Wander-Tipp: Auf Kufsteins Hausberg

Gipfelglück hoch über dem Inn

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Das östliche Gipfelkreuz offenbart aber einen schöneren Blick!

Kufstein/Thiersee - Jeden Freitag lesen Sie hier unseren Wander-Tipp. Dieses Mal geht es auf den Kufsteiner Hausberg, den Pendling.

Wie ein schroffer Eckzahn präsentiert sich der Pendling von Kufstein aus. Als östlicher Eckpfeiler der Brandenberger Alpen, besser bekannt unter dem Namen Rofan, scheint er schier überwindbar. Man mag kaum glauben, dass man nordseitig gemütlich und kurz auf diese Aussichtskanzel hoch über dem Inntal steigen kann. Oben wartet neben einer möglichen Einkehr im Pendlinghaus eine Aussicht, die von den Chiemgauer Alpen und den Loferer Steinbergen im Westen, dem Karwendel im Osten bis zu den Eisriesen der Hohen Tauern und Zillertaler Alpen im Süden reicht.

Die Wanderung im Überblick

  • Berg/Gipfel: Pendling, Brandenberger Alpen (Rofan), 1563 Meter 
  • Höhenmeter der Wanderung: circa 690 Meter 
  • Wanderparkplatz/Adresse fürs Navi: Gasthof Schneeberg, Schneeberg 50, 6335 Thiersee, gebührenpflichtig (3 Euro; bei Einkehr im Gasthof kostenlos) 
  • Gehzeit: Eineinhalb bis zwei Stunden.
  • Schwierigkeit: Durch zwei verschiedene Routen zum Gipfel kann man zwischen leicht und mittelschwer wählen. 
  • Einkehrmöglichkeiten: Kala-Alm, 1370 Meter, Pendlinghaus, 1537 Meter, Gasthof Scheeberg, 950 Meter 
  • Wann sollte man aufpassen? Auf der schwierigeren Route liegt im Frühjahr noch viel Schnee – Wanderer, die sich in diesem Terrain nicht zurechtfinden können, sollten auf die längere, aber leichtere Route über die Rodelbahn ausweichen. Außerdem sollte man den südlichen Gipfelbereich wegen Absturzgefahr tunlichst meiden! 
  • Ist die Wanderung für Anfänger geeignet? 5/5 Punkte: Sofern die leichtere Route benutzt wird, läuft auch der Anfänger hier kaum Gefahr. 
  • Für Familien mit Kindern geeignet? 5/5: Der Weg der leichteren Route ist bis zur Kala-Alm asphaltiert, bis zum Gipfel mit einem breiten Fahrweg versehen, deswegen könnte die Route selbst mit dem Kinderwagen begangen werden! 
  • Für Hunde geeignet? 5/5: Auch Hundebesitzer finden mit dem Pendling ein einfaches, lohnendes Bergziel. 
  • Lohnt der Gipfel-Ausblick? 5/5: Der Tiefblick zum Inn gehört hier zu den eindrucksvollsten, stürzt der Berg doch fast senkrecht gen Süden ab. Und nicht nur die Tiefblicke zum Inn überzeugen, sondern auch der Blick hinüber zum Kaisergebirge und zu den Zentralalpen.

Drei Gründe, warum sich die Wanderung lohnt

Das östliche Gipfelkreuz offenbart aber einen schöneren Blick!

Die Aussicht: Großglockner, Großvenediger, Reichenspitze, nur drei der prominentesten Erhebungen, die man von hier sehen kann. Dazu ein traumhafter Tiefblick auf das untere Tiroler Inntal. Was will man mehr? 

Aufwand/Nutzen: Für geringen Aufwand einen aussichtsreichen Berg erwandern und sich auf der Hütte nahe des Gipfels mit einer Jausn belohnen – das gibt es nur selten! 

Abwechslung: Viele Wege führen auf den Gipfel. Sollte der Asphaltweg über die Rodelbahn zu öde werden, kann mehrmals auf den schwierigeren und ausgesetzteren „roten“ Weg gewechselt werden. Wer gleich ganz was anderes will, kann auch von Hinterthiersee über den Höhlenstein zum Gipfel.

Die Wanderroute

Wir starten am Gasthof Schneeberg. Mit Blick auf unser heutiges Ziel geht es auf dem Asphaltweg an einigen Häusern vorbei, ehe wir in den Wald eintauchen. Auch wenn es vielerlei Abkürzungen gibt, so können wir uns durch die gute Beschilderung des Weges schlecht verirren. 

Nach einer guten halben Stunde können wir uns entscheiden, ob wir den gemütlicheren, aber faderen Weg auf der Asphaltstrecke weitergehen oder ob wir auf den ausgesetzten „roten“ Steig gehen. Besonders im Frühjahr liegt hier aber noch viel Schnee, weswegen dieses Terrain geübteren Bergfreunden vorbehalten ist. Auf teilweise schmalem und rutschigem Weg schrauben wir uns den Berg hoch, nach einer guten laufen wir auf eine abschreckende, senkrechte Wand zu. Diese lassen wir aber links liegen und die ausgesetzte Passage ist überstanden! 

Eine Aussichtskanzel hoch über dem Inn

Wir starten am Gasthof Schneeberg auf circa 950 Metern Höhe. © Simon Schmalzgruber
Praktischer Hinweis für Hundebesitzer gleich am Start. © Simon Schmalzgruber
Wir gehen gerade über die Kreuzung... © Simon Schmalzgruber
...und tauchen in den Wald ein. © Simon Schmalzgruber
Circa 15 Minuten Aufstieg liegen schon hinter uns. © Simon Schmalzgruber
Wir können hier sowohl links als auch rechts gehen. © Simon Schmalzgruber
Nun haben wir die Wahl: links schwieriger, aber weniger frequentiert oder rechts und mehr Gegenverkehr. © Simon Schmalzgruber
Wir haben uns für den schwierigeren Weg entschieden: Der Komfort des Asphalts ist perdü, es wird holpriger, der erste Schnee liegt auf dem Weg. © Simon Schmalzgruber
Gut die Hälfte haben wir schon geschafft! © Simon Schmalzgruber
Links der (leider) leeren Erfrischung geht es weiter. © Simon Schmalzgruber
Nun steilt der Weg an... © Simon Schmalzgruber
...und wir müssen über schmalen Schnee. © Simon Schmalzgruber
Vor der abschreckenden Steilwand geht es rechts weiter. © Simon Schmalzgruber
Nicht immer können die Holztreppen ihre Nützlichkeit ausspielen. © Simon Schmalzgruber
Eine letzte Gelegenheit "Winter Wonderland" zu singen, bietet sich hier an. © Simon Schmalzgruber
Nun sind wir auf dem Gipfelgrat angelangt. © Simon Schmalzgruber
Ein letztes Mal so richtig über den Schnee... © Simon Schmalzgruber
...ansonsten über leichtes Schrofengelände. © Simon Schmalzgruber
Das westliche Gipfelkreuz ist erreicht. © Simon Schmalzgruber
Das östliche Gipfelkreuz offenbart aber einen schöneren Blick! © Simon Schmalzgruber
Hinter dem kamelartigen Pölven stechen die Kitzbüheler Alpen mit dem Großen Rettenstein (Kuppe direkt dahinter) hervor. Hinter den Kitzbühelern lägen die Hohen Tauern und die Zillertaler Alpen. © Simon Schmalzgruber
Eine prominente und stets auszumachende Erhebung: Das pyramidenförmige Kitzbüheler Horn mit der Antenne. © Simon Schmalzgruber
Besonders hier wird der Unterscheidung zwischen Zahmem (links) und Wildem Kaiser (rechts) deutlich. © Simon Schmalzgruber
Das Pendlinghaus knapp unter dem Gipfel... © Simon Schmalzgruber
...offenbart einen tollen Tiefblick auf Kufstein mit dem Inn und der Festung... © Simon Schmalzgruber
...sowie auf das nahezu ganze untere Tiroler Inntal und die westlichen Chiemgauer Alpen mit der Kampenwand (von links nach rechts), dem Weitlahnerkopf, dem Geigelstein, dem Breitenstein und dem Hochgern. © Simon Schmalzgruber
Für einen kurzen Moment präsentiert sich der Fuscher-Kapruner Kamm in den Hohen Tauern mit Hohem Tenn und Großem Wiesbachhorn, den Bratschenköpfen und dem Johannisberg. An schönen Tagen sieht man in dieser Richtung auch den Großglockner. © Simon Schmalzgruber
Blick nach Norden: Hinteres Sonnwendjoch, die gezackte Rotwand, Hochmiesing, Trainsjoch, Großer Traithen. © Simon Schmalzgruber
Hinter dem restlichen Rofan mit dem flossenartigen Guffert (ganz rechts) erlaubt sich ein Blcik in das schroffe Karwendel. © Simon Schmalzgruber
Der Pendling vom circa 18 Kilometer entfernten Heuberg. © Simon Schmalzgruber

Nach gut eineinhalb Stunden sind wir am Gipfelgrat angelangt und genießen erste Blicke in den Süden sowie auf den Inn hinunter. Noch einmal geht es über schrofiges Gelände durch den Wald und erreichen zuerst das westliche, dann das östliche Gipfelkreuz mit einem Altar.

Besonders vom östlichen Gipfelkreuz hat man einen tollen Blick auf das Inntal mit den Städten Kufstein und Wörgl, den Zahmen und Wilden Kaiser, die Hohen Tauern und die Zillertaler Alpen. Über einen Pfad kann man dann noch weiter zum Pendlinghaus (manchmal auch als Kufsteiner Haus bezeichnet) gehen, sich mit einer Gipfeljausn stärken und das Panorama auf das untere Tiroler Inntal, die Chiemgauer Alpen und das Mangfallgebirge genießen. Sollte man über den „roten“ Steig aufgestiegen sein, ist diesem Weg für den Abstieg aufgrund des Altschnees abzuraten. Ansonsten Abstieg wie Aufstieg.

Die passende Bekleidung und Ausrüstung zum Wandern und für andere Outdooraktivitäten, finden Sie bei McTREK im Aicherpark Rosenheim.

Simon Schmalzgruber

Quelle: rosenheim24.de

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