Bemerkenswerte Aussage nach dem Chaos-Spiel

Union-Kapitän Trimmel: "Vielleicht müssen wir dem Schiedsrichter auch alle helfen"

+
Neven Subotic von Union Berlin (l) sieht die Rote Karte von Schiedsrichter Tobias Welz (m.).
  • schließen

Berlin - Die Partie zwischen Union Berlin und dem SV Werder Bremen (1:2) am vergangenen Bundesliga-Spieltag sorgte für viel Gesprächsstoff. Vor allem Schiedsrichter Tobias Welz stand im Mittelpunkt und bekam viel Kritik ab. Ein Akteur sprang aber nicht auf diesen Zug auf und sorgte mit einer bemerkenswerten Aussage für Aufsehen.

Beim Auswärtssieg der Bremer in der alten Försterei gab es gleich mehrere Szenen, die für viel Aufregung sorgten, die erste gleich nach zwei Minuten: Bremen bekam einen Strafstoß zugesprochen, weil Welz ein Foul von Union-Keeper Rafal Gikiewicz an Dany Klaassen sah. Die Videobilder zeigten aber eindeutig, dass dies nicht der Fall war, trotz Videobeweises nahm der Unparteiische den Pfiff aber nicht zurück - Bremen ging in Führung. VAR-Projektleiter Jochen Drees erklärte nach dem Spiel: "Die Entscheidung war regeltechnisch falsch."

Und es ging weiter: Zehn Minuten später bekamen die Berliner einen (berechtigten) Handelfmeter, weitere zehn Minuten danach wurde den Bremern einer verweigert, was zumindest regeltechnisch vertretbar war. Im zweiten Durchgang gab es erneut einen Foulelfmeter für die Gäste, auch eine strittige Entscheidung. Kurz vor Schluss musste dann Berlins Neven Subotic nach einer Gelbroten Karte den Platz verlassen, zudem sah Bremen-Trainer Florian Kohfeldt die gelbe Karte. Kurz darauf musste Nuri Sahin ebenfalls den Platz verlassen, er führte einen Freistoß zu früh aus und sah die Ampelkarte.

"Da sind auch wir Spieler Schuld"

Nach der Partie bekam Welz viel Kritik zu hören, ein Akteur zeigte sich aber bemerkenswert selbstkritisch: ""Wenn ein Spiel beginnt und es ständig Rudelbildungen gibt, da sind auch wir Spieler schuld", sagte Christoph Trimmel, der Kapitän der Berliner. "Wenn du in jeder Situation den Video-Schiedsrichter forderst, eine Rote Karte forderst, einen Elfmeter forderst, dann wird es irgendwann verrückt, und es ist ständig der Finger des Schiedsrichters am Ohr, und du wartest und wartest." Das Fußballspielen gerate so zur Nebensache, "das wollen wir nicht". Deshalb müssten "wir alle vielleicht auch dem Schiedsrichter helfen."

Direkt nach so einem hitzigen Spiel überrascht eine solche Aussage natürlich, aber einige Spieler und Mannschaften sollten sich die Sätze des Union-Kapitäns auf jeden Fall öfter anhören und zu Herzen nehmen. Es gäbe sicherlich wieder mehr Fußball zu sehen und souveränere Schiedsrichterleistungen, wenn sich auch die Akteure wieder mehr auf den Sport konzentrieren, anstatt in jeder Situation beim Unparteiischen etwas zu fordern.

_

dg

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Magazin

Auch interessant

Kommentare