Wander-Tipp: In ein stilles Eck der Kitzbüheler Alpen

Los geht's! Auf den Roßgruberkogel!

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Unscheinbar neben Großem (Mitte) und Kleinem Rettenstein (rechts) liegt der Roßgruberkogel.

Pass Thurn – Hahnenkamm, Rettenstein, Hohe Salve, Kitzbüheler Horn, vier der bekannteren Gipfel der Kitzbüheler Alpen. Roßgruberkogel? Noch nie gehört. Aber eigentlich ist er zu Unrecht unbekannt, denn sein grandioses Panorama beweist das Gegenteil. Unser Wander-Tipp für diesen Freitag:

So unbekannt wie er ist, so unscheinbar versteckt er sich inmitten der Kitzbüheler Alpen. Zwischen den sanften, fast schon mittelgebirgsartigen Zweitausendern zieht vor allem der so ganz und gar nicht zur Landschaft passende Rettenstein alle Blicke auf sich. 

Und dennoch sind es auch die anderen Berge wert, bestiegen zu werden. Dieses Mal nehmen wir uns den Roßgruberkogel vor:

Die Wanderung im Überblick

  • Berg/Gipfel: Roßgruberkogel, Kitzbüheler Alpen, 2.156m
  • Höhenmeter der Wanderung : 1.170m 
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Pass Thurn, kleiner und kostenfreier Parkplatz gegenüber vom Hotel an der Passhöhe. 
  • Gehzeit: 3 1⁄2 Stunden hinauf, 2 3⁄4 hinab. 
  • Schwierigkeit: Lediglich ein wenig Trittsicherheit muss beim Gipfelsturm vorhanden sein, sonst technisch unschwierige Tour. Wem der Aufstieg zum Gipfel aber zu unsicher erscheint, kann bereits am Zweitausender (2.005m) einen Schlussstrich ziehen.
  • Einkehrmöglichkeiten: Panoramaalm, Moseralm, Restaurant Sunnseit an der Mittelstation. 
  • Wann sollte man aufpassen? Beim Gipfelsturm und beim regen Seilbahnverkehr.
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 3/5 Punkte: technisch unschwierige, aber längere Tour, für die man schon Kondition benötigt.
  • F ür Familien mit Kindern geeignet? 4/5: Bei Kindern dasselbe: sollten sie schon längere Touren mitgegangen sein, wird die Tour zu einem tollen Erlebnis!
  • Für Hunde geeignet? 4/5: da kaum steilere Stücke vorhanden sind, ist der Berg fast schon ideal, vielleicht der erste Zweitausender für den pelzigen Begleiter zu werden. Im Gipfelbereich allerdings aufpassen!
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Fast überall in den Kitzbüheler Alpen scheinen dem Bergfreund die gletschergepanzerten Gipfel der Hohen Tauern zu Füßen zu liegen. So auch am Roßgruberkogel.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

  • Das Panorama: Nicht nur die Hohen Tauern sind zum Greifen nah, auch die Zillertaler Alpen. Dazu kommen freilich die Kitzbüheler Alpen, der Wilde Kaiser, der Hochkönig und ein schöner Blick ins Salzachtal.
  • Das kulinarische Angebot: Für den Wanderer, der sich unterwegs gerne verköstigt oder nach der Tour mit einem Kaiserschmarrn belohnen will, ist die erschlossene Welt der Kitzbüheler Alpen fast schon ideal: drei Gasthäuser säumen den Aufstiegsweg.
  • Ruhe und Einsamkeit: Im Gegensatz zu den viel frequentierten Wegen an den Seilbahnstationen, kann man am Gipfel in aller Ruhe den tollen Ausblick genießen.
Ebenfalls nicht weit weg: Der Alpenhauptkamm.

Wir starten am Pass Thurn, auf der Grenze zwischen Salzburg und Tirol. Dort weist uns ein Schild in einen kleinen Waldweg. Kaum betreten, geht es schon recht steil zur Sache: die kommende Dreiviertelstunde winden wir uns durch den Wald, bis ein Schutzhaus erreicht ist. Hier kann es mitunter recht feucht sein und die Tour zu einer matschigen Angelegenheit werden. Nun gehen wir durch Almwiesen, bis eine Dreiviertelstunde später schon die Bergstation der Resterhöhe auf 1.894 Metern erreicht ist.

Ab hier wird die Tour zum Genuss: zwischen Salzachtal im Süden und Leukental im Norden gehen wir auf unser nun sichtbar gewordenes Ziel zu. Immer wieder schweift der Blick zu den weißen Riesen der Tauern und des Zillertals und verführen uns zu einer Rast. Aber: den besten Blick hat man immer noch vom Gipfel! Nach einer Viertelstunde erreichen wir den Panoramasee, den wir links oder rechts liegen lassen können

Danach halten wir uns am besten bei der Weggabelung links, denn dieser Weg ist sowohl der kürzeste, als auch der aussichtsreichste. Über Hanglhöhe geht es zum Tanztörl weiter zur Hartkaserhöhe. Dort liegt auch die Panoramaalm, der wir jetzt oder nach der Tour einen Besuch abstatten können. 

Ein toller Blick aufs Salzachtal und die Glocknergruppe...

Und nun werden unsere Beine wenig beansprucht, wir wandern schon fast ohne Steigung weiter gen Roßgruberkogel. An der Bergstation der Doppelsesselbahn Zweitausender können wir uns entscheiden. Wollen wir einen kurzen Abstecher machen, können wir den 2.005 Meter hohen Zweitausender mitnehmen. Wenn wir uns aber dagegen entscheiden, steigen wir gleich einen Sattel hinab und gelangen endlich an den Fuß unseres heutigen Zieles. Nun müssen wir nochmal alle Kräfte für die finalen 200 Höhenmeter bündeln: auf einem Pfad übersteigen wir erst einen Zaun und folgen diesem. 

Erst wird eine Vorkuppe erreicht, dann geht’s rechts durch eine kleine Senke über den am Schluss steilen und schmalen Südostgrat zum Gipfel. Nachdem uns ein paar Seilsicherungen geholfen haben, stehen wir auf 2.156 Metern Höhe! 

Die Aussicht auf unzählige Gipfel, mit und ohne Gletscher, überwältigt uns: bei schönerem Wetter sind sogar der weit entfernte Hochgolling in den Niederen Tauern oder der Wendelstein zu sehen. Der Abstieg erfolgt wie der Aufstieg.

Unscheinbar gelegen, aber mit spektakulärem Ausblick 

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de

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