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Worauf man bei der Rückkehr ins Training achten sollte

Sport nach Corona-Infektion: „Falscher Ehrgeiz kann lebensgefährlich sein“

Univ.-Prof. Martin Halle (r.) warnt vor einem frühzeitigen Einstieg in den Sport nach einer Corona-Infektion.
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Univ.-Prof. Martin Halle (r.) warnt vor einem frühzeitigen Einstieg in den Sport nach einer Corona-Infektion.

Die Corona-Infektionszahlen in der Region steigen immer weiter an und auch in den Vereinen gibt es immer mehr positive Fälle. Doch auf was müssen Amateursportler achten, wenn sie nach einer Erkrankung wieder mit dem Sport einsteigen wollen? beinschuss.de gibt einen Überblick und hat bei 1860 Rosenheims Sam Zander nachgefragt, wie seine Rückkehr nach einer Corona-Infektion in den Trainingsbetrieb verlief.

Kreis Inn/Salzach - Die Corona-Infektionszahlen in der Region steigen immer weiter an. Das bekommen auch die Amateurfußballvereine aus der Region zu spüren. Immer wieder kommt es daher in den heimischen Ligen zu Spielabsagen, wie zuletzt zwischen der SG Reichertsheim-Ramsau-Gars und dem VfB Forstinning in der Bezirksliga Ost.

1860 Rosenheim Zander: „Habe mir schon Gedanken gemacht“

Auch Sam Zander vom TSV 1860 Rosenheim hatte bereits mit dem Virus zu kämpfen und wurde vor etwa fünf Wochen positiv auf Corona getestet. Dabei entwickelte er milde Symptomen wie Kopf- und Halsweh und leichten Husten. “Das war zunächst ein kleiner Schock”, gibt Zander im Gespräch mit beinschuss.de zu. “Ich habe mir schon Gedanken gemacht, wie sich das auf den Fußball und meine Leistungsfähigkeit auswirkt.”

Zander hatte allerdings im Nachgang keine Probleme mehr. “Am Anfang hat man natürlich gemerkt, dass die Ausdauer weg und man nach dem Training platt war”, so der Mittelfeldspieler, “aber ich war nach kurzer Zeit wieder bei 100 Prozent.”

Univ.-Prof. Martin Halle: „Sie spüren nicht, dass das Herz ein Problem hat“

Während bei Zander und vielen anderen der Sporteinstieg problemlos verläuft, sollte dieser dennoch nicht unterschätzt werden, selbst wenn man nur milde Symptome hat. Das mahnen bereits viele Sportmediziner und Sportkardiologen an. „Bei der Lunge merken Sie, wenn etwas nicht stimmt. Sie husten oder haben Atemnot. Das Herz spüren Sie nicht. Gerade bei Jüngeren, auch bei Sportlern, ist das eine große Gefahr. Sie spüren nicht, dass das Herz ein Problem hat und trainieren einfach weiter“, erklärte Univ.-Prof. Martin Halle, Direktor der Präventiven Sportmedizin und Sportkardiologie der TU München.

Wer weiter intensiv trainiert, riskiert unter anderem eine Herzmuskelentzündung und setzt sich der Gefahr aus, den Verlauf der Krankheit negativ zu beeinflussen. Dabei trifft dies auch auf junge und eigentlich gesunde Menschen zu. Herzstolpern, Herzrasen oder Luftnot unter Belastung sind nur einige Symptome, die bei Sportlern nach einer Covid-19-Erkrankung festgestellt wurden. Diese können einen Sportler über Monate beeinträchtigen. 

Bei zu frühem Einstiegs ins Training droht eine Herzmuskelentzündung

Deshalb sollten sich die Betroffenen erstmal komplett auskurieren, damit das Virus durch einen zu frühen Einstieg nicht noch mehr Schäden anrichten kann. „Falscher Ehrgeiz kann lebensgefährlich sein“, mahnt Prof. Halle. „Ein zu früher Wiedereinstieg ins Training nach einer Covid-19-Erkrankung kann mit einem höheren Risiko für eine Herzmuskelentzündung oder gefährliche Herzrhythmusstörungen verbunden sein.“

Dabei hängt die Länge der Sportpause damit zusammen, wie schwer der Verlauf der Covid-19-Erkrankung war:

  • Keine Symptome: Mindestens 14 Tage auf Training verzichten
  • Milde Symptome wie Husten oder Fieber: Zwei bis vier Wochen Trainingspause
  • Lungenentzündung: Mindestens vier Wochen auf Sport und körperliche Belastung verzichten
  • Herzmuskelentzündung: Mindestens drei Monate Sportpause und Kontrolle durch einen Kardiologen

Gesundheitscheck vor Trainingsaufnahme - Zander ging zum Kardiologen

Die Pause vom Sport alleine gibt allerdings keine vollständige Sicherheit. Um gesundheitliche Risiken durch einen zu frühen Wiedereinstieg ins Training zu minimieren, sollte nach einer auskurierten Corona-Erkrankung unbedingt eine Sporttauglichkeitsuntersuchung bei einem Kardiologen erfolgen.

Diese absolvierte auch Sam Zander vom TSV 1860 Rosenheim. “Ich bin zum Kardiologen gegangenen, um einfach alles abchecken zu lassen. Zum Glück war alles in Ordnung. Das war mir und dem Verein wichtig, bevor ich wieder richtig ins Training einsteige.” Zudem können noch verschiedene Blutwerte bestimmt werden, um die Entzündungswerte zu ermitteln. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in diesem Fall die Kosten für EKG, Herz-Ultraschall und Lungenfunktion.

Wie schwer eine Corona-Infektion verlaufen kann, zeigt das Beispiel Jarstein von Hertha BSC

Wie schwer eine Corona-Infektion auch bei Profisportlern verlaufen kann, zeigt das Beispiel Rune Jarstein von Hertha BSC Berlin. Der Torhüter wurde im April nach eine Länderspielreise positiv auf Covid-19 getestet und musste sogar eine Woche im Krankenhaus verbringen. In der Folge fing sich der Berliner eine Herzmuskelentzündung ein und war damit für Monate außer Gefecht gesetzt. Erst in dieser Woche kehrte er wieder voll ins Training zurück.

Es bleibt zu hoffen, dass solchen schwere Verläufe den Amateursportlern aus der Region erspart bleiben.

ma

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