Sechziger-Trainingslager auf Mallorca

Mit Balearen-Schwung und Teamgeist zum Klassenerhalt!

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Nicht nur vor der Kathedrale Santa Maria von Palma de Mallorca demonstrierten die "Jungen Wilden" der Sechziger im Trainingslager ihre gewohnte mannschaftliche Geschlossenheit.
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Cala Millor - Spanische Sonne auf den Balearen, feiner Sandstrand und das Thermostat zeigt angenehme 20° Celsius. Die Insel Mallorca zeigte sich dieser Tage von ihrer schönsten Seite. Die Fußballer des TSV 1860 Rosenheim genossen dies sichtlich - und doch konnten sie dies nur begrenzt. Sie schwitzten nämlich in ihrem dortigen Trainingslager in der Endphase ihrer Vorbereitung auf das Frühjahr und die Fortsetzung der Regionalligarunde ab dem 4. März. Wir blicken auf das Trainingscamp der Sechziger zurück - und versorgen euch mit allen wichtigen Infos.

Dieses Jahr hatten die Kicker des TSV 1860 Rosenheim die sprichwörtlichen Zelte ihrer Frühjahrsvorbereitung auf Mallorca aufgeschlagen. Und zwar im bekannten 7.000 Einwohner Ort Cala Millor im Osten der Baleareninsel. Übersetzt man den Ortsnamen vom Spanischen ins Deutsche, hatten sich die Sechziger also die "Beste Bucht" für ihren Trainingslageraufenthalt ausgesucht. Wenn das mal kein gutes Omen ist für die restliche Saison, was dann? Knappe 65 Kilometer von der Inselhauptstadt Palma entfernt, residierten sie im Aparthotel Club Simo.

Beste Bedingungen bestens genutzt - drei Einheiten am Tag

Täglich wurden bis zu drei Trainingseinheiten durchgeführt: Bereits um 7:30 Uhr morgens stand die erste Einheit an. Mobilisation und ein wenig den Stoffwechsel hochfahren - ein etwa 30-minütiges Anschwitzen mit Yoga Flow am Strand. Notwendiger Frühsport. Es sollten schließlich im Sinne einer möglichst perfekten Trainingssteuerung alle Spieler diese intensive Woche ohne Überlastungsprobleme und Wehwehchen überstehen. Dazu gehörte es eben auch die Muskulatur sowie die Gelenke dem erhöhten Trainingstakt anzupassen. Nach dieser ersten – im Vergleich eher moderaten – Einheit des Tages folgte das gemeinsame Frühstück sowie die ersten Behandlungszeiten beim Physiotherapeuten des Teams, Torsten Karbstein.

Am Vormittag um 11:30 Uhr ging es dann auf einen der beiden gepflegten Naturrasenplätze, die nur etwa 200 Meter oberhalb des Sporthotels liegen. Endlich saftiges, natürliches Grün unter den Fußballschuhen. Den Geruch von frischem Gras in der Nase. Genau das, was die meisten Fußballspieler im heimischen Deutschland sehnsüchtig vermissen. Die Sechziger nutzten dies auf Mallorca unter besten Bedingungen optimal aus.

Taktischer Feinschliff mit Strobl - Schnelligkeitstraining mit Pointvogel

Jeweils eine Gruppe des zweigeteilten Kaders trainierte unter Anleitung des neuen Chefcoachs der Rosenheimer Tobias Strobl den taktisch-technischen Feinschliff, die andere Gruppe arbeitete mit COROX-Coach und Ex-Sechziger Michael Pointvogel vom Therapie- und Trainingszentrum Hans Friedl aus Edling, der eigens ins Trainingslager mitgeflogen war, an der Verbesserung der Schnelligkeit: „Im Speziellen geht es um den ersten Schritt vorwärts und zur Seite. Um die maximale Beschleunigung, ein effizientes Abbremsen und schließlich um komplexe Richtungswechsel. Die Jungs ziehen überragend mit! Man merkt, dass sich wirklich jeder einzelne von ihnen nochmals verbessern möchte!“, so der begeisterte Athletiktrainer.

Trainingslager 1860 Rosenheim

Nach zirka 90 Minuten war auch diese Einheit beendet und es folgten – wie am Vormittag – gemeinschaftliches Essen, Physiotherapie auf der Massagebank und ein weiteres Training um 16:30 Uhr. Die Sechziger gaben richtig Gas hier im mallorquinischen Urlaubsambiente. Grundsätzlich spürte man während der kompletten Woche, wie unglaublich fokussiert und motiviert Strobls Truppe ans Werk ging. Auch hier zeigte sich erneut, was bei den Sechzigern vielleicht eine Spur besser läuft als andernorts. Die Einstellung zum Fußball stimmt einfach vorbildlich. Jede einzelne Übung, jeder Sprint in den COROX-Einheiten oder jeder Pass im fußballspezifischen Training – die Jungs von der Jahnstraße hatten sich für ihr Trainingslager offensichtlich viel vorgenommen.

Kronecks Worte als Handlungsmaxime fürs Saisonfinish

Höchstwahrscheinlich klangen ihnen allen noch die mahnenden Worte ihres Sportlichen Leiters Hansjörg Kroneck in den Ohren. Dieser hatte dem Team noch einmal eingeimpft, dass es in der bisher absolvierten Regionalligasaison zwar schon Tolles geleistet habe, gute Spiele gezeigt und schon 25 Punkte errungen habe, die den Rothemden nicht mehr zu nehmen seien. Für den Klassenerhalt - das große Ziel aller Rosenheimer Fußballträume - reichten diese allerdings noch nicht aus. Eine ebenso wichtige wie richtige Erinnerung - gilt es doch ab März noch einmal alles in die Waagschale zu werfen, damit man am Saisonende die nächste Sechziger-Sensation bejubeln kann. Zu wünschen wäre es der jungen, sympathischen und hochbegabten Truppe.

Doch bis dahin ist noch mehr als genug zu tun - und sind noch unzählige Mühen auf sich zu nehmen: Alles für das Team und als Team - getreu dem vom Rosenheimer Verein ausgegebenen Motto "Aus Rosenheim - für Rosenheim!". Denn es folgen in der Tat noch intensive Spiele. Enge Duelle, welche für die Rosenheimer - bei allem vorhandenen Talent - nur mit 110% Einsatz und Leidenschaft zu meistern sind.

Strobl lobt "unglaubliche Leistungsbereitschaft"

Und diesen Einsatz zeigten die Kicker des TSV 1860 auf Mallorca. Ein Fakt, den auch ihr neuer Coach ausdrücklich lobte: "Ich muss sie für ihren unglaublichen Einsatz einfach loben! Wirklich jeder von meinen Jungs ist hier an seine körperlichen Grenzen gegangen! Und dass jeder Spieler innerhalb eines Trainingslagers von sieben Tagen jede einzelne der 15 Einheiten absolvieren konnte, habe ich so in meiner bisherigen Karriere auch noch nicht erlebt.", so Strobl.

Ackern für das große Ziel Klassenerhalt.

Einsatz, wie ihn in einem Trainingslager - in dem auch der für das Teambuilding wichtige Spaß nie zu kurz kam - auch Sechzigs Goalie Dominik Süßmaier und Offensivkraft Josip Tomic bei ihrer obligatorischen und technisch ansehnlichen Tennisbegegnung an den Tag legten. Am Ende gewann im Übrigen der Keeper, der an diesem Tag "ganz großes Tennis" zu bieten hatte. Man munkelt, es habe etwas mit den Australian Open zu tun.

Sechziger Mentalität - auch der Spaß kommt nicht zu kurz

Vollen Einsatz zeigte auch Hans Kroneck - allerdings vollen Wetteinsatz. Vor dem Abschlussspiel einer Trainingseinheit, in der Alt gegen Jung gespielt wurde, setzte der Sportliche Leiter der Rosenheimer ganz selbstsicher auf die Alten und deren Routine. Die Jungen aus seinem Kader machten ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung und gewannen das Trainingsmatch - Kroneck war fällig und musste einen kompletten Tag lang den Job des Zeugwarts übernehmen. Auch diese Anekdote verdeutlicht, wie sehr die Sechziger Teamgedanken und Teamspirit auch in diesem Trainingslager lebten und förderten. Wozu das in der vergangenen Saison führte, haben sicher alle in bester Erinnerung. Kroneck erledigte den "Knochenjob" übrigens gewissenhaft und mit der "nötigen Würde".

"Zeugwart" Hansjörg Kroneck.

Anreise sowie Heimreise der Rosenheimer waren im Vorhinein gut geplant und verliefen daher reibungslos. Ein Fakt, der für ein gut verlaufendes Trainingslager essentiell ist. Auch Hotel und Verpflegung waren laut den Verantwortlichen sehr gut. Ebenso die beiden zur Verfügung stehenden Fußballplätze ordentlich. Die Betreuer Klaus und Martin Wallner leisteten einen Top-Job und kümmerten sich unermüdlich um Ausrüstung und Wohl der Spieler. In die Reihe dieser positiven Aspekte fügte sich auch das Wetter nahtlos ein - ebenfalls ja ein nicht ganz unwichtiger Faktor, wenn man gewissermaßen vor den widrigen Trainingsbedingungen in der Heimat "flieht": Es war jeden Tag ansprechend warm - auch der abendliche Gang ins Cafè konnte in kurzen Hosen erledigt werden.

Teamgeist und Zusammenhalt machen den Unterschied!

Wie erwähnt - die Sechziger zeigten sich hier auf Mallorca einmal mehr als echtes Team. Eines der Geheimnisse, welche diese Mannschaft so oft stark gemacht haben. In der Freizeit spielten die Spieler gegeneinander Tennis, miteinander Karten oder verbrachten die Zeit gemeinsam am Meer oder im Pool. Und auch die üblichen Scherze und Frotzeleien blieben natürlich nicht aus.

Gemeinsames Relaxen am Pool.

Am vergangenen Donnerstag fand als willkommene Abwechslung und Belohnung für die tolle Trainingsleistung einen Ausflug in die Hauptstadt Palma de Mallorca statt - dort hatte jeder Spieler Zeit für sich oder seine engere Bezugsgruppe. Am Abend trafen sich dann wieder alle zum gemeinsamen Abendessen - ehe man noch ein paar Stunden im Club verbrachte. Auch hier zeigten sich Rosenheimer wieder als wirkliche Einheit, als verschworener Haufen. Ein Vorteil, der entscheidende Punkte bringen kann. Und einer, den es nicht mehr so oft gibt - auf diesem sportlichen Level.

Unentschieden gegen Österreich-Regionalligisten

Dass die Strobl-Truppe auch auf dem Feld mittlerweile auf einem ganz ordentlichen Weg zu sein scheint, bewies das erste Testspiel im Trainingslager. Mit einem 2:2 Unentschieden erspielte man sich gegen den körperlich starken Tabellensiebten der drittklassigen österreichischen Regionalliga Ost SC Mannsdorf (außerhalb Wiens an der Donau gelegen) ein ordentliches, wenn auch kein überragendes Ergebnis. Zumindest die variable Auslegung des Positionsspiels und auch eine offensive Spielausrichtung funktionierten bei diesem Test ganz ansehnlich.

Im Verlaufe der 90 körperbetonten Minuten auf einem engen Platz wurden verschiedene Spielsysteme getestet. Coach Strobl zeigte sich mit der Umsetzung zufrieden. Die Rosenheimer ließen über längere Zeiträume fast keine Tormöglichkeiten ihres österreichischen Kontrahenten zu. Die Gegentore resultierten beide aus Standards. Für die Sechziger trafen erst Torjäger Danijel Majdancevic - dann Korbinian Linner.

Am Samstag, dem letzten Tag vor der Rückreise, fand noch ein weiterer Trainingskick statt. Diesmal ging es nach einem Training am Vormittag nachmittags gegen den SV Welgersdorf, den Tabellenführer der untersten Spielklasse im Burgenland, der ebenfalls vor Ort weilte. In diesem Match durfte hauptsächlich die junge Garde ran. Der zusammengewürfelte Haufen zeigte sich zwar einerseits bemüht - andererseits wurde das Spiel offensichtlich auch nicht allzu ernst genommen. In ungewohnter Zusammenstellung fehlte darüber hinaus vor allem die Abstimmung. Der 2:0 Erfolg der Rosenheimer durch Treffer von Georg Lenz und Valentin Hauswirth war natürlich trotzdem verdient.

Trainingslager rundum erfolgreich - letzter Test gegen Kirchanschöring

Es waren alle Spieler dabei, es wurde ein Leistungspensum am Limit absolviert, viel an der Taktik gefeilt, es kamen alle verletzungsfrei zurück - man darf wohl zurecht von einem rundum gelungenen Trainingslager auf der Baleareninsel sprechen. Bleibt mit Spannung abzuwarten, was davon die Rothemden in die restliche Regionalligasaison transportieren können.

Die Sechziger grüßen aus Mallorca.

Bis der VfR Garching die Rosenheimer im Ligabetrieb zum Restrundenauftakt wartet, sind es noch knapp eineinhalb Wochen - und jede Menge zu absolvierende Trainingseinheiten. Unter anderem steht auch noch ein weiteres, abschließendes Testmatch auf heimischem Boden an der Jahnstraße an: Am Samstag, dem 25. Februar, messen sich die Roten mit den Gelb-Schwarzen vom Bayernligisten SV Kirchanschöring (15:00 Uhr). Sowohl die Strobl-Schützlinge als auch die Truppe von SVK-Coach Patrick Mölzl wollen unmittelbar vor Wiederaufnahme der Punkterunde zeigen, was in ihnen steckt.

Hier noch 2 Original-Videos aus dem Trainingslager in Cala Millor:

Quelle: rosenheim24.de

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