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Leipold, Telalovic, Ungerath – wer ist der Nächste?

Regionalliga Bayern wird immer mehr zur Fundgrube für den Profifußball

Semir Telalovic (rechts) wechselt von Illertissen nach Mönchengladbach.
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Semir Telalovic (rechts) wechselt von Illertissen nach Mönchengladbach.

Talentschuppen Regionalliga Bayern: Seit dem Wechsel von Burghausens André Leipold zum Zweitliga-Topclub Darmstadt 98 und Robin Ungerath zum SV Ried wird die Belle Etage des bayerischen Fußballs mehr und mehr zur reinsten Fundgrube für den Profi-Fußball.

Mit Illertissens Semir Telalovic, der gleich ins deutsche Oberhaus zu Borussia Mönchengladbach geht, sowie mit Serhat Imsak vom FC Pipinsried, der bei St. Pauli angeheuert hat, verliert die Regionalliga Bayern zwei weitere Top-Torjäger.

Talente des FC Bayern München II heiß begehrt

Dass Talente des FC Bayern München II, die den Sprung zu den eigenen Profis nicht ganz schaffen, immer auf dem Spickzettel anderer Bundesligisten stehen, ist längst bekannt. Niklas Dorsch (24), der über den 1. FC Heidenheim und die KAA Gent im Sommer zum FC Augsburg in die Bundesliga gewechselt ist, oder Angelo Stiller (20), der im letzten Winter von den kleinen Bayern den Sprung zur TSG Hoffenheim gepackt hat, sind nur zwei der jüngeren Beispiele.

Nicolas-Gerrit Kühn hat seit seinem Wechsel im letzten Sommer von München zu Erzgebirge Aue 15 Zweitliga-Spiele bestritten, Wooyeong Jeong (22) ist seit Sommer 2020 Stammspieler beim SC Freiburg, Lars Lukas Mai (21) hat es über Darmstadt 98 zu Werder Bremen geschafft, Paul Will (22) spielt die zweite Saison bei Dynamo Dresden, Timothy Tillmann geht bei Greuther Fürth auf Torjagd – von Milos Pantovic (VfL Bochum), Patrick Weihrauch (Dynamo Dresden), Julian Green (Greuther Fürth), Mitchell Weiser (Hertha, Leverkusen, Werder Bremen), Pierre-Emile Höjbjerg (Schalke, Southampton, Tottenham), Alessandro Schöpf (Schalke, Arminia Bielefeld), Emre Can (Dortmund) ganz zu schweigen.

Ungerath ballerte sich mit 14 Toren in die 1. Liga nach Österreich

Jüngster Export vom FC Bayern München II in den Profifußball ist Oliver Batista Meier (20), der jetzt im Winter zu Dynamo Dresden gewechselt ist und dort auch schon sein erstes Zweitligaspiel bestritten hat. Empfohlen hat sich Meier bis zur Winterpause mit zwölf Treffern und zehn Assists für den Regionalliga-Zweiten. Extrem erfolgreich bei der Weiterbildung junger Spieler ist auch der 1. FC Nürnberg II, der Jahr für Jahr immer wieder Talente in den Profibereich bringt.

Ungerath (23) hat es wie Telalovic (22), der vor der Saison vom baden-württembergischen Verbandsligisten Ehingen-Süd nach Illertissen gekommen ist und bis dato ein unbeschriebenes Blatt war, bis zur Winterpause auf 14 Treffer gebracht. Auch wenn Telalovic, genannt „el Tigre“, zunächst nur für die U23 der Borussen vorgesehen ist, hatten die vermeintlichen Top-Interessenten TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg und FC Erzgebirge Aue das Nachsehen.

Die Fundgrube Regionalliga Bayern ist kein Wühltisch

Nach Adam Jabiri von Schweinfurt 05 (20 Tore), Patrick Hobsch aus Unterhaching (17) und Nemanja Motika (15) vom FC Bayern München II war Telalovic zusammen mit Ungerath viertbester Torjäger der Regionalliga. Jabiri mit seinen 37 Jahren und der zehn Jahre jüngere Hobsch sind freilich alles andere als junge Talente, wie lange der 20-jährige Motika den Bayern erhalten bleibt, wenn er den Sprung zu den Profis nicht schafft, ist eine Frage Zeit.

Leipold (20) hat es übrigens mit „nur“ neun Treffern nach Darmstadt geschafft, für Imsak stehen vor seinem Wechsel zum Kultclub vom Kiez acht Treffer zu Buche. Die Frage ist natürlich jetzt: Wer ist der Nächste? Schwer zu sagen, aber extrem auffallend ist natürlich, dass vor allem erfolgreiche Stürmer im Fokus stehen, Mittelfeld und Defensive scheinen nicht so gefragt zu sein. Junge Torjäger mit Potenzial sind nach den jetzigen Transfers aber bis auf den Schweinfurter Meris Skenderovic (23/13 Tore) und Münchens Gabriel Vidovic (18/12) erst einmal fast alle vom bayerischen Regionalliga-Markt.

Angesichts der teilweise horrenden Ablösesummen im Profifußball sind die meisten Talente aus der Regionalliga die reinsten Schnäppchen, wobei trotzdem klar ist: Die Fundgrube Regionalliga Bayern ist kein Wühltisch, von dem alles mitgenommen wird, was günstig ist. Das wissen auch die Spielerberater, deren Telefone spätestens seit dem Leipold-Transfer heiß laufen: Weniger wegen der aktuellen Nachfragen „von oben“, sondern vielmehr wegen der Traumvorstellungen vieler Youngsters in der Liga, die angesichts der Transfers den Höhenflug träumen – Bruchlandung nicht ausgeschlossen.

MB

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