Spielertrainer: Übungsleiter im Trikot

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Geben die Kommandos: Florian Schörgnhofer (re.) und sein Gegenüber, Gerry Straßhofer vom TSV Traunwalchen

Den SV Kay coacht ein Trainer-Duo, das selbst regelmäßig auf dem Platz steht

Die Schienbeinschoner und die Stutzen sitzen, das Dress mit der Nummer '9' ist stets griffbereit. Florian Schörgnhofer ist Spielertrainer beim derzeit sehr erfolgreichen SV Kay. Die fußballverrückte 1100-Seelen-Gemeinde konnte alle ihre fünf Partien in der Kreisklasse 4 für sich entscheiden und thront derweil fast schon konkurrenzlos über den anderen Teilnehmern dieser Spielklasse. Auch gegen den TSV Traunwalchen konnte sich der SVK mit 2:1 durchsetzten. Mit Sicherheit auch der Verdienst des Trainer-Duos, das selber regelmäßig zu den Tretern greift und auf Torejagd geht.

Neben Schörgnhofer coacht Thomas Dengel den Kreisklassisten. Auch der Mann mit Landesliga-Erfahrung ist für die Elf, die ihre Heimspiele an der Trostberger Straße austrägt, verantwortlich. Doch: Es steht maximal einer der beiden auf dem Feld, der jeweils andere betrachtet die jeweilige Begegnung von der Seitenlinie: "Das hat sich etabliert, von außen hat man dann doch einen besseren Überblick über das Feld und kann die Partie genauer analysieren." Normalerweise ist Tom Dengel, der Co-Trainer, während der 90 Minuten an der Seitenlinie anzutreffen, doch am Samstagnachmittag musste Schörgnhofer wegen Adduktorenprobleme zusehen. Dengel übernahm dafür seinen Part im Sturmzentrum im Spiel gegen den TSV Traunwalchen.

Doch was ist eigentlich wichtig, wenn man als Spieler über seine Teamkameraden entscheiden muss? "Eine gewisse Distanz ist schon nötig. Gerade nach einem Spiel suche ich eher den Abstand von meinen Kollegen", stellte Florian Schörgnhofer nach dem Spiel im Gespräch mit dem "Beinschuss" klar. Es sei eine komplett neue Situation, wenn man als "normaler" Spieler zum Trainer aufsteigt, doch er werde in seiner neuen Rolle absolut akzeptiert. Kein Wunder: So stark, wie sich die Kayer in dieser Spielzeit präsentieren - da muss das Gefüge doch stimmen. Kays Coach macht auch auf dem Platz einen souveränen Eindruck: Mit seinen insgesamt vier Saisontreffer sicherte er seinen Farben schon den ein oder anderen Zähler.

An diesem Nachmittag hat man mit Traunwalchen einen Gegner vor der Brust, der selbst von einem "Aktiv-Trainer" gecoachet wird: Gerald Straßhofer griff aber in dieser Spielzeit noch gar nicht in das Geschehen ein: "Auf dem Spielbericht bin ich eigentlich immer eingetragen, aber ich lasse den Jüngeren heuer lieber den Vortritt." Er bestätige im Anschluss an die Partie Schörgnhofers These, dass ein bestimmter Abstand zum Team sein müsse. Autorität muss halt auch in der Kreisklasse sein.

Das Kayer Trainer-Duo, in dieser Konstellation seit etwa der letzten Winterpause gemeinsam an der Seitenlinie (beziehungsweise ja eigentlich nie zusammen), funktioniert richtig gut. "Durch ein zufälliges Treffen mit dem Flo bin ich hier zum Co-Trainer geworden", erklärte Dengel. Eigentlich habe er seine Fußballschuhe schon an den Nagel gehängt - zu oft hatte der 30-Jährige mit Achillessehnenproblemen zu kämpfen. Dengel nahm die Herausforderung dennoch an und steht teilweise auch noch selber auf dem Rasen. Sein Job als "Spieler-Co-Trainer" mache ihm "unglaublich Spaß." Mit Günther Hebele und Robert Berg war er unter zwei der vielleicht besten Trainer aus der Region selber Spieler, so Dengel, welcher insgesamt zehn Jahre lang für den SV Kirchanschöring auflief. "Meine Erfahrung und mein taktisches Verständnis - das möchte ich an die jungen Spieler hier in Kay weitergeben. Alle sind hier unglaublich motiviert."

An diesem Samstagnachmittag konnte sich die Truppe des Übungsleiter-Gespanns Schörgnhofer/Dengel alle drei Zähler in einer recht ruppig geführten Partie holen, wie auch der ausführliche Bericht zeigt. Nur eines sei bereits an dieser Stelle verraten: Den entscheidenden Treffer markierte Tom Dengel - natürlich einer der beiden Spielertrainer.

Quelle: rosenheim24.de

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