Testspiel TSV 1860 Rosenheim - SV Kirchanschöring 0:1

Kirchanschöring gewinnt Generalprobe bei 1860 Rosenheim

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Das abschließende Vorbereitungsspiel zwischen dem TSV 1860 Rosenheim (rot) und dem SV Kirchanschöring (gelb-schwarz) sah haufenweise Zweikämpfe im Mittelfeld.
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Rosenheim - Wie das Ende der letzten Probe vor einer Premiere zu deuten ist, darüber gehen ja die Meinungen gerne auseinander. Wichtig für beide Mannschaften war, dass der Testlauf auf sattem, wenn auch holprigem, Grün stattfand. Am Ende gewannen den Vergleich zwischen dem TSV 1860 Rosenheim und dem SV Kirchanschöring wie im letzten Jahr das Team aus dem Rupertiwinkel.

Nach Beendigung ihrer jeweiligen Trainingslager - die Sechziger waren in Cala Millor auf Mallorca (wir berichteten), die Gelb-Schwarzen in Jesolo an der italienischen Adriaküste (ebenfalls ausführlich bei uns zu lesen) - trafen sich Rosenheim und Kirchanschöring zum letzten Testspiel ihrer Frühjahrsvorbereitung und dem ersten auf heimischem Naturrasen. Die Anschöringer hatten zwischenzeitlich noch kurzfristig einen Test gegen den Nachbarn TSV Waging absolviert - bei dem sie jedoch nicht ganz so gut aussahen und der Underdog doch überraschen konnte.

Beide wollten unbedingt noch einmal auf Rasen testen

Das Spiel auf Rasen war beiden Trainern äußerst wichtig - denn wenn es ab der kommenden Woche wieder auf eben jenem Geläuf gegen die Gegner in den Ligen geht, will man sich nicht ausschließlich auf Kunstrasen dafür gewappnet haben. Tiefe Böden die mehr Kraft kosten, anderes Laufgefühl, ein unebener Untergrund auf dem gerade in dieser Jahreszeit auch Bälle verspringen - daran wieder gewöhnt zu sein, kann eine der berühmten Kleinigkeiten sein, die entscheidend sein können, wenn es wieder um Punkte geht.

In der Anfangsviertelstunde dieses Vorbereitungsspiels hatten die Schützlinge von SVK-Coach Patrick Mölzl zunächst ein paar kleine Schwierigkeiten ins Match zu finden und sich an die Geschwindigkeit des Rosenheimer Regionalligisten anzupassen. "Da haben wir einfach ein bisschen gebraucht, mussten uns erst einmal darauf einstellen, damit wir mithalten konnten. Aber gut - man muss auch unseren Gegner sehen. Das war ja auch keine Laufkundschaft, gegen die wir da gespielt haben!", verteilt Mölzl auch Worte der Anerkennung in Richtung der Rothemden.

Nach anfänglichen Problemen Großchance für Gelb-Schwarz

In dieser Phase kamen die Sechziger auch zu ein, zwei Abschlussversuchen - es handelte sich aber eher um Torannäherungen, als um wirklich torgefährliche Szenen. Eine solche hatten dann als erstes auf der Gegenseite die Gäste - und was für eine: nach einer schönen und schnellen Kombination bei einem Gegenangriff schickte Manuel Omelanowsky von rechts maßgenau Yunus Karayün. Der hatte eigentlich freie Bahn, aus vollem Lauf versprang ihm aber im Strafraum der Ball - und geriet zu lang. Mario Stockenreiter, der heute die komplette Partie den Kasten der Gastgeber hütete, war zur Stelle und schnappte sich die Kugel (15.).

In der Folge tat sich allerdings weiter recht wenig vor und in beiden Strafräumen. Die Roten als Regionalligist klar mehr am Ball und um den Aufbau bemüht, aber auch der SVK versteckte sich nicht und war bemüht seinerseits nach Balleroberung seine Chancen zu suchen. Beide Teams konnten sich nach vorne nicht so wirklich durchsetzen, erst recht nicht wirklich durchspielen - dafür arbeiteten beide Defensivformationen solide.

Tiefer Boden und schwer bespielbares Feld hemmen Spielfluss

Dass die Akteure offensiv nicht sonderliche viele Akzente setzen konnte - und das Spiel auch das vom ein oder anderen Zuschauer von diesem Abschlusstest erhoffte Tempo vermissen ließ, erklärte 1860-Coach Tobias Strobl nach der Partie so: "Vielleicht sah das manchmal nicht so gefällig aus und war etwas langsamer. Aber das muss man relativieren. Wir haben eben nicht auf einem schnellen Untergrund ohne Platzfehler gespielt - sondern bewusst auf einem Februarrasen. Der tiefe Boden, verspringende Bälle - das kostet natürlich etwas Tempo. Wenn Du dann anfängst, wegen dem Boden hohe weite Bälle zu schlagen, wird auch so ein Spiel schnell - aber hier wollten eben beide Mannschaften aus einer stabilen Ordnung heraus Fußball spielen.".

So war es eher die Arbeit beider Mannschaften gegen den Ball, die überzeugen konnte. Die Rosenheimer zeigten sich eingespielter, auch mit Dreierkette nun wesentlich sortierter und abgestimmter als noch vor dem Trainingslageraufenthalt. Und auch die Anschöringer machten diesen Teil ihrer Aufgabe gut, verteidigten nicht nur vollkommen tief stehend, sondern trauten sich auch zu, nach vorne durchzuschieben und ohne Angst vor dem Regionalliga-Team im Mittelfeld zu pressen. Das sah bei beiden sicher aus - und diesen Fakt lobten nach Schlusspfiff beide Übungsleiter.

1860 Rosenheim - Kirchanschöring

Nach über eine halben Stunde wurden dann auch die Sechziger erstmals so richtig gefährlich - und wären um ein Haar in Führung gegangen. Nach einem Standard: Rosenheims Spezialist Ludwig Räuber brachte eine Ecke von links wunderbar herein, keiner der Anschöringer Abwehrrecken kam an den Ball - und am langen Fünfereck nahm 1860-Kapitän, den man bei einer Ecke eigentlich nicht aus den Augen lassen sollte, das Leder volley. Christian Schlosser, Kirchanschörings Torwart in Hälfte Eins, klärte den Schuss aus kurzer Distanz reaktionsschnell per Fußabwehr (32.).

Karayün auf Omelanowsky - Kirchanschöring geht in Führung!

Kurz darauf gingen dann allerdings die Rupertiwinkler in Front. Wieder wurde die Situation durch schnelles Umschalten eingeleitet, ging es schnell und schnörkellos nach vorne. Diesmal glänzte Karayün als Vorlagengeber für Omelanowsky - und steckte den Ball herrlich aus dem Zentrum heraus durch die Schnittstelle. Der Goalgetter der Anschöringer ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und schob ihn von der halblinken Strafraumgrenze platziert zum 0:1 ins lange Eck (35.). Stockenreiter hatte keine Chance hinzukommen.

Direkt danach hätte 1860 sofort Kontern können: Korbinian Linner kam an den Ball, fackelte nicht lange - und setzte seinen strammen Flachschuss nur ganz knapp neben den linken Torpfosten (37). Da die Rosenheimer diese ihre zweite große Chance vergaben, ging es mit der Führung der Gäste in die Kabinen.

Unspektakuläre zweite Hälfte - starke Defensiven

In der zweiten Halbzeit verflachte das Spiel zusehends. Auch die Abspielfehler, die immer öfter auch dem aufgearbeiteten Geläuf geschuldet waren, häuften sich jetzt. Viel Hin und Her im Mittelfeld, wenig Konstruktives in den beiden letzten Dritteln des Spielfelds. Kaum ein Durchkommen - denn hinten arbeiteten beide weiter gut. Die beiden Coaches haben sicherlich ihre Erkenntnisse gewonnen - für die Zuschauer war es ein eher wenig ansehnliches, ein wenig spektakuläres Spiel. Sie genossen lieber das tolle frühlingshafte Wetter.

Nach dem Wechsel versuchten die ob des Rückstands doch etwas verärgerten Gastgeber natürlich zum Ausgleich zu kommen: Erneut fasste sich der unermüdliche Linner ein Herz, schoss aus etwa 18 Metern Torentfernung von halbrechts aufs lange Eck - doch Lukas Hoyer, der mittlerweile zwischen den Anschöringer Pfosten stand, konnte parieren (58.).

SVK ohne Torchance - 1860 ohne Durchschlagskraft

Kirchanschöring hatte in Durchgang Zwei keinen einzigen Torabschluss mehr. Die Sechziger waren zwar weiter mehr im Ballbesitz und jetzt immer deutlicher überlegen - da die Anspiele in die Spitze allerdings zu ideenlos oder aber nicht akkurat genug kamen, machte sich dies nicht durch herausgespielte Möglichkeiten bezahlt. Dominanz alleine kreiert eben noch keine Chancen. Zu mehr als einigen gefährlichen Distanzversuchen reichte es nicht. Dafür erwies sich die Defensive des Bayernligisten, die es den Rosenheimern schwer machte, als zu gut geordnet.

Nach etwa einer Stunde setzte eine testspielübliche Wechselorgie ein, die dem Spielfluss natürlich zusätzlich nicht unbedingt gut tat. Nach der Herausnahme von Omelanwosky (64.) und kurz drauf Karayün (69.) war es um die Offensivbemühungen der Kirchanschöringer natürlich ganz geschehen. Den Sechzigern brachte auch die Hereinnahme aus der Abteilung Spielkultur in Form von Linor Shabani und Valentin Hauswirth (58.) keinen entscheidenden Vorteil.

Rosenheimern gelingt der Ausgleich nicht mehr

Nach 81 Minuten zog Shabani bei einem Fernschuss aus 25 Metern zentraler Position ab - SVK-Keeper Hoyer sah dabei etwas merkwürdig aus, lenkte das Leder aber mit seiner unorthodoxen Parade dennoch über die Querlatte. Knappe drei Minuten später tauchte 1860-Goalgetter Sascha Marinkovic im Strafraum der Gäste auf, scheiterte allerdings aus acht Metern links vor dem Tor mit seinem Versuch den Ball aus der Drehung heraus an Hoyer vorbeizubringen (84.).

Dann war Schluss. Der SV Kirchanschöring gewann die Generalprobe vor dem Auftakt der Restrunde, der TSV 1860 Rosenheim verlor sie. Im Vorjahr waren die Sechziger den Gelb-Schwarzen unmittelbar nach äußerst anstrengenden Tagen ihres Trainingslagers gar mit 1:4 unterlegen - ihr Saisonziel erreichten bekanntlich beide Vereine. Vielleicht ja ein gutes Omen für beide Mannschaften.

Beide Trainer äußern sich positiv

Der Trainer des Siegers zeigte sich zufrieden: "Ja, das bin ich wirklich. Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben wir das gut gemacht. Wie gesagt - wir haben ja auch gegen einen Gegner mit viel Potential gespielt. Eine gute Stunde lang hat mir das sehr gut gefallen.", so Mölzl, der hervorhob: "Wir haben die ein oder andere Chance gut herausgespielt. Hätten sogar schon vor unserem dann erzielten Führungstreffer in Front gehen müssen. Wir haben mutig und mit Zutrauen in unsere eigenen Fähigkeiten im Kollektiv verteidigt - und uns dabei nicht zu weit zurückdrängen lassen. Wenig Lücken offeriert. Das haben wir wirklich besser gemacht als zuletzt. Nach hinten raus wurde es etwas weniger, klar. Die vielen Wechsel - da fehlen uns mit unseren Möglichkeiten natürlich auch etwas die Optionen.".

Sein Gegenüber Strobl versuchte die positiven Aspekte in den Vordergrund zu stellen: "Da waren viele Dinge, die mir aufgefallen sind - und mir gut gefallen haben. Dinge, die jetzt geklappt haben, bei denen es vor dem Trainingslager noch gehapert hat. Wir funktionieren als Mannschaft immer besser. Manches sind Kleinigkeiten, die jetzt nicht jeden Zuschauer mitreißen - aber die ich sehr wohl mit Wohlwollen registriert habe. Defensiv schaut das jetzt viel besser aus. Gut, nach vorne fehlt uns noch die Präzision und das richtige Anspiel - aber vieles war heute eben auch dem Platz geschuldet. Du machst vieles richtig, lässt hinten kaum was zu - und verlierst doch so ein Spiel ohne dass Du richtig weißt warum. Einerseits ist das Resultat völlig nebensächlich - andererseits wäre ein Erfolgserlebnis für den Kopf sicher schon noch einmal gut gewesen."

Rosenheim muss nach Garching - Anschöring empfängt Vilzing

Für die Sechziger steigt der Auftakt zur Frühjahrsrunde am Samstag mit der eher kurzen Auswärtsfahrt vor die Tore von München zum bärenstarken Mitaufsteiger VfR Garching. Gespielt wird im Garchinger Stadion am See schon um 13:00 Uhr. Ein hochinteressantes Duell.

Der SV Kirchanschöring spielt ebenfalls am Samstag - allerdings zu Hause. Zu Gast an der Laufener Straße ist dann die DJK Vilzing (14:00 Uhr). Ein nicht minder interessantes Spiel - gegen einen Gegner, den man schlagen kann und in Anbetracht der folgenden Spiele auch schlagen sollte. Gleich am ersten Spieltag nach dem Winter also bereits richtungsweisende Partien für die Vertreter aus dem Beinschussgebiet - sowohl in der Regional- als auch in der Bayernliga.

Quelle: rosenheim24.de

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