4:3-Sieg in Schalding – Breu, Drofa und Ammari (2) treffen

Buchbach: Mit dem Sonderzug ins Fußball-Glück

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Die Rot-Weißen haben den Sieg in Schalding mit einer Energieleistung erzwungen.

Schalding - Von wegen Liga-Tristesse nach dem Pokal-Aus am Mittwoch gegen die Löwen: Der TSV Buchbach hat drei Tage nach dem Fußballfest in der ausverkauften SMR-Arena gleich den nächsten Kracher losgelassen. Mit Blasmusik und rund 400 Fans Verstärkung gelang den Rot-Weißen mit dem 4:3-Sieg in Schalding-Heining ein Befreiungsschlag, der angesichts der übrigen Resultate im Tabellenkeller der Fußball-Regionalliga Bayern extrem wichtig war.

„Wer da nicht dabei war, hat etwas verpasst. Das war einfach Buchbach pur“, freute sich Trainer Anton Bobenstetter, der die „unbeschreibliche Stimmung“ bei der Heimfahrt mit dem Sonderzug aus vollen Zügen genoss: „Ohne die Fans im Rücken hätten wir das Spiel im Leben nicht gewonnen.“ Und auch Georg Hanslmaier war begeistert: „Was in dieser Woche wieder abgelaufen ist, war einfach der Wahnsinn. Bei der Heimfahrt habe ich lauter glückliche Gesichter gesehen.“ Dabei hatte sich der Sportliche Leiter nach dem Rückstand zur Pause innerlich schon auf ein Krisengespräch eingestellt, so aber gelang den Rot-Weißen dank einer brutalen Energieleistung der erste Dreier seit Mai 2011 in Schalding und mit 19 Punkte der Sprung auf Platz neun – Vorrundensoll fast schon erfüllt.

Nach einem feinen Zuspiel von Aleks Petrovic erzielte Thommy Breu bereits in der siebten Minute den frühen Führungstreffer, doch die Schaldinger, die bis dato in sieben Spielen nicht zu schlagen waren, konterten in der 14. Minute mit dem 1:1 durch Stefan Lohberger. Die Niederbayern, mit dem Ziel angetreten die Pokal-Kämpfer schon in der ersten Halbzeit platt zu rennen, wieder voll auf Kurs und die Gäste mit einem Handicap nach dem anderen: Erst zog sich Moritz Moser eine Platzwunde am Kopf zu, die später im Krankenhaus genäht werden musste, dann musste Breu mit Verdacht auf Bänderriss raus. Bobenstetter: „Da hat es uns ganz schön gebeutelt.“ Als dann auch noch Andreas Jünger nach einer halben Stunde die Hausherren in Führung schoss, machte sich auch Bobenstetter ernsthaft Sorgen: „Wir haben schon gedacht, dass es nun wieder so ablaufen würde wie all die Jahre zuvor in Schalding, als wir die Hucke voll bekommen haben.“

Doch nach der Pause legten Buchbacher den Schalter doch noch um, drehten den Motor gefährlich hoch und hatten aber Pech, dass die Schaldinger Schüsse von Petrovic und Sammy Ammari irgendwie noch von der Linie kratzen konnten. „Wenn wir die dritte Chance nicht reingebracht hätten, wären die Köpfe nach unten gegangen und es wäre vorbei gewesen“, so Bobenstetter, der in der 72. Minute das erlösende 2:2 sah: Leader Maxi Hain, nach diversen Umstellungen 30 Minuten im Mittelfeld, ging mit guten Beispiel voran und feuerte vom Fünfereck einen Kracher ab, den Markus Schöller noch abwehren konnte, ehe er gegen den Kopfball von Patrick Drofa machtlos war.

„Danach haben wir Schalding überrollt, sind gelaufen, gelaufen und immer weiter gelaufen. Die Blasmusik hat von der ersten Minute an gespielt, das war eine Stimmung wie beim Fußball in Holland. Wir haben diesen Sieg erzwungen. Das war beeindruckend“, so Bobenstetter. Nach Zuspiel von Merphi Kwatu erzielte Ammari in der der 82. Minute den Führungstreffer und packte in der zweiten Minute der Nachspielzeit seinen sechsten Saisontreffer drauf – zu diesem Zeitpunkt waren die Buchbacher de facto nur noch mit zehn Mann auf dem Platz, weil nach Breu und Moser auch der angeschlagen Markus Grübl raus musste und Thomas Leberfinger wegen einer Zerrung nur noch über den Platz humpeln konnte. Das Buchbacher Trainerteam also zum wiederholten Mal zum Umstellen gezwungen: Patrick Walleth gab nun den rechten Verteidiger, während Leberfinger als „Stürmer“ auf dem Platz blieb. Fabian Schnabel gelang zwar in der 94. Minute noch der Anschlusstreffer, doch Schiedsrichter Steffen Brütting pfiff danach gar nicht mehr an und der fünfte Buchbacher Sieg bei der sechsten Sonderzugfahrt war perfekt.

Perfekt war übrigens auch die ganze Organisation. „Alles hat wie am Schnürchen geklappt. Am Bahnhof sind wir von Oberbürgermeister Jürgen Dupper und SVS-Vorstand Wolfgang Wagner herzlich begrüßt worden, da standen die Busse schon parat. Der Sieg war dann noch das i-Tüpfelchen“, so Hanslmaier.

SV Schalding-Heining: Schöller – Tiefenbrunner, Alagöz, Piermayr, Kurz – Knochner (84. Chrubasik), Huber, Rockinger – Jünger (66. Schuster), Lohberger (75. Köck) – Schnabel. Trainer: Köck.

TSV Buchbach: Maus – Leberfinger, Hain, Moser (59. Bauer) – Grübl (77. Walleth), Rosenzweig, Petrovic, Drum – Drofa, Ammari, Breu (24. Kwatu). Trainer: Bobenstetter/Bichlmaier

Tore: 0:1 Breu (7.), 1:1 Lohberger (14.), 2:1 Jünger (32.), 2:2 Drofa (72.), 2:3 Ammari (82.), 2:4 Ammari (90. + 2), 3:4 Schnabel (90. + 4)

Schiedsrichter: Brütting (Effeltrich)

Zuschauer: 1279

Gelb: Schöller, Knochner – Drum, Leberfinger, Petrovic, Walleth.

MB.

Quelle: rosenheim24.de

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