Der Kirchanschöringer Legionär im Interview

„Özi“ Kart bleibt beim SVK – als „Standby“

+

Kirchanschöring - Er spielte unter anderem für die zweite Mannschaft des Hamburger SV und beim SSV Jahn Regensburg, zuletzt rettete er im letzten Bayernliga-Saison-Spiel mit einem Tor in der 90. Minute den SVK in die Relegation.

„Özi“ Kart, Wolfratshausen, 90. Minute, beschreiben Sie diese dramatischen Minuten.

Kart: Puh. Die letzte Aktion, kurz vor dem Abpfiff. Wir konnten im Mittelfeld den Ball erobern, Manu Jung spielte rechts raus zu Tobi Schild, ich bin im Vollsprint nach vorne, dann kam der Ball von rechts vom Tobi, kurz vor der Grundlinie, ich stehe hinten, im spitzen Winkel, was anderes blieb mir nicht mehr übrig. Und da habe ich versucht, ins lange Ecke zu köpfen, in die Richtung, wo der Ball herkam und die Kugel schlug hinten im langen Ecke ein. Dann kamen von allen Seiten die jubelnden Zuschauer, ich habe das gar nicht mehr realisieren können. Wie wir da zurückkamen. Wir waren schon mit einem Bein unten, abgestiegen. Es war ein geiles Gefühl, so ein wichtiges Tor für den SVK zu machen!

Es war kein leichtes Jahr für Sie. Die SVK-Macher loben – Sie wären immer loyal gewesen. Als Ex-Profi, was war so schwierig in diesem SVK-Jahr?

Kart: Ich habe an meinen Stärken nie gezweifelt und gewusst was ich kann. Natürlich bin ich keine 20 oder 25 mehr, sondern 36 Jahre alt. Mit meiner Erfahrung kann ich die Liga spielen, habe das auch immer klar gesagt. Irgendwann kam Unruhe auf, nicht von den Zuschauern, das will ich klar sagen. Die waren immer loyal, da kam meist Rückendeckung. So lange ich Fußball spiele und noch laufen kann, werde ich nie ein „Söldner-Typ“ sein.

"Ich hatte teilweise nur ein paar Stunden Schlaf"

In der Relegation haben Sie noch zweimal getroffen. Welches Tor war denn jetzt das Wichtigste in dieser Saison?

Kart: Das wichtigste Tor war das in der 90. Minuten im letzten Liga-Spiel in Wolfrasthausen und der Fallrückzieher in der Relegation gegen Freising. Das war eines der schönsten Tore, die ich für den SVK gemacht habe.

Stimmt es, dass Sie teilweise nach der Nachtschicht nur ein paar Stunden Schlaf hatten und dann wieder am Platz für den SVK standen?

Kart: Das stimmt. Aber das sehen viele nicht. Ich gehe Schichtarbeiten, in Tittmoning beim Gummiwerk Kraiburg, das will ich betonen und habe so viel wie möglich versucht, frei zu bekommen, zum Fußballspielen. Da bin ich dem Betrieb sehr dankbar. Ich habe teilweise Schichten, dazwischen die Fußballspiele, da hatte ich teilweise nur ein paar Stunden Schlaf.

Ursprünglich haben Sie Ihren Abschied vom SVK verkündet. Sie sind jetzt doch dabeigeblieben, was gab den Ausschlag?

Kart: Eigentlich waren wir uns einig, dass wir uns trennen. Der Vertrag wurde aufgelöst. Aber ich bin sehr gut mit Coach Michi Kostner, wir telefonieren auch privat. Der Michi ist nicht nur mein Trainer, er ist auch mein Freund. Wir kennen uns jetzt 16, vielleicht 17 Jahre und das ist die xte-Station, wo ich mit ihm zusammenarbeite. Da gilt es ihn einfach zu unterstützen, gerade auf dem Platz. Er war immer ein Befürworter von mir, kennt meine Stärken und hat gefragt, ob ich als „Standby“ noch zur Verfügung stehen würde. In der Relegation habe ich Blut geleckt, das hat unheimlich Spaß gemacht. Dann habe ich gesagt, ich machs für Michi, den Verein und die Zuschauer. Das ist in Anschöring echt klasse, für den Amateurbereich sensationell. Egal wo man hinschaut. Für die Region ist das super, einfach einmalig, wir spielen als einziger Verein höherklassig, da ist der SVK einfach eine gute Adresse.

Das Interview führte Michael Wengler

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayernliga Süd

Auch interessant

Kommentare