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Preisexplosion um 600 Prozent bei Sporttotal – so reagieren die Vereine aus der Region

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Von: Markus Altmann

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Kamera bei einem Fußballspiel. (Symbolbild).
Kamera bei einem Fußballspiel. (Symbolbild). © picture alliance/dpa |Marton Monus

Dank Sporttotal.tv können Vereine für die Fans ihre Heimspiele live im Internet übertragen. Ab der kommenden Saison müssen die Klubs aber tief in die Tasche greifen, wenn sie das Kamerasystem weiter nutzen wollen. Denn dann erhöht sich der Preis um das Sechsfache. beinschuss.de hat sich bei den Klubs aus der Region umgehört und nachgefragt, wie sie auf die Preisexplosion reagieren.

Rosenheim - Die Bundesliga gibt es live auf Sky oder DAZN zu sehen, die 3. Liga auf Magenta Sport. Amateurvereine dagegen können mithilfe von Sporttotal.tv ihre eigenen Fußballspiele für ihre Fans live im Internet übertragen. Doch zur neuen Saison erhöht der Anbieter drastisch seine Preise. Während der Dienst zuvor zehn Euro im Monat kostete, muss ein Amateurklub künftig 70 Euro pro Monat bezahlen. Das ist eine Steigerung von 700 Prozent.

Bruckmühls Abteilungsleiter Straßer: „Die Preissteigerung ist wirklich enorm“

„Das wird bei uns im Verein sehr kontrovers diskutiert“, sagt Bruckmühls Abteilungsleiter Michael Straßer im Gespräch mit beinschuss.de. „Die Preissteigerung ist wirklich enorm, auch wenn die Kamera und das System dahinter deutlich besser sein sollen.“

Auch wenn sich einige User die Spiele der Bruckmühler in der Vergangenheit angeschaut haben - ein Spitzenwert waren fast 300 Klicks - und der Landesligist dort auch seine Sponsoren präsentieren kann, ist sich der SVB nicht sicher, ob er das Kamerasystem in der kommenden Spielzeit weiterführen wird. „Wir haben das noch nicht abschließend entschieden“, so Straßer weiter.

Freilassing verzichtet ab der kommenden Saison auf das Kamerasystem

Der ESV Freilassing dagegen hat sich bereits festgelegt. „Nach dieser Spielzeit wird es die Kamera bei uns nicht mehr geben“, betont ESV Freilassings Pressesprecher Anton Deiter. „Wir wollen diese Preiserhöhung nicht akzeptieren. Auch wenn wir das System durchaus genutzt haben, sind 70 Euro für uns pro Monat nicht realisierbar. Das Geld fehlt dann woanders.“

Einer der ersten Vereine, die eine Kamera von Sporttotal erhalten hatten, war der TSV Kastl. „Damals war das durchaus eine Win-Win-Situation. Aber als Klub muss man auch schauen, dass die Kamera immer läuft und man trägt auch selbst die Unkosten“, sagt Brehm auf Nachfrage von beinschuss.de. Ob Fans auch zur kommenden Saison noch die Spiele über Sporttotal verfolgen können, lässt Brehm offen. „Unter diesen Umständen müssen wir uns überlegen, ob wir das Angebot nach wie vor nutzen wollen.“

„Wir waren nicht erfreut über die Preiserhöhung“

Diese Unsicherheit gibt es bei mehreren Vereinen. Sowohl der TSV 1880 Wasserburg, als auch der FC Töging und der TSV Ampfing haben sich noch nicht entschieden, ob sie ihre Partien über Sportotal.tv auch in der kommenden Saison streamen wollen. „Wir waren nicht erfreut über die Preiserhöhung. Bei uns wird es nicht so oft genutzt, deshalb haben wir diesbezüglich noch keine Entscheidung getroffen“, sagt Ampfings Sportlicher Leiter Adrian Malec.

Mit Sicherheit weiterhin nutzen werden der SV Kirchanschöring und der TSV Buchbach das System. „Es gibt viele Nutzer, die sich unsere Spiele anschauen und diese kommen auch aus ganz Deutschland. Zudem arbeitet das Trainerteam mit den Tools. Für uns ist es also sinnvoll“, sagt Buchbachs 1. Abteilungsleiter Georg Hanslmaier gegenüber beinschuss.de.

Auch aufseiten des Bayerischen Fußball-Verbandes weiß man um die Probleme, welche für die Vereine durch die Preissteigerung entstehen. „Wir haben aber keinen Einfluss darauf“, stellt BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth gegenüber beinschuss.de klar. „Wir verstehen den Unmut einiger Vereine. Ganz wichtig ist zu betonen, dass die Klubs nicht verpflichtet sind, das Kamerasystem zu nutzen. Es ist lediglich eine zusätzliche Option.“

Ob die Fans also die Spiele ihres Lieblingsvereins auch in Zukunft über Sporttotal.tv verfolgen können, bleibt vorerst an vielen Standorten noch offen.

ma

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