Wander-Tipp: Von der Schönecker Straße auf den Zinnkopf

Wo sich Weiße und Rote Traun vereinigen

Siegsdorf – Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es von Siegsdorf auf den Zinnkopf.

Wie ein Vulkankegel steht der Zinnkopf zwischen den Unterläufen der Roten und der Weißen Traun. Aber keine Angst, die nächsten Feuerspucker sind erst wieder in Süditalien zu finden. Der Zinnkopf ist ein komplett harmloser Berg, der nicht einmal groß Trittsicherheit erfordert. Ein Berg für alle also, der zudem derhöchste Punkt der Gemeinde Siegsdorf ist.


Die Wanderung im Überblick

Berg/Gipfel: Zinnkopf, Chiemgauer Alpen, 1.228 Meter

Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Kleiner Parkplatz kurz vor Ende der Schönecker Straße (Durchfahrt verboten-Schild), 83313 Siegsdorf, kostenlos


Gehzeit: Eineinhalb bis zweieinhalb Stunden

Schwierigkeit: Einfach

"Welcome in the lonely forest"

Einkehrmöglichkeiten: Lechner-Alm, 793 Meter, fünf Minuten von der Aufstiegsroute entfernt

Wann sollte man aufpassen? Überall in der Nähe der fließenden Gewässer können sich die gefährdeten Feuersalamander aufhalten. Darum sollte wirklich auf dem Weg geblieben und Tiere angeleint werden.

Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Weder übermäßig lang ist die Tour, noch muss man großartig trittsicher sein. Der perfekte Berg für Anfänger also!

Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Auch für Familien ist der Zinnkopf geeignet, befinden sich geschätzt über 90% des Weges im schattigen Bergwald.

Für Hunde geeignet? 5/5: Weder riesige Trittstufen, noch sonstige Gefährdungen gibt es für Hunde im Zinnkopf-Gebiet. Allerdings sollten sie aus Respekt vor der hiesigen Fauna angeleint werden.

Lohnt der Gipfel-Ausblick? 2/5: Der Ausblick vom Gipfel ist durch den Baumbewuchs hingegen eher bescheiden. Zwar sind Chiem- und Tachinger/Waginger See sowie Traunstein, Hochberg und Teile der Loferer Steinberge zu sehen, Alles in Allem gibt es weit aussichtsreichere Berge. Aber immerhin: bei klarer Sicht ist auch der südliche Bayerische Wald zu sehen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Ein Berg für alle: Von klein bis groß, von Jung bis alt, mit Haustier oder ohne, auf zwei Rädern oder zu Fuß, der Zinnkopf kann auf nahezu jede erdenkliche Art und Weise bestiegen werden!

Ein schattiges Fleckerl: Der mit Abstand größte Teil des Weges verläuft durch den Wald. So kommt man besonders im Sommer weniger ins Schwitzen als auf den Nachbarbergen.

Als Feierabendtour geeignet: Auch wenn die Zeitangaben auf den Wegweisern irreführend sind, so braucht man als sportlicher Geher nur eineinviertel bis eineinhalb Stunden hoch und kann den Berg auch nach Feierabend besteigen.

On y va!

Wir starten an der Rechtskurve, die kurz danach an den Höfen endet. Auf dem breiten Forstweg hören wir das Rauschen des Baches rechts, dessen Verlauf wir ein wenig folgen werden. Nachdem wir den Bach durch die Brücke überquert haben, schlängeln wir uns mäßig steil weiter hinauf. Mehrmals gabelt sich der Weg, doch durch die gute Beschilderung können wir uns nie verlaufen. Lediglich die Zeitangaben sind irreführend: Stehen am Startpunkt noch zwei Stunden angeschrieben, sind es eine gute halbe Stunde später plötzlich zweieinviertel. Als wären Zeitreisen möglich. 

Durch dichten Wald auf den Zinnkopf bei Siegsdorf

Der Zinnkopf vom Traunreuter Ortsteil Frühling aus. © Simon Schmalzgruber
Zwei Stunden soll es hier laut Wegweiser bis zum Gipfel dauern. © Simon Schmalzgruber
Kurz vor Ende der Schönecker Straße geht's auf diesem Parkplatz los... © Simon Schmalzgruber
...und bald überqueren wir auf der Brücke den Bach. © Simon Schmalzgruber
Wir folgen dem Mountainbiker. © Simon Schmalzgruber
Hier halten wir uns rechts. © Simon Schmalzgruber
Auch hier folgen wir dem breiten Forstweg. © Simon Schmalzgruber
Mäßig steil geht es hinauf... © Simon Schmalzgruber
...und plötzlich zeigt der Wegweiser zweieinviertel Stunden an. "Am I a joke to you?" © Simon Schmalzgruber
Links gehts zur Lechner-Alm, geradeaus nach Hammer, wir folgen aber den Mountainbikern rechts... © Simon Schmalzgruber
...zumindest kurz, denn kurz nach dem Abbiegen gehen wir nochmal nach rechts und nehmen den "roten" Zinnkopf-Steig. © Simon Schmalzgruber
Über eine kleine Mulde tauchen wir nun so richtig in den Wald ein. © Simon Schmalzgruber
Trotz Unwetterschäden können wir uns dank der Markierungspunkte gut orientieren. © Simon Schmalzgruber
"Welcom in the lonely forest!" © Simon Schmalzgruber
Kurz befinden wir uns auf dem Forstweg... © Simon Schmalzgruber
...ehe wir über diese Treppe wieder auf den Steig wechseln. © Simon Schmalzgruber
Schon hier ist zu erkennen, dass hier der Weg deutlich ansteilt. © Simon Schmalzgruber
50 Minuten noch... © Simon Schmalzgruber
...und es geht zünftig bergauf! © Simon Schmalzgruber
Einmal nach rechts... © Simon Schmalzgruber
...und der Weg wird zum Schluss ziemlich schmal. © Simon Schmalzgruber
Letzte Reste des Winters kurz vor dem Gipfel. © Simon Schmalzgruber
In nicht einmal mehr fünf Minuten haben wir unser Ziel erreicht! © Simon Schmalzgruber
Berg Heil! © Simon Schmalzgruber
Wir blicken zum Chiemsee... © Simon Schmalzgruber
...mit der A8 (von links nach rechts), der Herren-, der Kraut- und der Fraueninsel. © Simon Schmalzgruber
Mit dem Tachinger See ist ein weiterer See zu erkennen. © Simon Schmalzgruber
Der Gipfelaufbau des Rauschbergs zeigt sich von hier ein wenig. © Simon Schmalzgruber
Besser zu sehen ist wiederum der Hochberg mit der Großen Kreisstadt Traunstein direkt dahinter. © Simon Schmalzgruber
Zu guter Letzt... © Simon Schmalzgruber
...sind auch Teile der Loferer Steinberge zu sehen. © Simon Schmalzgruber

Davon unbeirrt setzen wir unseren Weg fort und nach einer Dreiviertelstunde stehen wir an einer großen Kreuzung: Links können wir einen kurzen Abstecher zur Lechner-Alm machen, geradeaus geht es weiter nach Hammer und rechts befindet sich unser weiterer Anstiegsweg. Dort können wir wiederum entscheiden, ob wir den Forstweg weitergehen („blau“) oder doch lieber ein bisschen Abwechslung ins Spiel bringen und den Zinnkopf-Steig („rot“) nehmen. Wir schlagen den roten Weg ein und der Weg wir schlagartig schmäler und wir tauchen nun so richtig in den Wald ein. An umgefallenen Bäumen, teilweise durch Unwetter, teilweise durch Forstarbeiten verursacht, gehen wir auf dem mitunter recht matschigen Weg weiter in Richtung Ziel. Durch die Markierungen und den ausgetretenen Pfad können wir uns aber auch hier recht schlecht verlaufen. 

Nach gut 30 Minuten im Wald betreten wir kurz wieder den Forstweg, ehe es über eine kleine Treppe und ein Abflussrohr aus Beton wiederum in den Wald geht. Es wird matschiger und langsam, aber sicher auch steiler. Zweimal kreuzen wir den Forstweg und kurz darauf müssen wir das steilste Stück der Tour meistern, das aber offensichtlich trotzdem mit Traktoren befahren werden kann. Blicken wir zurück, werden erste vereinzelte Blicke ins Alpenvorland möglich. In einem stets steigenden Linksbogen geht es hoch und bald schon lassen die Wegweiser Hoffnung verlautbaren: aus 50 Minuten werden schnell 30, dann 20, dann zehn. Das letzte Stück ist ein wenig abschüssig, aber solange man auf dem Weg bleibt, auch wenig problemlos. Kurz unter dem Gipfel klammert sich der Winter noch mit einem letzten Schneefeld verzweifelt fest. Dies passiert, kommen wir sobald auf eine Lichtung, d ie in der Mitte von zwei Bäumen sowie dem Gipfelkreuz gekrönt wird. Berg Heil! Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Simon Schmalzgruber



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