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Von der Regionalliga in die ÖFB-Jugendliga

Trainer Leo Haas verlässt Wacker – Warum er in die Salzburger Red Bull Akademie wechselt

Burghausens Trainer Leo Haas hat an der Salzburger Red Bull Akademie einen Zwei-Jahresvertrag als Co-Trainer unterschrieben.
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Burghausens Trainer Leo Haas hat an der Salzburger Red Bull Akademie einen Zwei-Jahresvertrag als Co-Trainer unterschrieben.

Er hatte viele Angebote von namhaften Vereinen. Letztendlich entschloss sich Wacker Burghausens Trainer Leo Haas für die ÖFB-Jugendliga und die U18 des FC Liefering. Warum verrät Haas im Interview mit der Sportredaktion der OVB-Heimatzeitungen.

Burghausen – Die Spatzen haben es ja schon länger vom Torbalken gepfiffen: Trainer Leo Haas wechselt vom Regionalligisten SV Wacker Burghausen in die ÖFB-Jugendliga zur U18 des FC Liefering und hat an der Salzburger Red Bull Akademie einen Zwei-Jahresvertrag als Co-Trainer unterschrieben, der am 13. Juni beginnt: „Ich hatte auch andere Angebote, aber das Gesamtpaket in Liefering hat mich zum jetzigen Zeitpunkt am meisten angesprochen“, so der 40-Jährige im Interview mit der OVB-Sportredaktion.

Herr Haas, worin liegt denn der besondere Reiz der Nachwuchsarbeit in Liefering?

Leo Haas: „Die Philosophie der Akademie ist es ja nicht nur Talente für das höchste Niveau auszubilden, sondern auch den Fokus auf Ausbildung und Weiterentwicklung der Trainer zu legen. Das ist alles extrem gut geplant und strukturiert, das gibt es eigentlich bei kaum einem anderen Verein. In meiner bisherigen Trainer-Laufbahn musste ich mir ja das meiste selber erarbeiten, schon mit entsprechendem Input von verschiedenen Seiten, wobei ich ja auch in den letzten Jahren zusammen mit der Gruppe von Trainern und Spielern selbst viel gelernt habe. Aber in so einem Umfeld wie in Liefering zu arbeiten, eröffnet noch mal ganz andere Möglichkeiten: Da steht eine umfassende Methodik hinter der gesamten Ausbildung, eine Herangehensweise, die ich aufsaugen will.“

Sie waren Cheftrainer in der Regionalliga, hast nie ein Hehl daraus gemacht, dass Sie in den Profibereich wollen, ist das der konsequent nächste Schritt?

Haas: „In jedem Fall. Mehr Möglichkeiten im Bereich von Fußball-Technologie gibt es kaum, aber in den Gesprächen mit Bernhard Seonbuchner, dem Sportlichen Leiter der Akademie, und anderen Verantwortlichen habe ich immer auch das Gefühl gehabt, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Und solange noch keine Roboter Fußball spielen, hat das immer Priorität, darauf habe ich auch bei meinen bisherigen Stationen immer höchsten Wert gelegt. Es geht nicht nur um die fußballerische Ausbildung der Talente, sondern auch um Gefühle und Werte, die vermittelt werden. Außerdem kommt mir das Spielsystem voll entgegen: Da wird sehr progressiv, sehr aktiv mit sehr gutem Gegenpressing gespielt, das finde ich sehr cool, das habe ich ja auch immer versucht zu vermitteln.“

Die Ausbildung zum Fußball-Lehrer bleibt aber auch Ihr Ziel?

Haas: „Das war ein wichtiger Punkt. Der Verein wird mich bei meinen Ambitionen auf dem Weg zur Pro-Lizenz unterstützen. Mal schauen, wo und wann es mit den nächsten Lehrgängen klappen kann. Ob in Frankfurt oder Wien ist dann eigentlich egal.“

Es gab aber auch durchaus reizvolle Angebote aus anderen Vereinen?

Haas: „Stimmt, da war wirklich viel dabei, ohne Namen zu nennen: Vom Cheftrainer im Profibereich über die Regionalliga oder Bundesliga-NLZ. Das waren fast alles echt tolle Gespräche, aber letztlich war die Perspektive in Liefering zum jetzigen Zeitpunkt meiner Trainerlaufbahn für mich ausschlaggebend.“

Deswegen haben Sie sich wahrscheinlich auch frühzeitig gegen eine Vertragsverlängerung in Burghausen entscheiden?

Haas: „Ganz genau, als ich meinen Entschluss gefasst habe, war noch nicht einmal klar, wie der Kader und das Budget für die kommende Saison aussehen könnten. Unabhängig vom Personal stand das für mich nicht zur Debatte, deswegen konnte ich dem Verein das auch so früh mitteilen. Es war eine super erfolgreiche Zeit mit einem überragenden Abschluss als Tabellendritter hinter Bayreuth und Bayern II und noch vor den Profi-Clubs aus Schweinfurt und Unterhaching. Darauf bin ich megastolz. Als Trainerteam ist uns der Umbau der Mannschaft nach der Corona-Phase sensationell gelungen, viele Verpflichtungen haben voll eingeschlagen, die einzelnen Spieler und die Mannschaft haben sich verbessert. Deswegen war der Abschied am Schluss auch ganz schön emotional.“

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Auch von den Jungs, die wenig Spielzeit hatten?

Haas: „Es geht ja immer um die sportliche Bewertung, dafür ist man ja Trainer. Und manchmal tut es einem auch leid, dass der eine oder andere nicht spielen kann, das ist aber so in der Branche, deswegen braucht man da einen ehrlichen Umgang. Ein großes Kompliment noch mal an die Jungs, die nicht oft gespielt haben, wir hatten immer einen offenen Austausch. Und wenn etwa ein Spieler wie Ryo Kikuchi dann sagt, danke Trainer, dass ich so viel lernen durfte, macht einen das schon stolz.“

Bei Wacker wird es einen ziemlichen Umbruch geben…

Haas: „Ich werde Wacker genauso wie Wasserburg immer verbunden bleiben. Deswegen hoffe ich natürlich für Burghausen, dass es so erfolgreich weitergeht und dass der Verein jetzt auch wieder die richtigen Spieler findet, ich bin jedenfalls gespannt auf die Neuzugänge.“

Wie sehr schmerzt dich der Wasserburger Abstieg in die Landesliga?

Haas: „Ich bin weiterhin im Austausch mit den Verantwortlichen, das ist ja klar, wenn man so eine erfolgreiche Zeit zusammen hatte. Nach so einem steilen Aufstieg ist eine Delle aber ganz normal, in Wasserburg geht es jetzt darum, eine neue Mannschaft aufzubauen, um in der Landesliga eine gute Rolle spielen zu können. Da gibt es genug gute Gegner und interessante Spiele, deswegen sollte das aus meiner Sicht möglich sein.“