Wasserburgs Stürmer im Beinschuss-Interview

Pipinsried vor der Brust: "Das Wort 'Aufstieg' nimmt bei uns keiner in den Mund"

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Will auch am Freitag wieder den "Torfinger" zeigen: Löwen-Stürmer Michi Barhuber.
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Wasserburg - Am kommenden Freitag steht das Megaduell der Bayernliga Süd an. Der Tabellenzweite aus Wasserburg empfängt den klaren Meisterkandidaten FC Pipinsried. Wir haben vor dem Showdown (Beinschuss.de berichtet ab 19.30 Uhr live von vor Ort!) mit TSV-Stürmer Michael Barthuber gesprochen. 

Beinschuss.de: Servus Barti. Schön, dass du vor eurem Topspiel gegen den großen Meisterschaftskandidaten FC Pipinsried nochmal Zeit für ein Interview mit uns gefunden hast. Ich hab’s bereits angesprochen. Am Freitag, den 13.9.19 um 19.30 kommt es in Wasserburg zum Megaduell gegen den FC Pipinsried. Der Tabellenerste und großer Meisterschaftskandidat FC Pipinsried gegen den Zweiten und klaren Underdog aus Wasserburg. Wie groß ist die Vorfreude auf dieses Hammerduell, kitzelt es schon?

Michael Barthuber: Die Vorfreude im Verein ist natürlich riesig. Mit Pipinsried empfangen wir den Tabellenführer und die qualitativ am besten besetzte Mannschaft der Bayernliga. Dazu kommt, dass wir mit einem neuen Zuschauerrekord bei einem Heimspiel in der Altstadt rechnen. Für solche Spiele spielt man doch Fußball. 

Beinschuss.de: Ehrlich gesagt, konnte ich Euch vor der Saison nicht so richtig einschätzen. Würdet Ihr gegen den Abstieg spielen, vielleicht einen sicheren einstelligen Mittelfeldplatz anstreben, aber auf einem so souveränen zweiten Tabellenplatz nach zehn Spielen habe ich Euch nicht gesehen. Habt Ihr selbst damit gerechnet, dass ihr als Aufsteiger wieder so für Furore sorgen könnt? 

Barthuber: Nein. Wer hätte denn zu Beginn der Saison gedacht, dass wir am 11. Spieltag als Tabellenzweiter den Tabellenführer empfangen werden? Die aktuelle Punktausbeute ist schon unglaublich. Nach den ersten Spieltagen haben wir allerdings schon gemerkt, dass wir in der Bayernliga bestehen können und gegen keinen Gegner Angst haben müssen. 

"Pipinsried ist der Meisterschaftsfavorit"

Beinschuss.de: Was macht euch so stark? 

Barthuber: Definitiv die mannschaftliche Geschlossenheit. Es hilft ja bekanntlich nichts, wenn ein Team aus elf herausragenden Einzelspielern besteht, aber im Kollektiv nicht funktioniert. Ich denke auch, dass jeder von uns den Anspruch an sich selbst hat, sich in jedem Training und Spiel weiterzuentwickeln. Davon profitieren wir als Team.

Beinschuss.de: Nun kommt wohl das mit Abstand größte Kaliber dieser Liga nach Wasserburg, wie wollt ihr diesen FC Pipinsried in seiner aktuellen Form stoppen? In den letzten vier Spielen kassierte jeder Gegner des FCP fünf Stück (Torverhältnis 20:1)!

Barthuber: Pipinsried ist der große Meisterschaftsfavorit. Das unterstreicht momentan auch ihre derzeitige Form. Wir werden versuchen, ihnen alles abzuverlangen. Vielleicht springt ja dann am Ende was Zählbares raus.

Beinschuss.de: Die Devise wird also lauten: Defensiv kompakt und diszipliniert stehen und vorne die vermutlich wenigen Torchancen – auch über Standards - eiskalt ausnutzen? Oder hat sich Coach Leo Haas, was ganz Besonderes für diesen Gegner einfallen lassen?

Barthuber: Unser Spielstil war ja zuletzt erfolgreich, deswegen gehe ich davon aus, dass wir daran wenig ändern werden. Klar ist auch, dass wir uns nicht in der eigenen Hälfte verschanzen, sondern auch aktiven Fußball nach vorne zeigen wollen. Wir wissen um unsere Stärken und wollen Pipinsried auf die Art und Weise wehtun.

Beinschuss.de: Kommen wir nun zu dir. Du bist vor der Saison vom Landesligisten Sportbund DJK Rosenheim gekommen. Wie ist die Umstellung für dich, von einem immer um den Klassenerhalt kämpfenden Landesligisten, der gefühlt jedes Jahr in die Relegation musste, zu einem - wie sich nun herausstellt – Aufstiegskandidaten in der Bayernliga?

Barthuber: Das spielerische Niveau ist höher, ganz klar. Auch die Intensität in den Trainingseinheiten und in den Spielen. Das ist eine Liga höher aber ganz logisch. Ansonsten musste ich mich aber nicht großartig umstellen.

Beinschuss.de: Wie viele graue Haare haben dich die Jahre beim Sportbund gekostet?

Barthuber: Beim Sportbund habe ich vor allem in den Relegationen nervenaufreibende Spiele miterlebt, die schlussendlich immer positiv ausgegangen sind. Da habe ich super Erfahrungen gemacht, die mir definitiv in den nächsten Jahren helfen werden.

"Das Wort 'Aufstieg' nimmt keiner in den Mund"

Beinschuss.de: Kommen wir von der Vergangenheit wieder in die Gegenwart und Zukunft. Bisher hast du starke sechs Tore in neun Spielen erzielt und Ihr verweilt auf dem zweiten Tabellenplatz. Was sind deine persönlichen Ziele für die Saison und was wollt Ihr als Mannschaft (noch) erreichen, ist der Aufstieg im Team ein Thema?

Barthuber: In erster Linie will ich über die komplette Spielzeit verletzungsfrei bleiben und so viel Bayernligaspiele wie möglich machen. Eine Tor-Marke will ich mir nicht setzen. Vielmehr will ich den Fokus auf meine Schwächen legen, um diese stetig zu verbessern. Das Wort „Aufstieg“ nimmt bei uns keiner in den Mund. Das wäre ziemlich vermessen. Wir wollen in jedem Spiel das Maximum aus uns herausholen. Nur so können wir erfolgreich sein.

Beinschuss.de: Dann schauen wir auf alle Fälle gespannt auf die weitere Reise der Wasserburger Löwen und vielleicht sprechen wir zu einem späteren Zeitpunkt der Saison noch über das Thema Regionalliga. Die Zuschauer wären zumindest schon mal regionalligatauglich, so werden am Freitag über 1000 Zuschauer erwartet. Schon Wahnsinn, was da mittlerweile bei den Spielen immer los ist, oder?

Barthuber: Das ist schon überragend. In der Altstadt stehen oder sitzen die Zuschauer ja relativ nah am Spielfeldrand, nicht so wie in Stadien mit Tartanbahn. Das sorgt für eine ganz spezielle Atmosphäre. Ich hoffe natürlich, dass am Freitag die 1000 Zuschauer-Marke geknackt wird.

Beinschuss.de: Dann noch meine letzte Frage: Wie geht’s am Freitag aus?

Barthuber: Da will ich mich nicht festlegen. Wenn wir zumindest einen Punkt in Wasserburg lassen, wäre das super für uns.

Beinschuss.de: Besten Dank Michi für das Interview und natürlich viel Erfolg für das Spiel am Freitag und die restliche Saison. Hoffentlich stellt der Freitag, der 13. kein schlechtes Omen.

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mr/dg

Quelle: rosenheim24.de

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