Ausgeklügeltes Physis-Training bei den Regionalligisten

Schuften für den Auftakt! 1860 Rosenheim und Wacker geben Gas!

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Um am Ende der Saison nicht in den Seilen zu hängen, geben die Akteure des TSV 1860 Rosenheim in der Vorbereitung alles.
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Rosenheim/Burghausen - Wenn das Thermostat klirrend kalte -10 Grad Celsius anzeigt, der Boden tiefer gefroren ist, als der örtliche Weiher und das Spielgerät mehr holpert als es rollt, dann ist der Fußball endlich wieder aus seinem Winterschlaf erwacht. Während viele Amateurteams noch den einen oder anderen freien Tag zur Regeneration der Weihnachtstage – respektive ihrer kulinarischen Köstlichkeiten - genießen dürfen, wurden die regionalen Spitzenteams aus Rosenheim und Burghausen bereits letzte Woche wieder zum Trainingsauftakt zitiert.

Ausdauer. Kraft. Schnelligkeit. Um diese Kernkomponenten drehen sich Vorbereitungsperioden zumeist. Nebenher sollen noch taktische und technische Grundlagen verfeinert werden. Den Trainern stehen dafür im Durchschnitt maximal fünf Trainingswochen sowie manchmal ein Trainingslager zur Verfügung. Eine Mammutaufgabe, gerade auf diesem Niveau - die, sofern man nicht im professionellen Sport tätig ist – schon fast unmöglich zu bewältigen zu sein scheint.

Ausdauer oder Schnelligkeit? Gar nicht so einfach.

Muss man also Abstriche machen? Sich folglich zum Beispiel entscheiden, ob der Fokus mehr auf die Ausdauer oder mehr auf die Schnelligkeit gelegt wird? Profis, die dies wissen müssen, sind die Athletiktrainer des COROX-Teams in Wasserburg und Edling. Seit mehr als 20 Jahren betreuen Hans Friedl und sein knapp 40-köpfiges Team Spitzensportler aus aller Welt und bereiten diese auf Olympische Spiele, Bundesligaspielzeiten oder Weltmeisterschaften vor.

Auch der TSV 1860 Rosenheim und der SV Wacker Burghausen vertrauen auf diese Arbeit. So haben beide den gleichen Athletikpartner. Leo Haas, früher selbst Fußballprofi in Augsburg, Fürth und Rostock, ist mittlerweile Teil des Wasserburger Fitness-Teams und betreut den SV Wacker Burghausen im athletischen Bereich: „Im Mittelpunkt einer jeden Vorbereitung sollten zunächst Stabilitäts- und Mobilitätsübungen stehen. Diese helfen, sportartspezifisch ausgewählt, ungemein das Verletzungsrisiko zu minimieren.“

Burghausen hat noch den Vorteil der Profi-Abläufe

Der SV Wacker habe laut Haas mit seinen bis jetzt noch professionellen Strukturen und somit zwei Trainingseinheiten pro Tag durchaus Vorteile: „Natürlich kann Wacker Inhalte in der Vorbereitung in kürzerer Zeit umsetzen als einige der Konkurrenten. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass man sich dadurch in der restlichen verfügbaren Zeit zurücklehnt. Im Gegenteil: Bei mehrmaligen Einheiten Tag für Tag ist das Thema Regeneration und Trainingssteuerung das zentrale Thema.“

Wacker-Kicker legen sich ins Zeug.

Bei den reinen Amateuren, beziehungsweise - wenn man sich den teilweise tollen Fußball anschaut - besser "Feierabend-Profis" vom TSV 1860 Rosenheim übernimmt der US-Amerikaner Jguwon Hogges, 30-jähriger Basketballprofi und Athletiktrainer für COROX, die Vorbereitung an der Jahnstraße: „Die Jungs sind einfach spitze! Immer motiviert und enorm ehrgeizig. Wir schaffen zunächst körperlich alle wichtigen Voraussetzungen - um dann an der Schnelligkeit der Spieler zu arbeiten. Dies passiert ungefähr in der dritten oder vierten Woche der Vorbereitung durch Sprinttechnikübungen aber auch mit explosiven Kraftübungen.“

Sechziger müssen vor Mallorca die Grundlagen legen

Für die Rosenheimer geht es Mitte Februar ins von der Mannschaft mitfinanzierte Trainingslager nach Mallorca. Bis dahin soll laut Hogges die Grundlagenarbeit definitiv erledigt sein. Es ist zugegebenermaßen ein Spagat zwischen den einzelnen konditionellen Fähigkeiten Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft.

Eine flüchtige Betrachtung der Entwicklungen in puncto Lauf- und Sprintleistungen im modernen Fußball genügt jedoch bereits, um zu realisieren, dass es diese wohl nur im Paket geben kann. Schafft man es jedoch mit Geschick, Fingerspitzengefühl oder den richtigen Athletikpartner dieses Paket klug zu schnüren, wird dessen Auspacken von März bis Ende Mai enormen Spaß bereiten. Bis dahin allerdings muss noch viel Schweiß fließen.

Quelle: rosenheim24.de

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