SV Söllhuben - SV Riedering 1:3

Riedering schickt Söllhuben im Derby in die Kreisklasse!

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Der SV Riedering jubelt. Der erste Schritt in Richtung Kreisliga ist getan!
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Prutting – In der ersten K.O.-Runde der Relegation zur Kreisliga schaffte es der SV Riedering sich im Nachbarschafts-Derby gegen den SV Söllhuben in einer wahren Regenschlacht durchzusetzen - und zog somit in die zweite und entscheidende Runde ein. Der Lokalrivale aus Söllhuben hingegen ist nach einer durchwachsenen Saison aus dem Rennen – und muss nach einem Jahr Kreisliga den bitteren Gang zurück in die Kreisklasse antreten.

Die äußeren Rahmenbedingungen hätten sicherlich schöner sein können für dieses brisante Lokalderby in der Relegation. Der stundenlange leichte Dauerregen hörte auch vor dem Spiel nicht auf, es hatte nur 13 Grad in Prutting, noch dazu war es sehr windig – trotzdem wollten es um die 800 Fußballbegeisterte sich nicht entgehen lassen, diesem Ereignis beizuwohnen. Und auch das Spielfeld präsentierte sich in einem ordentlichen Zustand.

Je näher es auf den Anpfiff zuging, um so mehr nahmen Regen und Wind kontinuierlich zu. Auch unmittelbar nach Beginn der Partie rutschten die Akteure schon ganz schön umher. Irreguläre Bedingungen war das zwar nicht – aber äußerst schwierige.

Widrige Bedingungen - schnelle Führung für Riedering

Schon nach nur vier Minuten ging der SV Riedering in Führung: Ein über die rechte Seite lange nach vorne geschlagener Ball überwand die indisponierte Söllhubener Abwehr. Riederings Julian Wilhelm war frei durch, zog von rechts nach innen in den Strafraum, spielte noch ab auf den mitgelaufenen Michael Hanisch, der im Zweikampf den Ball mit dem Kopf nicht aufs Tor bekam. Zum Glück für den SVR kam das Spielgerät zurück zu Wilhelm, der nicht lange fackelte – und die Kugel aus sieben Metern unter die Latte jagte!

Es hieß 0:1 – und Riedering war früh im Vorteil. Ansonsten hatte in der Folge eigentlich keine der beiden Mannschaften Vorteile aus dem Spiel heraus. Beide taten sich schwer auf dem rutschigen Rasen. Gemessen am Leistungsvermögen der Kicker war es eine harte Prüfung, welche sie hier zu bestehen hatten. Bis nach der 25. Minute hatte keines der beiden Teams eine weitere Torchance.

Kick & Rush bei strömendem Regen

Es war straighter Kick & Rush, der hier geboten wurde. Etwas anderes war den Akteuren bei den äußeren Bedingungen aber auch nicht wirklich möglich. Hoch und weit - und dann irgendwie Richtung gegnerisches Gehäuse verlängern, lautete das Motto. Auf dem klatschnassen Rasen wurden auch fast alle Standards direkt aufs Tor gezogen - auch solche aus fast 40 Metern. Größtenteils regierte also das Prinzip Hoffnung!

Service:

In der 29. Minute zog Stefan Danner vom SV Riedering bei einem Konter von der linken Außenbahn nach innen. Sein Aufsetzer aus etwa 25 Metern aufs linke untere Eck war gefährlich - aber Söllhubens Keeper Robert Langzauner war da und fischte das Leder raus.

SV Söllhuben - SV Riedering

Mittlerweile regnete es in Strömen. Die vielen Zuschauer wurden völlig durchgeweicht, das Spielfeld immer schwerer zu bespielen. Die technisch leicht überlegenen Riederinger kamen damit allerdings augenscheinlich besser zurecht und erspielten sich leichte Feldvorteile - doch Söllhuben hielt kämpferisch dagegen.

Gefährlicher Freistoß wird zum Bumerang - Söllhuben im Pech

Dann einmal eine torgefährliche Szene des SVS: Freistoß für Söllhuben aus 35 Metern halblinker Position. Karl Haas drosch das Leder mit ungeheurer Wucht flach aufs Tor - doch Riederings Torhüter Markus Leberfinger war unten, machte das ebenfalls glänzend und hielt sicher (34.).

Und Leberfinger leitete sofort den Gegenangriff ein. Wie vor dem 0:1 konnten sich die Riederinger erneut über rechts durchsetzen. Der Ball wurde von der Grundlinie zurück nach innen gelegt – und am kurzen Eck mutierte Freistoßschütze Karl Haas diesmal auf der anderen Seite zum Unglücksraben: Er lenkte den Ball bei seiner verunglückten Abwehraktion unhaltbar ins eigene Netz!

Riedering nimmt den Vorteil mit in die Pause

Riedering hatte bis dahin drei gute Angriffe, zwei davon mit Glück erfolgreich abgeschlossen – und es stand 0:2. Bei Söllhuben ging nach vorne so gut wie gar nichts. Es war klar, dass es ganz schwer werden würde für den SVS hier noch einmal zurückzukommen. Nach 45 absolvierten Minuten ging es ohne große Nachspielzeit in die Kabinen. Ein gutes, schön anzuschauendes Spiel war beiden Mannschaften auf dem schwer zu bespielenden Rasen kaum möglich. Riedering war in der ersten Hälfte einfach effektiver - und zeigte im Rahmen seiner Möglichkeiten auch den besseren Fußball. Von daher war die Führung nicht unverdient.

Schon im Verlaufe der Pause wurde der Regen nach und nach schwächer – und hörte dann vollständig auf. Kalt und windig war es immer noch – die Spielbedingungen waren jetzt allerdings viel besser. Doch auch wenn der Platz nun besser bespielbar war, in Sachen Spielkultur bemerkte man das nur Unwesentlich. Es blieb weiterhin vor allem umkämpft.

Anschluss aus dem Nichts - Söllhuben zurück im Spiel

In der Anfangsviertelstunde des zweiten Durchgangs tat sich nicht sonderlich viel. Wenig zusammenhängender Spielfluss, viele unkontrollierte Ballverluste - da blieb doch, vor allem dem Wetter geschuldet, vieles dem Zufall überlassen. Weiterhin aber war der SV Riedering das Team, welches das Geschehen weitestgehend kontrollierte - und seinen Vorsprung so verwalteten konnte. Söllhuben fiel schlicht und einfach zu wenig ein.

Doch dann half dem SV mehr oder weniger ein Wink des Schicksals, gepaart mit einem gehörigen Schuss Riederinger Unaufmerksamkeit: Denn quasi wie aus dem Nichts kam ein Ball von der linken Seite der Söllhubener in die Mitte, ging durch Freund und Feind durch – und Marco Steinacher konnte die Gunst der Stunde nutzen und einschieben! Da hatte der SVR einmal nicht aufgepasst – und schon stand es nur noch 1:2 (63.).

Definitiv kein Ergebnis auf dem man sich ausruhen konnte. Und so kam es auch – der urplötzliche eigene Treffer spielte dem SV Söllhuben mächtig in die Karten. Manch einer fragte sich, was hier jetzt los war – für einige Minuten verdrehten sich vollständig die Rollen.

Riesen Doppelchance für SVS - Riedering zweimal in höchster Not

Riedering schien geschockt, Söllhuben bekam - durch seine zahlreichen Anhänger angefeuert - frischen Wind. Wieder brach der SVS über links durch, der SVR wirkte in dieser Situation desorientiert, ließ riesig viel Raum in der Mitte. Und genau dorthin wurde der Ball mustergültig gespielt: Wieder kam der Ball flach nach rechts in den Sechzehner - wo Söllhubens Matthias Linnemann mutterseelenallein stand. Der machte eigentlich alles richtig, spielte noch ganz cool den herausstürzenden SVR-Keeper Leberfinger aus und wollte dann das Leder in die Maschen jagen – die Riederinger retteten auf der Linie! Auch der Nachschuss des heranstürmenden Sepp Öttl konnte einen Meter vor dem Tor im allerletzten Moment geblockt werden! Dann bekam Riedering den Ball geklärt (66.). Was für eine Wahnsinns-Doppelchance für den SVS zum Ausgleich!

Danach beruhigte sich das Geschehen wieder merklich. Nach den „irren fünf Minuten“ ging es wieder seinen gewohnten Gang. Riedering verteidigte entschlossen und relativ sicher, aber es hatte sich ja schon gezeigt, dass dies trügerisch sein konnte. Nach vorne ging beim SVR jetzt kaum noch etwas - die wenigen Kontermöglichkeiten wurden leichtfertig vergeben oder nicht ausgespielt. Aber auch Söllhuben gelang nicht viel mehr als zuvor, wirklich Druck zu erzeugen schaffte der SVS nicht mehr – die große Schlussoffensive blieb aus und Söllhuben lief die Zeit davon.

Söllhubens Schlussoffensive bleibt aus - Traumtor entscheidet das Match

Es kam, wie es kommen musste – und der SV Riedering war schließlich doch bei einem Konter erfolgreich: Zwar wurde der erste Abschlussversuch durch Christoph Kahl, der mit einem langen Ball in die Spitze geschickt worden war und sich an der Strafraumgrenze um seinen Gegenspieler drehen wollte, noch geblockt - den zweiten Ball jedoch nahm der aus dem Rückraum nachstürmende Michael Hanisch aus vollem Lauf wunderschön mit dem Außenrist volley und traf aus etwa zwanzig Metern genau in den rechten Winkel (85.)! Was für ein Geschoss - und was für ein Traumtor!

Das war natürlich die Entscheidung. Die Söllhubener wussten, dass es vorbei und ihr Abstieg damit besiegelt war. In den letzten Minuten und der Nachspielzeit tat sich nichts mehr. Unter dem Strich gewann der SVR das Relegations-Derby in einem eher dürftigen Spiel unter widrigen Bedingungen verdient - und schoss einen zu schwachen Lokalrivalen SV Söllhuben zurück in die Kreisklasse.

SVS steigt ab - auf Riedering wartet Runde Zwei

Für die Riederinger hingegen geht es weiter. Im Duell mit dem Sieger der Partie SV Seeon-Seebruck - SC Inzell haben sie am Montag die Chance, ihren Traum vom Kreisliga-Aufstieg wahr zu machen.

Quelle: rosenheim24.de

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