Der Bayernligist hofft 2021 vieles nachholen zu können

Jahresrückblick mit dem SVK: „Die Situation ist allgemein sehr schwierig“

Der SV Kirchanschöring gewann zwei enorm wichtige Heimspiele im Jahr 2020.
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Der SV Kirchanschöring gewann zwei enorm wichtige Heimspiele im Jahr 2020.

Kirchanschöring - Die Fußballvereine aus der Region standen 2020 vor großen Herausforderungen. beinschuss.de hat beim Bayernligisten SV Kirchanschöring nachgefragt, wie der Verein auf das bisherige Jahr zurückblickt, wie sich die Corona-Pandemie auswirkt und welche Wünsche der Klub für 2021 hat.

Ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Die Corona-Pandemie wirkte sich auch auf die Fußballvereine aus der Region aus und stellte diese vor große Herausforderungen. beinschuss.de blickt mit den Klubs aus der Region auf das vergangene Jahr zurück und fragte nach, wie sehr sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Verein bemerkbar machen und ob es trotzdem schöne Momente gab. Zudem blicken wir auf 2021 und die Klubs verraten, was sie sich für das kommende Jahr wünschen.

SV Kirchanschöring: „Die langfristigen Folgen werden sich erst 2021 oder 2022 zeigen“

Nun beantwortete Michael Wengler, Pressesprecher des Bayernligisten SV Kirchanschöring, die Fragen von beinschuss.de:

Hallo Herr Wengler, 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Wie lautet aus Sicht eures Vereins die Bilanz des doch sehr besonderen Jahres?
Michael Wengler: Wir haben zwei enorm wichtige Heimspiele gewonnen, den Auftakt im März vor dem Lockdown eins gegen den SSV Jahn Regensburg II und den Liga-Auftakt zum Re-Start gegen den SV Donaustauf, die sich immens verstärkt haben. Das waren zwei verdammt wichtige Dreier!
Wie wirkt sich die lange Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs auf euer Vereinsleben, auch hinsichtlich möglicher Abmeldungen von Mitgliedern, aus?
Wengler: Ich finde die Situation allgemein sehr schwierig. Plötzlich fehlen die menschlichen Kontakte, doch irgendwann gewöhnt man sich auch an die Ruhe. Die Sommer- und Winterpausen bisher waren relativ kurz, man wusste: Bald geht es wieder los! Es ist durchaus zu befürchten, dass hier langfristig einige sich nach all der Pandemie-Zeit die Frage stellen, wofür sie das bisher eigentlich gemacht haben und ob das Leben nicht auch ruhiger verlaufen könnte. Aus dem Münchner Raum habe ich gehört, dass nach dem ersten Lockdown viele Kinder aufgehört haben, Fußball zu spielen. Die Play-Station war danach wichtiger. Da könnten völlig unbedachte Entwicklungen auf das gesellschaftliche Leben im ganzen Land zukommen.
Das Thema „Finanzen“ ist im Profibereich allgegenwärtig. In eurem Verein auch?
Wengler: Da bin ich ehrlich gesagt nicht so tief drin. Allerdings werden sich die langfristigen Folgen erst in den Jahren 2021 oder 2022 zeigen. Natürlich leben die Vereine von den Mitgliedsbeiträgen und den lokalen Sponsoren. Je weniger Sport möglich ist, desto mehr überlegen die Leute, wofür sie dann noch Beiträge zahlen sollen. Bei den Vereinen auf dem Land ist das aber hoffentlich etwas anderes. Da ist man eigentlich aus Stolz zugehörig und Mitglied. Ich kann nur hoffen, dass die Sponsoren - soweit es geht - auch weiterhin den Amateur-Fußball unterstützen und gerade unserem SVK treu sind. Vieles hängt da aber auch vom gesellschaftlichen Zusammenhalt ab, davon lebt der Fußball in Kirchanschöring und das seit seiner Gründung im Jahre 1946.
Gab es für euch als Verein in diesem Jahr schöne Momente? Wenn ja welche?
Wengler: Das Wiedersehen im Stadion, als endlich wieder Zuschauer zugelassen waren! Das war ein wunderschöner Moment. Als (Mit-)Verantwortlicher neben vielen anderen fleißigen Händen, war ich die Tage und Wochen zuvor beschäftigt, die politischen Vorgaben penibel genau umzusetzen. Manche haben uns da ausgelacht, wir würden es zu genau nehmen. Aber gerade das war vielleicht wichtig! Wenn man solche Ehrenämter bekleidet und weiß, der Vorstand haftet, dann muss alles so vorbereitet sein, dass die Zuschauer das gerne einhalten, weil sie die Regeln verstehen. Dann hat auch am Ende keiner Probleme! Ein skurriles Spiel war die Bayernliga-Partie in Augsburg. Die Fahrt im Bus etc. - das war alles trotz Maskenpflicht noch fast normal. In der Fuggerstadt herrschten dann allerdings schon Verhältnisse, die sich niemand wünschte: Zuschauer-Verbot, bis kurz vor Ankunft war nicht klar, ob sich überhaupt mehr als fünf Spieler gleichzeitig umziehen können. Dann gab es aber genügend Kabinen und ein Gruß an dieser Stelle an die Kollegen von Türkspor: Selten so eine Gastfreundschaft erlebt – das war einfach cool!
Wie habt ihr im Verein den Re-Start im September erlebt?
Wengler: Bis es zu diesem Re-Start kam, hatten wir eine Menge Arbeit! Das war grenzwertig zum Teil. Es war ja nicht damit getan, ein paar Masken-Schilder oder Abstandhalten-Klebebänder anzubringen. Am Ende überwog aber die Freude, endlich wieder die vielen Gesichter zu sehen! Das war unheimlich schön und man spürte die Freude, dass sie endlich wieder dabei sein dürfen! Ein Stück Normalität! Die waren alle froh, egal wie schlecht das Wetter war, wieder eine Bosna in ihren Händen zu halten, ein Bier zu trinken und sich miteinander unterhalten zu können.
Stehen im kommenden Jahr im Verein besondere Highlights oder Feste an, solange die Corona-Pandemie dies zulässt?
Wengler: Mein Gott. Wenn ich daran denke, was alleine in diesem Jahr 2020 alles ausgefallen ist. Von der erneuten Auflage des Siloking-Cups, bis hin zu einem eventuellen Vorbereitungsspiel gegen einen Bundesliga-Club! Dazu ein Bierzelt-Festabend im Rahmen des Jubiläums der Blaskapelle Kirchanschöring. Alleine das müsste alles nachgeholt werden, weil es wohl wieder unvergessliche Momente gewesen wären.
Welche sportliche Ziele habt ihr als Verein im Herren- und Jugendbereich für das kommenden Jahr?
Wengler: Da kann ich mich nur zur ersten Mannschaft äußern: Drin bleiben – Bayernliga halten. Das wärs!
Zum Abschluss: Welche Wünsche habt ihr aus Sicht des Vereins für das Jahr 2021?
Wengler: Da muss ich mir echt auf die Lippen beißen. Reellere Vorgaben, keine Schnick-Schnack-Spiele, sondern die Saison 2019/20 im Jahr 2021 vernünftig über die Bühne bringen. Wenn das bis zum Sommer nicht möglich ist, dann bitte einen Abbruch und eine neue Saison 2021/22 ab September. Da spreche ich allerdings ausdrücklich nicht für den SV Kirchanschöring. Sondern rein persönlich. Wir mussten als Menschen in diesem Jahr erleben, dass es Dinge im Leben und auf diesem Planeten gibt, die sich anders entwickeln können, als alle bisher dachten. Wenn wir derlei künftig mehr im Auge hätten, wäre allen geholfen. Nicht nur für 2021. Aber wie gesagt, das ist meine ganz persönliche Meinung.
Herr Wengler, vielen Dank für das Interview.

ma

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