zugegriffen“, heißt es in dem Kommentar eines Nutzenden. In einem weiteren Kommentar wird Bezug auf die Bebilderung des Rewe-Prospektes genommen: „Finde die viel größere Ironie, dass auf dem Bild oben links einfach Gemüse drauf ist, aber nichts davon folgend aufgelistet.“

Im aktuellen Rewe-Prospekt werden Lebensmittel für den Schulstart beworben. Die gezeigten Produkte sorgen bei der Kundschaft jedoch für Empörung.

Einige Nutzende wiesen jedoch auch auf einen anderen Aspekt hin und verteidigen die aktuelle Rewe-Werbung: „Da steht „Leckere“ und nicht „Ausgewogene“ in der Überschrift“, heißt es in einem Twitter-Kommentar unter dem Beitrag der Verbraucherzentrale Bayern. Ein anderer Nutzer weist darauf hin, dass es sich „hier um einen WERBEprospekt für Lebensmittel handelt und nicht um ein edukativen Prospekt zur gesunden Kinderernährung“. (Helena Gries)

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