Direkt: Zwei Gesichter, Nehmerqualitäten und begnadete Sänger

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Chris Wallner (li.) mit Beinschuss-Redakteur Tobias Ruf

Chris Wallner hat beinschuss.de einen Besuch abgestattet. Der Kapitän des TSV 1860 Rosenheim gibt einen detaillierten Einblick in das Innenleben seines Teams, erklärt seine sportliche und persönliche Entwicklung und verrät, wer sich in der Kabine als echtes Stimmwunder erwiesen hat.

Chris Wallner hat beinschuss.de einen Besuch abgestattet. Der Kapitän des TSV 1860 Rosenheim gibt einen detaillierten Einblick in das Innenleben seines Teams, erklärt seine sportliche und persönliche Entwicklung und verrät, wer sich in der Kabine als echtes Stimmwunder erwiesen hat.

Chris, bist du erleichtert, dass endlich Winterpause ist?

Christoph Wallner: Das ist so ein zweischneidiges Schwert. Einerseits haben die Spieler, die in der letzten Saison noch Regionalliga gespielt haben, nur drei Wochen Sommerpause gehabt. Da wird so eine Pause natürlich herbeigesehnt.

Und andererseits?

Wallner: Es hat sich in den letzten Wochen echt was getan in der Mannschaft. Die Ergebnisse spiegeln das wieder. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga und dem schlechten Saisonstart haben wir endlich zu unserer Form gefunden.

War der Abstieg der Tiefpunkt in diesem Jahr?

Wallner: Auch das muss man differenziert betrachten. Natürlich ist ein Abstieg immer bitter und wir hatten daran als Mannschaft auch zu knabbern. Aber wie so oft im Leben lernt man aus negativen Erlebnissen unheimlich viel. Wenn du nur erfolgreich bist, hörst du auf, Dinge zu hinterfragen und entwickelst du dich auch nicht weiter.

Auf den Abstieg folgte ein schlechter Saisonstart. Warum habt Ihr Euch zu Saisonbeginn so schwer getan?

Wallner: Der Umbruch war brutal. Einige Führungsspieler sind gegangen und viele junge Spieler sind dazugekommen. Der Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich ist nicht einfach, ich spreche da aus Erfahrung. Hinzu kam die kurze Pause, das hat auch mental Spuren hinterlassen.

Apropos Führungsspieler. Du selbst bist von Woche zu Woche immer besser in dein Amt als Kapitän hineingewachsen. Selbst bist du aber erst 20 Jahre alt. Wie passt das zusammen?

Wallner: Ich war schon in vielen Jugendmannschaften Kapitän und habe auf dem Platz immer Verantwortung übernommen. Das entspricht auch meinem Typ. Außerdem habe ich einen brutalen Ehrgeiz in mir.

In welchem Bereich hast du dich am meisten entwickelt?

Wallner: Natürlich im organisatorischen Bereich. Je mehr Verantwortung du hast, umso größer ist das Entwicklungspotenzial. Und spielerisch habe ich alleine aus dem Grund schon viel gelernt, dass ich auf vielen Positionen zum Einsatz gekommen bin.

Du sprichst es selbst an. Wo ist denn deine Heimat auf dem Platz?

Wallner: Ich selbst fühle mich in der Rolle des Innenverteidigers oder auf der Außenbahn am wohlsten. Ich profitiere vor allem auf Außen von meiner Schnelligkeit. Allgemein gesagt ist mir aber die Flexibilität unheimlich wichtig. Das gehe ich im Training auch gezielt an.

Welche Position liegt dir eher nicht?

Wallner: Als Sechser sehe ich mich weniger. Die Spieleröffnung ist ein Punkt, an dem ich definitiv noch arbeiten muss.

Wie hast du dich als Spielertyp verändert?

Wallner: Ich hatte vor knapp zwei Jahren einen Kreuzbandriss. Das hat viel verändert. Ich spiele seitdem intelligenter, setze öfter meinen Körper und meine Schnelligkeit ein, statt blind in den Zweikampf zu gehen. Das soll aber natürlich nicht heißen, dass ich den direkten Duellen aus dem Weg gehe.

Gehst du auch abseits des Platzes als Leader vorne weg?

Wallner: Es gibt viele unterschiedliche Typen in einer Mannschaft. Die jungen Spieler sind meist die schüchternen, dann gibt es welche, die den Ton angeben. Manche wiederum singen und sorgen für Lockerheit.

Wer ist denn der begnadetste Sänger bei 1860 Rosenheim?

Wallner (lacht) : Besart Murtezi ist ein super Sänger. Nicholas Helbrecht hat auch einiges auf Lager und Robert Köhler ist ein begnadeter Rapper.

Zurück zu dir. Welche Rolle spielst du in der Kabine?

Wallner: Ich spreche zur Mannschaft und übernehme Verantwortung. Als Kapitän und Teil des Mannschaftsrats gehört das dazu. Ich will als Vorbild vorangehen, gerade für die vielen jungen Spieler in unserem Team.

Lass uns über 1860 Rosenheim sprechen. Wie kommt‘s, dass du nach deiner Zeit bei 1860 München zurück nach Rosenheim gekommen bist?

Wallner: Es gab zwar Angebote von anderen Regionalligateams, aber ich wollte mein privates Umfeld nicht aufgeben und fühlte mich als ehemaliger Jugendspieler von 1860 mit dem Verein verbunden.

Der Verein erlebt dieser Tage einen großen Umbruch. Wie beurteilst du die neue Ausrichtung?

Wallner: Ich bin wirklich begeistert, was sich in den letzten Monaten getan hat. Der frische Wind tut dem ganzen Klub gut, auch wenn wir natürlich noch einige Schritte vor uns haben.

Würdest du auch auf dem Platz von einem Umbruch sprechen?

Wallner: Auf jeden Fall. Die ganze Vorstands-Arbeit nutzt nichts, wenn wir sportlich nicht unsere Leistung abliefern. Dessen sind wir uns bewusst und rücken als Mannschaft entsprechend eng zusammen.

Ist das eine eurer großen Stärken?

Wallner: Absolut. Wir sind eine echte Einheit. Da bleibt keiner außen vor. Wir unternehmen viel gemeinsam, kennen uns dadurch besser und nehmen das auf den Platz mit.

Was meinst du damit genau?

Wallner: Ich kann es beispielsweise an mir festmachen. Auf dem Platz bin ich ein ganz anderer Typ als in meinem Privatleben. Ich möchte nicht gegen mich selber spielen, weil ich genau weiß, wie es dort zur Sache geht. Aber sobald das Spiel vorbei ist,bin ich ein sehr sozialer und rücksichtsvoller Mensch. Und genau diese charakterlichen Unterschiede muss man auch als Mitspieler kennen, um den ein oder anderen lauten Ton im Training auch entsprechend einordnen zu können.

Training ist ein gutes Stichwort. Wie wichtig ist der Trainer in euren Entwicklungsprozess?

Wallner: Patrik Peltram hat ein unglaubliches Händchen für junge Spieler. Er weiß genau, wann er die Zügel anzieht und wann eine lockere Gangart angebracht ist. Er ist genau der richtige Trainer für diese Mannschaft. Von daher bin ich froh, dass wir in den letzten Wochen das große Vertrauen, das er in uns setzt, mit Punkten zurückzahlen konnten.

Wie läuft Eure Zusammenarbeit ab?

Wallner: Wir führen viele Gespräche. Natürlich entscheidet letztlich der Trainer, aber er bezieht meine und unsere Meinungen in seine Entscheidungsfindung mit ein. Das ist ein ganz wichtiger Faktor.

Und was wird das Ergebnis dieser Zusammenarbeit sein?

Wallner: Wir werden den Klassenerhalt schaffen. Davon bin ich felsenfest überzeugt.

Danke für das Gespräch

Quelle: rosenheim24.de

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