BFV-Hallenmeisterschaft Gruppe Chiem

Sechziger gewinnen Final-Derby! Beide Rosenheimer qualifiziert.

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Im Finale des Niedermaier-Futsal-Cups setzten sich Sascha Marinkovic (r.) und der TSV 1860 Rosenheim gegen Fatih Eminoglu und den SB DJK Rosenheim durch. Im Hintergrund lauert der beste Torschütze des Turniers - Josip Tomic.
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Rosenheim - Nicht nur mit Rundumbande wurde am Wochenende in Rosenheim um die Hallenkrone gefochten. Auch bei den offiziellen Hallenmeisterschaften des BFV in der Gruppe Chiem, welche als Niedermaier-Futsal-Cup in der Luitpoldhalle ausgetragen wurden, wurde das beste lokale Team ausgespielt. Gleich zweimal kam es dabei zu einem Rosenheimer Derby zwischen rot und grün. Doch auch TuS Raubling und SV Bruckmühl präsentierten sich gut. Am Ende gewannen die Sechziger verdientermaßen auch diese Variante des Hallenfußballs. 

Nachdem der Niedermaier-Futsal-Cup bereits Anfang Dezember vergangenen Jahres mit vier Gruppen und zwei Turniertagen in Kolbermoor und in Feldkirchen begonnen hatte, trafen sich nun die qualifizierten Teams in der Rosenheimer Rundhalle zur Finalrunde um in zwei Vierer-Gruppen und anschließender K.O.-Runde den Hallenmeister der Gruppe Chiem und die beiden Qualifikanten für die Kreismeisterschaft 2018 zu ermitteln, die - wie in diesem Jahr in Traunreut - auch in der kommenden Saison am Dreikönigstag ausgetragen wird.

Hallenmeisterschaft Gruppe Chiem

Gruppe A

In Gruppe A eröffnete der TuS Raubling das Turnier gleich stark mit einem Auftaktsieg gegen den TSV Eiselfing. Zwar gelang den Eiselfingern in Form eines Treffers von Bernhard Dirnecker (7.) das erste Tor des Tages - danach machten jedoch Soungo Diakite (9.) sowie kurz vor Ende Frederik Petzoldt (13.) und zweimal Simon Hölzl (beide 14.) alles klar für den TuS. Stefan Schusters zweite Bude für den TSV in derselben turbulenten Schlussminute war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Auch in ihrem zweiten Kick konnten sich die Raublinger durchsetzen. In einer ausgeglichenen Partie mit leichten Vorteilen für den TuS behielten sie gegen den TSV Bad Endorf die Überhand. Die Entscheidung fiel letztlich schon in der ersten Minute - Petzoldt traf für Raubling, Bad Endorf konnte nicht mehr aufholen. Mit diesen beiden Siegen war der TuS Raubling bereits weiter und konnte sich gedanklich auf das Halbfinale einstellen.

Die Kurstädter hingegen erlitten einen Rückschlag - hatten sie doch ihr erstes Spiel gegen den SV Bruckmühl gewinnen können. Dem SVB reichte nämlich die Führung durch Johann Brandstetter aus der zehnten Minute nicht - in der letzten Minute drehten Alessandro Guerrieri und Artur Justus das Match zugunsten der Endorfer.

Im Spiel gegen den Eiselfing machten es die Bruckmühler umgekehrt - auch wenn es nur noch zu einem Unentschieden und nicht mehr zu einem Sieg reichte. Florian (3.) und Thomas Wagner (9.) hatten den TSV in Front geschossen - und es sah gut aus für den Underdog, der weitere Chancen hatte. Doch dann war der SVB da, Magnus Euler (13.) und Sebastian Marx (14.) machten kurzen Prozess - und es hieß doch 2:2. Beide Teams also nach zwei Spielen nur mit einem Punkt - und damit in Zugzwang.

Die Eiselfinger setzten dies gut um und steigerten sich im fortschreitenden Turnierverlauf - ganz im Gegensatz zu ihrem Gegenüber im letzten Spiel. Noch mit einem Sieg in den Tag gestartet, konnten die Bad Endorfer am Schluss genauso wenig überzeugen, wie am Freitag zuvor beim Sparkassencup - und entwickelten einen negativen Trend. 2:0 für Eiselfing durch einen Doppelpack von Schuster (7.) und Thomas Wagner (8.) - die Chiemseer waren raus, Eiselfing durfte hoffen.

Letzten Endes blieben diese Hoffnungen aber vergeblich - denn der SV Bruckmühl riss sich in seinem letzten Auftritt in der Gruppe endgültig am Riemen und schlug dann, als es nötig war, den bereits für die nächste Runde qualifizierten TuS Raubling mit einem satten 4:1. Zwar musste der SVB zunächst den frühen Rückstand durch Diakite hinnehmen (2.), ließ sich davon aber nicht beirren - und fertigte den TuS durch Treffer von Brian Jhenacho (4.), Thomas Festl (5.), Marx (12.) und noch einmal Jhenacho ab.

Damit war der SV Bruckmühl ebenfalls weiter. Dank des besseren Torverhältnis (7:5) zog man an Eiselfing (6:6) vorbei - und ins Halbfinale ein. Beide Teams hatten vier Punkte geholt - der direkte Vergleich war bekanntlich unentschieden geendet.

Ergebnisse:

TSV Eiselfing - TuS Raubling 2:4

TSV Bad Endorf - SV Bruckmühl 2:1

TuS Raubling - TSV Bad Endorf 1:0

TSV Eiselfing - SV Bruckmühl 2:2

TSV Bad Endorf - TSV Eiselfing 0:2

SV Bruckmühl - TuS Raubling 4:1

Tabelle Gruppe A:

1. TuS Raubling 6:6 Tore, 6 Punkte

2. SV Bruckmühl 7:5, 4

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3. TSV Eiselfing 6:6, 4

4. TSV Bad Endorf 2:4, 3

Gruppe B

In der zweiten und prominenter besetzten Gruppe des Tages konnten sich erwartungsgemäß die Favoriten durchsetzen. Dabei überzeugte der eine durch die schon zuletzt gezeigte Klasse auch auf dem Hallenboden - der andere hinterließ einen deutlich positiveren Eindruck als in den letzten gespielten Turnieren.

Letztlich war die Gruppenphase ein klares Ding für den TSV 1860 Rosenheim. Der Regionalligist knüpfte da an, wo er am Freitag mit dem Gewinn des Sparkassenpokals aufgehört hatte. Zwei Besonderheiten im Lager der Sechziger verdienen allerdings Erwähnung: Zum einen war Futsal-Nationalspieler Danijel Majdancevic, der im umkämpften Endspiel in der Gabor-Halle einen Schlag auf den Fuß erhalten hatte nicht als Aktiver dabei - sondern gab gewissermaßen den "Futsal-Coach". Zum anderen gab derjenige, der ihm diesen Job überließ, sein Debüt in Rosenheim. Tobias Strobl, der neue Cheftrainer an der Jahnstraße, ließ sich erstmals in offizieller Funktion für den TSV 1860 sehen - und feierte einen lockeren und relaxten Einstand.

Im ersten Spiel ärgerte der SV Schloßberg den Favoriten zwar kurz - Dominik Dötsch traf für den SVS (4.). Danach jedoch schalteten die Rothemden - bei denen sich Alexander Zetterer wiederum den Spaß gönnte, sich zwischen die Pfosten zu stellen - einen Gang hoch und gewannen durch Tore von Josip Tomic (7.), Maximilian Mayerl (8. und 11.) sowie Sascha Marinkovic (beide 14.) am Ende mit 5:1.

Zuvor hatte der Stadtrivale SB DJK Rosenheim den Außenseiter vom TSV 1921 Bernau gleich mit 6:1 zerlegt. Ebenfalls eine Ansage - der Sportbund trat auch mit einer stärkeren Formation auf als zuletzt bei der Kreismeisterschaft in Traunreut, wo man arg enttäuschte. Alexander Lallinger (1.) und Fatih Eminoglu (3.) eröffneten den Torreigen, kaum das das Spiel begonnen hatte. Bernaus Aktivposten Kalilu Conteh funkte kurz dazwischen (8.) - in der Schlussphase jedoch verstanden die Grün-Weißen keinen Spaß mehr und schossen die Truppe vom Chiemsee durch weitere Kisten von Jannik Schleelein (11. und 14.), wieder Lallinger (12.) und Dominik Reichmacher (13.) regelrecht ab.

Bei ihrem zweiten Auftritt in der Luitpoldhalle zeigten sich die Gelb-Schwarzen jedoch konkurrenzfähiger und lieferten dem SV Schloßberg einen flotten Schlagabtausch, der auch gut und gerne anders hätte ausgehen können. Die Tore fielen wie die reifen Früchte und auch die Führung wechselte munter hin und her - dem Publikum gefiel es. Am Ende stand ein 4:3 für den SVS zu Buche - Michael Mauritz (1.), Simon Marold (6.), Dötsch (7.) und Josef Hofmann (13.) trafen für Schloßberg - Conteh (5.), Max Heider (6.) und Daniel Kornfeld (12.) für die Bernauer.

Die Entscheidung um den Gruppensieg sollte - es war im Vorhinein abzusehen gewesen - zwischen rot und grün fallen. Stadtderby war angesagt. Sechzig gegen den Sportbund. Auf dem Feld liegen wieder Welten zwischen beiden Konkurrenten, in der Halle ist es naturgemäß enger - wenn der SBR mit dem richtigen Personal und der entsprechenden Motivation auftritt. Anders als in Traunreut war dies heute der Fall. Die gemischte Truppe unter Leitung von Harry Mayer lieferte dem großen Rivalen einen Fight ab. Tomics Führung für die Roten (4.) glich Alban Obri umgehend aus. (5.). Auch danach blieb es spannend. Mit Chancen auf beiden Seiten. Für die Entscheidung sorgte letztlich ein traumhafter Treffer nach vorheriger Pirouette von Korbinian Linner (8.). Der lange Schlaks wird doch nicht etwa noch zum Hallenkönig mutieren?

In ihren abschließenden Spielen zeigten sich beide ähnlich gut aufgelegt - und beendeten die Gruppe so, wie sie sie begonnen hatten. Mit Kantersiegen. Schleelein (4.), Obri (5. und 12.) sowie Börtschök (9.) schossen den SBR ins Halbfinale und Schloßberg aus dem Turnier. Treffer für die Stephanskirchener von Anderas Daxer und Benedikt Pongratz konnte daran nichts ändern. Bernau blieb nach seinem couragierten Auftritt gegen den SVS gegen die Sechziger ohne Chance. Tomic (2.), Sebastian Weber (beide 6.), Linner (9.) und Michael Wallner (12.) netzten für die Roten.

Ergebnisse:

TSV 1921 Bernau - SB DJK Rosenheim 1:6

SV Schloßberg - TSV 1860 Rosenheim 1:5

SV Schloßberg - TSV 1921 Bernau 4:3

SB DJK Rosenheim - TSV 1860 Rosenheim 1:2

SB DJK Rosenheim - SV Schloßberg 4:2

TSV 1860 Rosenheim - TSV 1921 Bernau 5:0

Tabelle Gruppe B:

1. TSV 1860 Rosenheim 12:2 Tore, 9 Punkte

2. SB DJK Rosenheim 11:5, 6

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3. SV Schloßberg 7:12, 3

4. TSV 1921 Bernau 4:15, 0

Halbfinals führen zum Doppel-Derby

Ins Semifinale hatten sich also der TSV 1860 Rosenheim, der SB DJK Rosenheim, der TuS Raubling und der SV Bruckmühl vorgespielt. Über Kreuz trafen nun die jeweiligen Gruppensieger auf die Gruppenzweiten und ermittelten in diesen Entscheidungsspielen die beiden Finalteilnehmer. Und damit auch die beiden Teams, welche im kommenden Jahr 2018 ebenso wie die Vertreter aus den Gruppen Inn und Ruperti für die Kreismeisterschaft im Spielkreis Inn/Salzach qualifiziert sind. Beide Spiele sollten mehr als klare Angelegenheiten werden - denn die favorisierten Rosenheimer hatten Bock auf ein weiteres Derby in heimischer Halle und fackelten nicht lange.

TuS Raubling - SB DJK Rosenheim 0:3

Mit jeder Menge Spielfreude marschierten die Grünen als erstes ins Finale. Die starken Obri (2.) und Lallinger (5.) sorgten mit toll herausgespielten Toren dafür, dass die Weichen gegen einen TuS, der angesichts des SBR-Wirbels nur wenig entgegen zu setzen hatte, frühzeitig auf Sieg gestellt wurden. Zwar verpasste es der Sportbund im Anschluss seine Überlegenheit in Tore umzumünzen - Börtschök gelang in der Schlussminute allerdings noch der umjubelte dritte Treffer. Gut ins Turnier gestartete Raublinger konnten sich also am Ende nicht für die Kreismeisterschaften im kommenden Jahr qualifizieren - der SB DJK Rosenheim hingegen war heiß auf die Revanche gegen die Roten.

TSV 1860 Rosenheim - SV Bruckmühl 3:0

Ebenso eindeutig verlief die zweite Partie der Vorschlussrunde. Und endete mit dem gleichen Ergebnis. Auch der SV Bruckmühl konnte dem TSV 1860 letztlich nicht Paroli bieten. Gleich zu Spielbeginn sorgte Tomic für klare Verhältnisse - und nachdem sich die Kicker des SVB zwar kaum eigene Chancen herausspielen, sich aber mit Glück und Geschick minutenlang gegen dominierende Sechziger weiterer Gegentreffer erwehren konnten, machten Weber und Mayerl nach zehn Minuten den Deckel drauf.

Bruckmühl Dritter - Sechzig gewinnt auch Futsal-Cup

Im Endspiel der diesjährigen Hallenmeisterschaft der Gruppe Chiem hieß es also - man konnte es bald erahnen - Stadtderby Teil Zwei. Während sich die Akteure von Jahnstraße und Sportbund-Campus also ein zweites Mal duellieren sollten, trafen im kleinen Finale der Bruckmühl und Raubling aufeinander. Beide hatten kein schlechtes Turnier gespielt - bei beiden reichte es allerdings an diesem Tag nicht, um an die Großen aus Rosenheim heran zu schmecken.

SV Bruckmühl - TuS Raubling 4:2 (n.6m.)

Untereinander war man da schon ebenbürtiger. Zumindest mehr als in der Gruppenrunde, als der SVB sich gegen einen TuS, der schon weiter war, lässig zu einem 4:1 spielte. In einem Spiel, welches aufgrund der Tatsache, dass die Qualifikation zur Kreismeisterschaft bereits Geschichte war, keine große Bedeutung mehr hatte, beharkten sich die beiden Konkurrenten - zeigten dem Publikum aber leider vor den Toren Magerkost. Weder dem SV Bruckmühl noch dem TuS Raubling gelang es den Ball ins gegnerische Netz zu befördern. Somit fiel die Entscheidung zugunsten des SVB erst nach Sechs-Meter-Shoot-out.

TSV 1860 Rosenheim - SB DJK Rosenheim 3:2

Im Finale versuchten die Spieler des SBR also erneut, dem großen Cousin ein Bein zu stellen. Wieder legten sie sich gehörig ins Zeug. Wieder lieferten sie ein enges Spiel - auch wenn die Sechziger jetzt überlegener waren, als im Aufeinandertreffen in der Gruppe. Und wieder sollte es nicht reichen. Denn die Klasse der Regionalliga-Akteure stellte am Ende dann doch unmissverständlich klar, wer derzeit die mehr als eindeutige Nummer Eins im Rosenheimer Fußball ist. Chapeau allerdings an den Sportbund, der an diesem Tag tollen Futsal bot - und auch gegen den favorisierten Stadtrivalen zweimal gut mithalten konnte.

Tomic besorgte die Blitzführung für die Sechziger (1.), die bis zur zehnten Minute ihren Vorsprung nicht ausbauen konnten. Dann kam Show-Man Sascha Marinkovic, zeigte eines der Kabinettstückchen für die er immer gut ist - und erzielte mit einem herrlich angelupften Ball das 2:0. Wär gedacht hatte, dies sei die Vorentscheidung in diesem Finale, sah sich getäuscht - denn der SBR gab nie auf, blieb hartnäckig und in Form eines schnellen Gegenschlags von Lallinger (12.) auch dran.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Mayerl - der zusammen mit Tomic, Marinkovic und Linner heute zu den auffälligsten Sechzigern gehörte - erzielte das sehenswerte 3:1 (13.). Und obwohl der Sportbund durch Ömer Türk kurz vor Ultimo ein weiteres Mal herankommen konnte (14.), reichte es zu mehr dann nicht mehr. Mit der Schluss-Sirene stand fest - nach dem Sparkassenpokal holt der TSV 1860 Rosenheim am gleichen Wochenende auch den Niedermaier-Futsal-Cup!

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Die genauen Ergebnisse und Statistiken von allen Spielen findet ihr HIER auf den Seiten des BFV.

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Gespielt wurde Futsal nach den BFV-Richtlinien für Hallenfußball

Die offizielle Hallenmeisterschaften des BVF werden nach den Spielregeln der FIFA, den Bestimmungen der Satzung und Ordnungen des BFV und den Vorgaben der BFV-Richtlinie für Hallenfußball durchgeführt. Die Bestimmungen sind über den Internetauftritt www.bfv.de abrufbar.

Anzahl der Spieler: 4 Feldspieler, 1 Torwart und bis zu 7 Auswechselspieler (Gesamtspielerzahl max. 12)

Ball: Futsal-Ball

Spielzeit: 1 x 14 Minuten ohne Halbzeitpause

Kumulierte Fouls: ab dem 5. Foul gibt es 10-Meter Freistoß

Quelle: rosenheim24.de

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