"Ein Heimspiel ist ein gesellschaftlicher Treffpunkt"

Wie geht es mit der Saison weiter? ASV Au bezieht Stellung

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Manuel Martin, Abteilungsleiter des ASV Au, lobt das Krisenmanagement des Bayerischen Fußball-Verbandes.

Bad Feilnbach - Der Spielbetrieb ruht bis auf Weiteres im bayerischen Amateurfußball. Beinschuss.de hat beim Kreisligisten ASV Au nachgefragt, ob die Saison zu Ende gespielt oder abgebrochen werden sollte.

Wie geht es weiter mit der Saison im Amateurfußball? Der Deutsche Fußballbund und der Bayerische Fußball-Verband haben mit einer Änderung der Spielordnung den Weg geebnet, dass die Spielzeit über den 30. Juni hinaus verlängert wird. BFV-Präsident Rainer Koch plädiert aktuell dazu, die Saison zu Ende zu spielen. Beinschuss.de hat bei Manuel Martin, Abteilungsleiter des ASV Au, nachgefragt, wie er zur aktuellen Diskussion steht.


Hallo Herr Martin, wie stehen Sie zu der Entscheidung, dass die Saison zu Ende gebracht wird?

Manuel Martin: "Die Saison zu Ende zu bringen ist vermutlich die Entscheidung, mit der am wenigstens Gegenwind zu erwarten ist. Im Speziellen denke ich da an alle Aufstiegsaspiranten. Jedoch werden organisatorisch weiterhin Herausforderungen auf den Spielbetrieb zukommen. Hat man englische Wochen, um die versäumten Spiele wieder einzuholen? Verzichtet man auf Sommer- oder Winterpause? Spielt man nächste Saison nur ein Hinspiel, um die Saison schneller durchzuziehen und irgendwann wieder in den eigentlichen Terminkalender zurückzukehren? Das Wichtigste ist auf jeden Fall, dass man nichts überstürzt und zu schnell beginnt, denn die Gesundheit aller sollte bei sämtlichen Überlegungen im Vordergrund stehen."


Wäre ein Abbruch der Saison für Sie auch eine Lösung?

Martin: "Im Allgemeinen wäre das auch eine Lösung, ja. Da wir aber aktuell noch nicht wissen, wie sich die Ausbreitung des Corona-Virus entwickelt, sind das nur Spekulationen. Derzeit wissen wir ja noch nicht mal, ob wir im Sommer wieder ein normales Leben ohne Ausgangsbeschränkungen führen können. Diese Entscheidung ist maßgeblich abhängig vom Zeitpunkt. Trotzdem, obwohl jeder Kicker darauf brennt mit seinem Team auf dem Rasen zu stehen und auch jeder andere Bürger wieder gesellschaftlichen Kontakt pflegen möchte, betone ich an der Stelle auch nochmal, dass die Gesundheit über allem steht."

Der Bayerische Fußball-Verband gab am Donnerstag bekannt, dass in Bayern keine Geisterspiele im Amateurfußball stattfinden werden. Begrüßen Sie die Entscheidung?

Martin: "Ja, Geisterspiele wären unvorstellbar gewesen! Ein Heimspiel beim ASV Au ist ja nicht nur ein Termin, damit die Saison schneller rumgeht. Ein Heimspiel am Kreuthweg ist ein gesellschaftlicher Treffpunkt für Jung und Alt. Der Verein lebt vom Ehrenamt, von Freundschaften und natürlich auch von den Emotionen. Es ist auch kein Geheimnis, dass man mit Eintrittskarten und Kioskverkäufen den Verein über Wasser hält. Daher wären Geisterspiele schwer zu akzeptieren gewesen."

Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement des BFV?

Martin: "An der Stelle gilt es schon ein Lob auszusprechen. Es ist eine außergewöhnliche Situation für die ganze Welt, nichts planbares und nichts worauf man sich vorbereiten kann. Ich habe aber schon das Gefühl, dass der BFV kurzfristig mit Online-Meetings und Webinaren gut reagiert und die Situation weitgehend transparent darstellt und veröffentlicht. Es kann sich ja jeder selber mal fragen was in zwei bis drei Wochen ist? Genau mit dieser Ungewissheit kämpfen alle und das ist eine große Herausforderung gut damit umzugehen."

Danke für das Interview

ma

Quelle: rosenheim24.de

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