PM: Sechzger starten mit turbulentem Sieg in die Saison

Derby-Kracher zum Auftakt: Sechzger siegen deutlich gegen Wacker!

+
Danijel Majdancevic sorgte kurz vor Schluss mit seinem Treffer für die Entscheidung.

Rosenheim - Mit großer Spannung, Vorfreude, aber auch ein wenig Unklarheit,so musste der TSV 1860 Rosenheim kurz vor Saisonstart noch zwei schmerzliche Abgänge verkraften, wurde das Knaller-Auftaktderby zwischen dem TSV 1860 Rosenheim und dem SV Wacker Burghausen erwartet. Rund 1000 Zuschauer fanden sich in Rosenheim ein und sahen eine ereignisreiche und flotte Begegnung, welche schlussendlich die Rothosen souverän für sich entscheiden konnten. 

„Wir haben in der vergangenen Saison nicht einmal mehr als vier Gegentore kassiert. Das sagt eigentlich alles. Wir haben uns viel zu viele Fehlpässe und unnötige Fouls geleistet“, so Trainer Wolfgang Schellenberg, der die kurzfristigen Ausfälle der Defensivkräfte Kevin Hingerl (Innenbandverletzung im Knie) und Lukas Aigner (Sprunggelenk) beklagte: „Die individuelle Klasse der Beiden hat uns gefehlt, das war eine Katastrophe.“ Auch die fehlenden Führungsqualitäten des Kapitäns und des Ex-Löwen führte Schellenberg als Negativfaktor ins Feld: „Wir waren brav, leise und ohne Power.“

„Wir waren brav, leise und ohne Power.“

Ob die Partie mit Hingerl und Aigner anders gelaufen wäre, ist schwer zu beurteilen, denn zunächst kamen die Gäste ganz gut in die Partie, wobei die Rosenheimer mit „Leidenschaft und Gier“, wie Trainer Thomas Kasparetti anmerkte, von Beginn an darauf aus waren, in der Burghauser Hintermannschaft „Chaos zu stiften.“ Fürs Chaos sorgten die Gäste dann aber selber, als Keeper Ludwig Zech einen Freistoß von Linor Shabani wegfausten wollte, nicht richtig ran kam, so dass der Ex-Burghauser Moritz Moser einköpfen konnte (27.).

„Nach dem Gegentor waren wir am Drücker, kassieren aber kurz vor und kurz nach der Pause die nächsten Tore“, erklärte der Wacker-Coach. Auch Treffer Nummer zwei ging klar auf die Kappe des 18-Jährigen Burghauser Torhüters, dem ganz offensichtlich die Nerven flatterten, denn bei einer Ecke von Maxi Mayerl verschätzte sich der Ex-Löwe und Rosenheimes Kapitän Chris Wallner konnte ungehindert einköpfen (43.). Ohne Worte, aber Stellung beziehen hätte der Youngster eh nicht dürfen, weil ihm Schellenberg schon im Vorfeld einen Maulkorb verpasst hatte.

Rosenheims Keeper Marius Herzig flog zwar mindestens genauso so oft wie Zech am Ball vorbei, hatte aber das Glück, dass seine Patzer ohne Folgen blieben. Auf die Frage, wie die Trainer die Leistungen ihrer Keeper gesehen haben, antwortete Kasparetti mit einem lakonischen „ausgeglichen“, führte aber an, dass ihm bewusst sei, dass seine beiden jungen Keeper Fehler machen werden und dies auch bei dem eingeschlagenen Weg der Sechziger mit dem Fokus auf Nachwuchskräfte tun dürften: „Wir haben bewusst darauf verzichtet einen erfahrenen Keeper zu holen, weil wir überzeugt sind, dass sich beide Torhüter entwickeln werden.“ Schellenberg, der ja mit Egon Weber (28) einen erfahrenen Keeper hätte, der in Buchbach sehr gute Regionalligaspiele absolviert hat, flüchtete sich hingegen in die Vergangenheit: „Mit Franco Flückiger hatten wir ja letzte Saison einen Keeper, der uns viele Punkte gerettet hat, uns dann aber im Stich gelassen hat.“

Rosenheim schlägt eiskalt zu - Wallner per Doppelschlag

Mit Wiederbeginn korrigierte der Wacker-Coach seine Startaufstellung und wechselte mit Julien Richter und Christoph Maier viel Schwung und Gefahr ein, den dritten Gegentreffer, wieder nach einem Standard, konnte das Offensivduo freilich auch nicht verhindern. Die geplante Aufholjagd nach dem Seitenwechsel erfuhr schon in der 50. Minute einen herben Dämpfer, als eine Ecke von Mayerl im Zentrum verlängert wurde, Wallner so vor Christoph Buchner an den Ball kam und aus der Drehung seinen zweiten Treffer markieren konnte (50.) – den hätte wohl auch Weber nicht abwehren können.

Immerhin: Burghausen resignierte nicht und als sich Sammy Ammari an der Strafraumgrenze den Ball erkämpfte, Richter bediente, zog der Joker bedingungslos ab und traf genau neben den Pfosten – Herzig ohne Chance! Die Gäste drückten nun und immer wieder war es Richter, der die Rosenheimer Defensive vor enorme Probleme stellte. „Ich habe schon in der Pause gesagt, dass wir auf ihn besonders aufpassen müssen, wenn er reinkommt. Deswegen haben wir ihn immer gedoppelt. Aber der ist mit seiner Schnelligkeit kaum vom Ball zu trennen, da hat es ein paar Mal lichterloh gebrannt“, lobte Kasparetti den 20-Jährigen. 

Richter lässt Burghausen nochmals hoffen 

Pech für Burghausen in dieser Phase, dass Andrija Bosnjak bei einem schönen Kopfball nur die Latte traf, der Kroate hatte dann auch in der Nachspielzeit noch mal Pech mit einem Lattentreffer. Die Entscheidung fiel in der 88. Minute, als Joker Sebastian Hölzl auf Danijel Majdancevic querlegte, der aus 14 Metern Zech mit einem satten Schuss keine Chance ließ Das 4:2 durch Muhamed Subasic war dann nur noch Ergebniskosmetik (90.).

TSV 1860 Rosenheim: Herzig – Köhler (79. Neumeier), Lenz; Wallner, Fambo – Linner, Shabani (90. Tobias), Moser, Mayerl – Majdancevic, Demolli (71. Hölzl). Trainer: Kasparetti.

SV Wacker Burghausen: Zech – Schulz, Mankowski, Buchner, Nicklas (73. Mazzag) – Stingl (46. Richter), Scheidl, Subasic, Bachschmid (46. Maier) – Ammari, Bosnjak. Trainer: Schellenberg.

Tore: 1:0 Moser (27.), 2:0 Wallner (43.), 3:0 Wallner (50.), 3:1 Richter (61.), 4:1 Majdancevic (88.), 4:2 Subasic (90.).

Schiedsrichter: Böhm (Wolfratshausen)

Zuschauer: 1006

_

MB/mar

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Regionalliga Bayern

Auch interessant

Kommentare