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Polizei zerschlägt illegales Prostitutions-Netzwerk im Landkreis Traunstein

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OVB-Serie zur Fußball-Geschichte der Region Teil 3

Wie der Fußball wieder ins Rollen kam: 5000 sehen 1. FC Traunstein scheitern

Erst Pferderennbahn später Fußballplatz, heute das Jahnstadion: Johann Gabriel stellte sein Grundstück am Mangfalldamm, die sogenannte Gabrielwiese, zur Verfügung. Dort spielte der ASV Rosenheim.
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Erst Pferderennbahn später Fußballplatz, heute das Jahnstadion: Johann Gabriel stellte sein Grundstück am Mangfalldamm, die sogenannte Gabrielwiese, zur Verfügung. Dort spielte der ASV Rosenheim.

Teil 3 der OVB-Serie zur Fußball-Geschichte der Region. In der Kreisliga bekamen die Traunsteiner Fußballer nicht nur durch den Rosenheimer Abstieg Gesellschaft aus der Heimat: Die FA Trostberg holte sich mit acht Punkten Vorsprung klar den Titel in der I. Bezirksklasse. In den Entscheidungsspielen waren über 3000 Zuschauer keine Seltenheit.

Rosenheim/Mühldorf – Die zweite Saison in der zweithöchsten Spielklasse war auch die letzte für den ASV Rosenheim. Das lag weniger an schwachen Leistungen 1947/48, sondern am Versprechen des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), dass es ab 1948 wieder eine eingleisige Landesliga geben würde. Schließlich hatten sich die Verkehrsverhältnisse in Bayern, der Grund für die Zweiteilung, seit dem Kriegsende verbessert. Und das bedeutete: Von 13 Süd-Landesligisten qualifizierten sich nur sechs für die neue Liga, die Siebten aus dem Süden und Norden bestritten ein Entscheidungsspiel.

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Drei Punkte fehlten den Rosenheimern

Drei Punkte fehlten den Rosenheimern als Neuntem mit 19:29 Zählern am Ende auf den TSV 1861 Straubing (22:26), der als Siebter noch in die eingleisige Landesliga rutschte. Dabei schwante dem Reporter der „Niederbayerischen Nachrichten“ noch Böses, als die Straubinger im Januar 1948 mit einem 2:6 aus Rosenheim nach Hause fuhren: „Abschließend wollen wir noch sagen, dass außer Schmid Hans, Buhl und Marusch alle Spieler nervös wirkten und damit die ganze Spieleinheit derart verschlechterten, dass eine Katastrophe unausbleiblich war. Wie lange soll das noch weitergehen? Will der TSV zum nächsten Spiel wieder mit einer so unmöglichen Mannschaftsaufstellung fahren?“

Landesliga-Meister wurde übrigens der BC Augsburg, der ein Jahr nach dem Abstieg postwendend in die Oberliga zurückkehrte und den SSV Jahn Regensburg um einen Punkt abhängte.

Lesen Sie auch: Die ersten Spielzeiten nach dem Krieg (Plus-Artikel OVB-Online)

VfR Neuburg war für Traunstein Endstation

Beinahe hätte es trotz des Rosenheimer Abstiegs einen Vertreter aus dem Fußball-Bezirk Inn-Chiem in der neuen Landesliga gegeben. Denn für die Meister aus den sieben Kreisen Bayerns waren zwei Plätze reserviert. 1947 noch Zweiter, setzte sich der 1. FC Traunstein diesmal in der Gruppe A der oberbayerischen Kreisliga souverän durch. Eine einzige Niederlage stand in 18 Spielen zu Buche – und die gab es am grünen Tisch bei Hansa Neuhausen. +

Der Vizemeister FA Weilheim etwa wurde mit 8:1 nach Hause geschickt. Doch es gab auch eine Gruppe B, in der sich der VfR Neuburg knapp gegen die Münchner Sport-Vereinigung (MSV) durchgesetzt hatte. Im ersten Spiel um die oberbayerische Meisterschaft reichte es für den 1.FC zu einem 3:3, in Neuburg zog man aber vor 5000 Zuschauern mit 0:1 den Kürzeren. Der VfR scheiterte schließlich in der Aufstiegsrunde an der SpVgg Landshut.

FA Trostberg holte sich mit acht Punkten Vorsprung klar den Titel

In der Kreisliga bekamen die Traunsteiner nicht nur durch den Rosenheimer Abstieg Gesellschaft aus der Heimat: Die FA Trostberg holte sich mit acht Punkten Vorsprung auf Garching klar den Titel in der Gruppe Inn der I. Bezirksklasse. Vor dem Aufstieg in die höchste oberbayerische Liga wartete aber der Meister der Gruppe Chiem, in der TuS Bad Aibling und TSV Berchtesgaden gleichauf ins Ziel kamen.

Im Entscheidungsspiel setzten sich die Rupertiwinkler in Traunstein mit 3:1 durch. 3500 Zuschauer wollten eine Woche später in Berchtesgaden das erste Finale um die Bezirksmeisterschaft sehen – und gingen nach dem 1:2 zum größten Teil enttäuscht heim. Das Rückspiel am Jahnplatz vor erneut 3500 Fans am 23. Mai 1948 war dann mit 5:2 eine klare Sache für Trostberg.

Im Pokal für Furore gesorgt

Zwischendurch hatte die FA im Pokal für Furore gesorgt. Im oberbayerischen Viertelfinale – das war die 8. Runde – schlug sie den eine Klasse höher angesiedelten SV Aubing mit 2:1. Im Halbfinale hatte Trostberg Freilos, sodass es im Endspiel zum Landesliga-Sechsten VfL Ingolstadt-Ringsee (später ESV Ingolstadt) ging. 45 Minuten lag hielt der Underdog ein 0:0, am Ende stand es 1:0 für Ingolstadt.

1948/49: Bad Aibling macht Furore

So berichtete das Oberbayerische Volksblatt vom Bad Aiblinger Erfolg im Juni 1949.

Alle drei Kreisligisten aus dem Bezirk Inn-Chiem spielten gut mit, doch zum Titel reichte es weder für Landesliga-Absteiger Rosenheim noch für Vorjahresmeister Traunstein oder Trostberg. Der Neuling landete dank seiner Heimstärke als Sechster in der oberen Tabellenhälfte, nur Meister 1.FC Penzberg nahm drei Punkte von der Alz mit. Einen Platz und drei Punkte davor kamen die Traunsteiner ins Ziel. Am knappsten scheiterte der ASV Rosenheim, dem nach 22 Spielen und 30:14 Punkten ein Zähler auf die Elf aus dem Oberland fehlte. Und wäre nicht das Rosenheimer 4:2 beim DSC München wegen eines Regelverstoßes annulliert worden, wäre vielleicht mehr drin gewesen. Das Wiederholungsspiel endete nur 2:2.

Damals herrschten raue Sitten auf den Plätzen, wie hier im Jahr 1949.

Im Bezirk Inn-Chiem wurde erstmals in drei Bezirksklassen gespielt, des Verkehrs und wohl auch des Winters wegen. Die Gruppe Chiem und die neue Gruppe Ruperti spielten mit acht und sieben Teams eine Mini-Runde. Die Gruppe Inn, die sich von Wasserburg bis nach Simbach erstreckte, bestand aus zwölf Teams. Mit Meister TSV Vilsbiburg, dem TV Gangkofen und dem ASV Simbach spielten auch drei Niederbayern mit. Die Rottal-Vereine konnten sich in den Nachkriegsjahren lange nicht recht entscheiden, ob sie in heimischen Gefilden bleiben oder mit den Nachbarn aus Oberbayern spielen wollten, die leichter erreichbar waren. Die Eisenbahn war als Verkehrsmittel wichtig: Die B-Klassen wurden entlang der Bahnstrecken eingeteilt, kaum ein Verein war weiter als fünf Kilometer entfernt von einem Bahnhof.

Bezirk Inn-Chiem größer als der heutige Kreis Inn-Salzach

Nur der SSV Eggenfelden, der schnell den Sprung in die niederbayerische Kreisliga schaffte und sich dort etablierte, blieb in der Heimat. Die SpVgg Pfarrkirchen (später TuS 1860) kehrte 1950 zurück nach Inn-Chiem. Der TSV Vilsbiburg verabschiedete sich 1957 wieder Richtung Osten, Pfarrkirchen und Simbach ein Jahr später. Doch auch am westlichen Rand war der Bezirk Inn-Chiem größer als der heutige Kreis Inn-Salzach, der mit gut 5200 Quadratkilometern doppelt so groß ist wie das Saarland: Vereine wie Glonn, Oberpframmern und Ebersberg spielten lange mit, Grafing verabschiedete sich erst 1987 in Richtung München. Dafür waren die Mannschaften aus dem nördlichen Landkreis Wasserburg (Haag, Maitenbeth, Isen) traditionell im Bezirk München zuhause; der FC Maitenbeth wechselte als Letzter erst 1984 in den Kreis Inn/Salzach.

Eine klare Sache für den TuS Bad Aibling

Zurück ins Jahr 1949: Die Punkterunde in der dreigleisigen Bezirksklasse war schnell absolviert, schon Anfang März begann die Endrunde um die Inn-Chiem-Meisterschaft. Sie war eine klare Sache für den TuS Bad Aibling, der keines seiner vier Spiele verlor. Mit dem 1:0 gegen den TSV Vilsbiburg machten die Kurstädter am 3. April alles klar. Doch das große Zittern begann erst. Zwar sollten sich vier von fünf Teilnehmern an der Aufstiegsrunde für die Kreisliga qualifizieren, doch sie begann zäh für den TuS Bad Aibling: 1:1 gegen Wolfratshausen, 2:2 in Perlach, dann ein 1:3 in Kösching. Das letzte Spiel am 26. Juni gegen den FC Phönix München musste entscheiden. Das 3:0 reichte – aber wie knapp war das: Jede der fünf Mannschaften gewann nur ein Spiel, und der FC Perlach kam als Erster mit 5:3 Punkten nur zwei Zähler vor dem ausgeschiedenen FC Phönix ins Ziel.

Heimische Spieler in Oberbayern-Auswahl

Für drei heimische Kicker hatte das Jahr 1949 einen besonderen Höhepunkt zu bieten: Josef Kölbl (ASV Rosenheim) sowie die beiden Trostberger Schwarz und Laufer standen in der oberbayerischen Kreisauswahl, die im August das Finale um den „Alv-Riemke-Pokal“ gegen Unterfranken mit 3:2 nach Verlängerung für sich entschied. Und es war Laufer, der nach einem frühen Rückstand mit dem 1:2 die Aufholjagd startete. Der nach dem Trainer der SpVgg Fürth, des 1.FC Nürnberg und des FC Bayern benannte Pokal war ein Zuschauermagnet für die ausgehungerten Fans: Schon in der ersten Runde kamen 4000 Fans nach Neuburg, das 6:3 gegen Niederbayern im wiederholten Halbfinale sahen in Rosenheim, und im Endspiel in Würzburg waren es 2500.

„Fußball in Bayern“, Band 1: 1945-55 aus der Reihe „Bayern-Chronik“ ist für 39,80 Euro erhältlich beim Deutschen Sportclub für Fußball-Statistiken e.V., Produktvertrieb, Bocksgründen 67, 27232 Sulingen, oder online über dsfs.de. Band 2 (1955-63) erscheint im November.

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