SB Chiemgau Traunstein - SpVgg Hankofen-Hailing 2:2

SB Chiemgau nur mit Remis gegen Hankofen-Hailing

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Faruk Zeric und dem SB Chiemgau Traunstein gelang erneut kein Heimerfolg. Gegen Hankofen-Hailing reichte es am Freitagabend nur zu einem Unentschieden.
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Traunstein – Auch gegen die SpVgg Hankofen-Hailing reichte es für einen bemühten aber ohne Durchschlagskraft nach vorne agierenden SB Chiemgau Traunstein, der hauptsächlich nach Standardsituationen und ihnen folgenden Luftduellen gefährlich wurde, nicht zu einem Heimsieg. Zwar egalisierten die Hausherren, die bereits nach wenigen Sekunden in Rückstand geraten waren, die Gästeführung zügig und drehten das Match kurz nach der Pause sogar – doch auch ihnen gelang es nicht, ihren Vorsprung über die Runden zu bringen. Feldvorteile allein und ein Heimerfolg in durchaus greifbarer Nähe nützen dem Tabellenletzten am Ende wenig.

Der SB Chiemgau stand am Freitagabend vor über 500 Zuschauern nach seiner enormen Negativserie natürlich erheblich unter Zugzwang: Sechs Ligapartien in Folge verloren, darunter sowohl mehrere zuhause als auch gegen direkte Konkurrenten, die jetzt unmittelbar vor den Traunsteinern liegen. Die Bilanz eines Teams, welches mittlerweile als Schlusslicht das Tabellenende zierte. Der SBC musste dringend die Trendwende einleiten – und zuhause gegen die fünf Punkte vor ihm auf Rang Vierzehn platzierten SpVgg Hankofen-Hailing eigentlich unbedingt dreifach punkten, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Katastrophenstart: Nach zwei Minuten liegt Traunstein zurück

Und wie es manchmal so ist, wenn Du unten drin stehst – es kam sofort knüppeldick für die Traunsteiner. Angesichts der geschilderten brisanten Ausgangssituation hätte das Match für die Mannschaft von Jochen Reil nicht katastrophaler anfangen können. Es war zum verrückt werden. Der Zeiger schaffte nämlich lediglich eine volle Umdrehung, ehe es im Kasten der Hausherren klingelte:

Die Traunsteiner hatten zum Zeitpunkt des Treffers noch nicht einmal den Ball berührt. Weder als die Hankofener von hinten aufbauten, noch als sie dann über rechts vorstießen und das Spiel ins Zentrum verlagerten. Über das linke Strafraumeck fand das Leder in den linken Strafraum, wo ein Gästespieler auf Höhe der verlängerten Fünfmeterlinie nicht richtig attackiert wurde, sich drehen und weitgehend unbedrängt hereingeben konnte. Seinen Querpass konnte Mateusz Krawiec, der mitten am Fünfer alleine gelassen worden war, noch annehmen – und ohne Mühe am machtlosen SBC-Keeper Maximilian Tanzer vorbei zum mega-frühen 0:1 einschiessen (2.).

SBC zeigt Moral und Kopfballstärke - schneller Ausgleich

Doch die Chiemgauer ließen sich davon nicht schon direkt zu Spielbeginn entmutigen. Im Gegenteil – sie stemmten sich dagegen und versuchten in der Folge vehement möglichst schnell zum Ausgleich zu kommen und alles wieder auf Anfang zu stellen. Das brachte ihnen leichte Vorteile in den folgenden fünf, sechs Minuten – und auch die ein oder andere Möglichkeit: Doch entweder traten sie über das Spielgerät – oder aber der Abschluss geriet entweder zu schwach oder zu ungenau.

Doch nicht so nach einem Eckstoß von der linken Seite in der siebten Spielminute: Zentral am Fünfmeterraum schraubte sich Alexander Schlosser höher als alle seine Gegenspieler – und schädelte die Kugel zum vielumjubelten schnellen Ausgleich in die Maschen. 1:1 – das Spiel konnte von vorne beginnen. Eine starke Reaktion des SB Chiemgau – der Moral bewies.

Bei Standards sind die Traunsteiner brandgefährlich

Ähnlich zur Phase unmittelbar nach dem Treffer der Gäste war es auch jetzt bemerkenswerter Weise das Team, welches das Gegentor kassiert hatte, das im Anschluss etwas stärker wirkte und mehr aufkam. Doch wirklich Konkretes und Zählbares sprang für die Hankofener dabei nicht heraus. Nach ein paar Minuten stellte sich das ganze wieder ausgeglichen dar.

Service:

Auf der Gegenseite blieben die Traunsteiner vor allem bei Standards jederzeit gefährlich – spielten regelmäßig ihre Überlegenheit im Kopfballspiel aus: Nach einer Viertelstunde war es wieder Alexander Schlosser, der nach einer Ecke nur knapp am Pfosten vorbeiköpfte. Selbiges galt wenig später auch für SBC-Kapitän Waldemar Daniel (20.).

Das Spiel verflacht - Hankofen reicht auch ein Zähler

Danach verflachte das Spielgeschehen zusehends. Bei beiden Mannschaften war doch auch die Verunsicherung in der ein oder anderen Situation sichtbar. Traunstein bemühte sich zwar, doch wirklich zielgerichtet durchsetzen konnten sich die Einheimischen nicht. Es reichte bloß zu leichten Feldvorteilen in einer Partie, die jetzt meist im Mittelfeld und relativ ereignislos vor sich hinplätscherte.

Die Hankofener traten mehr oder minder mit einer Spielweise und Körpersprache auf, die suggerierte, dass für sie angesichts des Vorsprungs auf den Konkurrenten in der Tabelle auch ein Unentschieden in Ordnung und der SB Chiemgau in der Bringschuld sei. Die Traunsteiner sahen sich also in die Rolle der Mannschaft gedrängt, welche das Spiel gestalten soll – kein Fakt, der dem SBC unbedingt entgegenkommt. Als unter Druck geratener Tabellenletzter erst recht nicht.

Unterbrochen wurde das Ganze noch einmal durch eine Szene, welche der zum Ausgleich ähnelte: Wieder segelte die Ecke von links herein, wieder war Schlosser mit dem Kopf zur Stelle – doch auf der rechten Torseite konnte das Leder von den Niederbayern noch vor der Linie herausgeschlagen werden (32.). Danach tat sich nicht mehr allzuviel in der ersten Hälfte der Begegnung – vor allem nicht vor den Toren. Gelegentliche Vorstöße konnten beiderseits meist frühzeitig unterbunden werden. Es ging torlos in die Kabinen.

Nullnummer zur Pause - Führung für den SBC

Nach der Pause kamen die Traunsteiner mit frischem Wind zurück auf das Feld. Und änderten diesmal die Torfolge. Ihr etwas konsequenterer und offensiverer Ansatz führte gleich zu Anfang der zweiten Halbzeit zu einigen vielversprechenderen Vorstößen. Diese zogen auch wieder Standards nach sich – und diese schienen das probate Mittel des SBC zum Erfolg zu sein: Es war wieder die linke Seite, von der eine Ecke hereingetreten wurde – und in der Mitte setzte sich Sebastian Mayer durch und köpfte zum 2:1 ein (51.).

Doch wer gedacht oder gehofft hatte, dies sei jetzt der Türöffner oder Wegbereiter zu einem dringend benötigten Heimsieg für den SBC – der sah sich getäuscht. Zwar gelang es den Gastgebern in der Folge ihres Führungstreffers auch weiter etwas mehr Druck zu entwickeln als in Durchgang Eins – ein weiteres Tor konnten sie aber bei ihren zwei, drei daraus resultierenden Chancen nicht erzielen.

SB Chiemgau lässt die Gäste zurück ins Spiel

Nach etwas mehr als zehn besseren Minuten verflachte das Spiel erneut – und als Konsequenz daraus konnte sich Hankofen-Hailing wieder besser und öfter befreien. Dies führte nicht nur zu Entlastung - sondern auch dazu, dass der SB Chiemgau die Gäste fatalerweise zurück ins Match ließ. Ausgerechnet die Traunsteiner, die bisher klar die Lufthoheit inne gehabt hatten, kassierten nun nach einem Standard per Kopf den Ausgleich. Nach einem Freistoß der Hankofener, der aus dem rechten Mittelfeld in den Strafraum geschlagen wurde, hatte Gästekapitän Ben Kouame dort zuviel Platz, hielt den Schädel in die Flugbahn und erzielte das wichtige 2:2 (67.).

Davon konnten sich die Hausherren nicht mehr erholen – und es gelang ihnen gegen hauptsächlich verteidigende Gäste nicht, noch zu einem Sieg zu gelangen. Zwar zeigten sich die Chiemgauer stets bemüht, arbeiteten, rackerten – aber dazu, dass sie sich hier in Verbindung mit spielerischer Klasse einen Heimsieg hätten verdienen können, langte es an diesem Abend erneut nicht. Sicher, es gab da noch die ein oder andere Chance – aber die war dann eben nicht drin.

Ersehnter Heimdreier gelingt nicht - jetzt wartet Heimstetten

Auch wenn die Traunsteiner versuchten so gut es eben ging nach vorne zu spielen, es blieb durchwachsen und von den Offensivkräften war nicht allzuviel zu sehen. Der SBC hätte das Spiel vielleicht durch einen späten Lucky Punch noch gewinnen können – am Ende blieb es nach einem auf überschaubarem Level geführten, jedoch jederzeit umkämpften Bayernligaspiel bei einem mehr oder weniger gerechten Unentschieden. Allein das nutzt dem SB Chiemgau derzeit wenig – die Tabelle sieht für die Traunsteiner noch immer nicht freundlicher aus. Gegen einen Kontrahenten aus dem unteren Tabellendrittel ist das zuhause unter dem Strich zu wenig.

Immerhin jedoch wurde die bittere siebte Pleite in Serie vermieden. Von einer Trendwende oder Ansätzen zu einer solchen kann nicht geredet werden - aber die Traunsteiner müssen sich trotzdem auf die positiven Punkte fokussieren: Schon am Dienstag wartet auswärts die Herkulesaufgabe beim Vierten der Bayernliga SV Heimstetten auf den SBC (19:00 Uhr). Eine Überraschung käme sicher nicht ungelegen.

Quelle: rosenheim24.de

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