Der Kapitän des TSV 1880 Wasserburg im Beinschuss-Interview

Dominik Haas: "Unser größtes Plus ist der überragende Teamgeist!"

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Löwen-Kapitän Dominik Haas spricht im Beinschuss-Interview offen über seine Zukunft.
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Wasserburg - Der TSV 1880 Wasserburg feierte zuletzt vier Aufstiege am Stück und steht nun zur Winterpause wieder auf Platz 1 in der Landesliga Südost. Beinschuss.de hat mit Kapitän Dominik Haas über den anhaltenden Erfolg, sowie seine persönliche sportliche Zukunft gesprochen.

Beinschuss.de: Servus Dominik. Nach vier Aufstiegen in Folge steht ihr auch in der Landesliga zur Winterpause auf Platz eins. Wie schafft ihr es, Jahr für Jahr wieder vorne mitzuspielen und jedes Mal als Neuling die Liga aufzumischen?

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Dominik Haas: Wir haben in dieser Saison eine Top – Mannschaft. Von der fußballerischen Qualität ist das mit Sicherheit die beste und homogenste Löwen-Mannschaft bisher. Aber unser größtes Plus, denke ich, ist die mannschaftliche Geschlossenheit und der überragende Teamgeist. Wir sind jedoch nicht nur auf dem Platz eine Einheit. Auch neben dem Fußball verstehen wir uns sehr gut und machen viel zusammen. Wie vor kurzem zum Beispiel, wo der Andi Hundschell (mit zwei weiteren Hilfsköchen aus der Mannschaft) ein Mehr – Gänge – Menü auf Sterneniveau in den Wasserburger Markthallen für die Mannschaft gekocht hat. Eine legendäre Aktion, die ich so auch noch nicht erlebt habe.

Beinschuss.de: Vor der neuen Saison lautete Euer Saisonziel „in der Landesliga etablieren“. Wurde das Ziel mittlerweile nach oben geschraubt?

Haas: Das Ziel, sich zu etablieren, haben wir, denke ich erreicht. Nach dieser Vorrunde möchten wir jetzt natürlich bis zum Ende der Saison oben mitspielen. Unsere Mannschaft ist sehr ehrgeizig. Aber in dieser Saison ist es nicht so wie in den vergangenen Jahren, wo eigentlich immer der Aufstieg das Ziel war. Das war schon mit einem gewissen Druck verbunden. Wir wollen uns in den restlichen Spielen vor allem im spielerischen und taktischen Bereich verbessern und weiterentwickeln damit wir den Zuschauern attraktiven Fußball bieten können. Da sind wir, glaube ich, auf einem ganz guten Weg, auch wenn es immer mal wieder Rückschläge gibt. Was dann am Ende rauskommt, wird sich zeigen. Es spielen ja noch einige Mannschaften um Platz eins mit, wobei Freising und Deisenhofen ja schon eine langjährige Landesliga – Erfahrung haben, die uns natürlich fehlt.

Beinschuss.de: Wie habt Ihr es geschafft, hochkarätige Abgänge wie Andrija Bosnjak (1860 Rosenheim) oder Klaus Bachmayr (TSV Buchbach) zu kompensieren?

Haas: Unsere Neuzugänge im Sommer sind alle – ohne Ausnahme – voll eingeschlagen. Dass alle, die neu dazugekommen sind, die fußballerische Klasse hatten, das wussten wir natürlich. Aber, dass wir charakterlich solche Super – Typen für die Mannschaft und den Verein gewinnen konnten, war ein absoluter Glücksfall. Ich persönlich finde es mindestens genauso wichtig, dass neben der fußballerischen Klasse vor allem der Charakter eines Spielers stimmt. Durch mannschaftliche Geschlossenheit kannst du vieles wettmachen.

Beinschuss.de: Am Samstag stand das letzte Spiel beim FC Moosinning (1:0) an, danach geht es in die wohlverdiente Winterpause. Wann startet die Vorbereitung auf die Rückrunde und wie sieht das Programm aus?

Haas: In die Vorbereitung starten wir, glaube ich, Mitte Januar. Es stehen attraktive Testspielgegner auf dem Programm. Unter anderem Heimstetten, Burghausen, 60 München II. Das wird sicher interessant.

Beinschuss.de: Du bist jetzt seit 2014 wieder im Verein, bist 35 Jahre alt. Wie lange hast du noch vor, auf diesem Niveau zu spielen?

Haas: Ich muss schauen, wie es mir gesundheitlich geht. In dieser Saison habe ich bisher wenige Spiele schmerzfrei bestritten. Außerdem brauche ich nach einem Spiel mittlerweile viel länger zum Regenerieren. Mit Mitte 20 ging das besser (lacht). Aber es macht halt einfach noch extrem viel Spaß, nicht nur die Spiele, sondern vor allem auch das Training. Da geht`s immer voll ab. Das würde mir schon sehr fehlen, glaube ich. Ich lass das auf mich zukommen und schaue, wie es mir im Sommer geht. Dann entscheide ich. Dass ich aber für einen anderen Verein nochmal unterklassig spiele, das kann ich auf alle Fälle ausschließen. Meine Karriere beende ich bei den Wasserburger Löwen.

Beinschuss.de: Was hast du nach deiner Karriere vor? Willst du im Fußballgeschäft bleiben, eventuell auch beim TSV 1880 Wasserburg?

Haas: Ich weiß es noch nicht genau. Momentan kann ich mir einen Trainerposten überhaupt nicht vorstellen. Ich bin beruflich Mathe- und Sportlehrer. Als Lehrer, vor allem im Sport, ist es schon oft so, dass du Anweisungen gibst, korrigierst, positiv oder negativ verstärkst. Ein Fußballtrainer macht das ja auch. In meiner Freizeit möchte ich aber nicht dasselbe machen, wie im Beruf, da brauche ich schon einen Ausgleich. Aber neben dem Fußball habe ich noch andere Hobbys, die in letzter Zeit viel zu kurz kamen. Ich fahre z.B. gern Mountainbike, da wäre mal wieder eine Transalp angesagt. Die würde ich gern mit meinem Papa und meinen Brüdern fahren. Und wer weiß, vielleicht kommt die Mama mit dem E-Bike mit (lacht). Das wäre ein Traum. Außerdem spiele ich Golf. Ein überragendes Siel, leider fehlt mir da oft die Zeit dazu. Außerdem hab ich ja auch noch meine Frau und meine zwei Jungs daheim. Langweilig wird mir da bestimmt nicht. Und wer weiß: wenn man mal ein bisschen Abstand vom Fußball hat, dann könnte ich mir schon vorstellen, dass einen wieder die Leidenschaft packt. Also: mal schauen…

dg

Quelle: rosenheim24.de

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