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Zweite Runde im Bayerischen Verbandspokal

Sechziger vor Cup-Fight um das große Los!

Im vergangenen Winter hatten Rosenheims Maximilian Mayerl und der derzeit verletzte Michael Wallner mehr Mühe mit den Blauhemden, als ihnen lieb war.
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Im vergangenen Winter hatten Rosenheims Maximilian Mayerl(m.) und der derzeit verletzte Michael Wallner(r.) mehr Mühe mit den Blauhemden, als ihnen lieb war.

Rosenheim - Am vergangenen Freitag unterlag Viertligist TSV 1860 Rosenheim nach einer eher schwachen Vorstellung im Liga-Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 II. Nur vier Tage darauf ruft der Fußball-Terminkalender gleich zum nächsten Spiel – eine willkommene Gelegenheit zu umgehender Rehabilitation. In der zweiten Runde des Bayerischen Verbandspokals (Toto-Cup) geht es am Dienstag in den Münchner Vorort Oberhaching – zum seit jeher als spielfreudig bekannten Landesligisten FC Deisenhofen. Anstoß zum Pokalfight ist um 19:30 Uhr.

Die Pflichtspielhistorie zwischen den Blauhemden und den Rothemden ist noch recht überschaubar. Allzu oft kreuzten sich die Wege bisher nicht – nur einmal stand man sich in einem offiziellen Match gegenüber. Dies allerdings ebenfalls im Pokal – und mit einem Spielausgang, der den Sechzigern Warnung genug sein sollte: Unter ihrem damaligen Coach Patrik Peltram verloren die Rosenheimer im Sommer 2015 bei brütender Hitze mit 0:2 bei der Oberhachinger Talentschmiede – und schieden aus dem Cup aus.

Die Rosenheimer sollten vorgewarnt sein

Sicherlich stellen die Sechziger heute ein ganz anderes Team, agieren auf einem anderen Niveau und stehen ganz anders da – in der Wintervorbereitung auf die Rückrunde der vergangenen Saison verloren sie ihr Testspiel in Deisenhofen allerdings ebenfalls. Vorbereitung, viele Einheiten, müde Beine, wenig Esprit – alles Makulatur.

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Was zählt ist das heute – und der Pokal. Ein Fingerzeig, dass man diesen Gegner alles andere als auf die leichte Schulter nehmen sollte, ist es aber auf jeden Fall. Ausscheiden kann man bei Deisenhofenern, die einen guten Tag erwischen und Laune haben, allemal. Wie schnell das geht – zeigt das Beispiel von Rosenheims nächstem Liga-Gegner VfR Garching in der ersten Pokalrunde anschaulich. Der Regionalligist ging beim FCD mit 0:3 baden.

Talentschmiede Deisenhofen - fast mit einer Bundesliga-U19

Was allerdings gleichgeblieben ist, ist die Tatsache, dass sie in Deisenhofen weiterhin gerne einen gepflegten Ball spielen, über die spielerische Linie kommen wollen. Eigentlich Zutaten dafür, dass möglicherweise ein schön anzuschauendes Pokalmatch dabei herauskommt.

Im Zuge ihrer Philosophie profitieren die Blauhemden enorm von ihrer hervorragenden Jugendarbeit. Zu was für einer Vorzeigeadresse man sich diesbezüglich in den letzten zehn Jahren gemausert hat, ist beachtlich. In der vergangenen Saison scheiterte die von Helmut Lucksch und Bernhard Paschke trainierte Bayernliga-U19 des Clubs erst auf der Zielgeraden im Kampf um den Aufstieg in die Bundesliga an der benachbarten SpVgg Unterhaching. Die FCD-Youngster gewannen das Hinspiel bei den Junioren des Drittligisten und boten in der Rückrunde ein dramatisches „Finalspiel“ vor 400 Zuschauern auf eigenem Platz. Ihr Aufstieg wäre nicht weniger als eine Sensation – und wohl der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gewesen.

Verstärkung durch Mayer und Markmüller - Takahara in Unterföhring

Die Erste Mannschaft der Deisenhofener belegt aktuell Platz Acht der Landesliga Südost. Zu wenig eigentlich für den mit eindeutig höheren Ambitionen gestarteten Mitfavoriten auf Platz Zwei hinter Luxus-Team Türkgücü-Ataspor. Gerade weil mit Martin Mayer ein FCD-Urgestein und ganz wichtiger Leistungsträger wieder von seinem Abenteuer Regionalliga und dem TSV Buchbach zum Team von Trainer Peter Schmidt (Bruder des ehemaligen Aufstiegscoaches der Sechziger Marco Schmidt) zurückgekehrt ist. Diese Personalie und der Fakt, dass mit Andreas Markmüller, der beim FC Bayern und der SpVgg Unterhaching ausgebildet wurde, ein weiterer Buchbacher zum Kader der Vorstädter hinzugestoßen ist, haben die ohnehin hohen Ansprüche noch einmal wachsen lassen.

Einen ganz wichtigen Kicker, Wirbelwind und Freistoß-Spezialisten haben sie beim FCD allerdings auch verloren. Der dribbelstarke und unorthodoxe Japaner Masaaki Takahara war durch seine belebende Spielweise und insgesamt zwölf Treffer in der zurückliegenden Spielzeit auch Spähern aufgefallen, die nach Akteuren für höhere Weihen Ausschau hielten. Er versucht nun beim FC Unterföhring in Bayerns Eliteliga zu zeigen, was er drauf hat.

Missglückter Saisonstart der Blauhemden

Der Saisonbeginn ist dem FCD jedenfalls zunächst missglückt. Von den ersten vier Begegnungen konnte nur das Auswärtsspiel in Kastl gewonnen werden. In drei Heimspielen gelang kein einziger Sieg – zwei Partien wurden sogar verloren. Alles andere als die Bilanz eines Spitzenteams. Danach allerdings begannen sich die Blauhemden etwas zu mausern: Dem überraschend erfolgreichen Auftritt im Pokal gegen Garching folgten Siege in Manching (1:0) und gegen Moosach bei Grafing (3:0) in der Liga. Zumindest der Anschluss nach oben konnte so halbwegs gewahrt werden.

Doch den vermeintlich souveränen Heimsieg 3:0 am Wochenende gegen den TSV Moosach sah FCD-Coach Schmidt durchaus kritisch. Ihm missfiel, dass sie Deisenhofener es versäumten, nach ihrer Zwei-Tore-Führung nachzulegen: „Wenn das 2:1 fällt, besteht die Gefahr, dass du am Ende 2:2 spielst - und wieder nicht weißt warum. Gerade bei so einer jungen Mannschaft, wie der unseren.“

In der nächsten Runde winken die dicken Fische

Beim TSV 1860 Rosenheim könnte eventuell wieder ein wenig in die Rotationskiste gegriffen werden. Ob das allzu sehr passiert, ist jedoch fraglich - brennen die Sechziger doch nach der etwas ernüchternden Leistung gegen Ingolstadt auf Wiedergutmachung und wollen unbedingt in die nächste Pokalrunde einziehen:

Einerseits können die Spieler des Regionalligisten sich nur wenige Tage nach der Niederlage erneut beweisen – und wieder zeigen, was ihr eigentliches Leistungspotential ist. Andererseits wäre das Erreichen der nächsten Runde für den Verein auch finanziell eine brutal interessante Geschichte. Denn dann wartet auf den Gewinner dieser Partie wohl ein Vierertopf mit 1860 München und der SpVgg Unterhaching. Was ein eventuelles Auswärtsspiel mit geteilten Einnahmen im Grünwalder Stadion für die finanziell nicht auf Rosen gebetteten Rosenheimer bedeuten würde, kann man sich vorstellen. An die Fleischtöpfe des Toto-Pokals wollen aber natürlich beide Vereine – es geht also um einiges an diesem Abend!

An den "Hauptgewinn" wollen beide

Das sieht auch der Trainer der Blauhemden so, der trotz des kritischen Auges auf seine eigene Elf natürlich weiß, dass im Pokal immer alles möglich ist. Oder besser gesagt: Möglich sein kann – wenn der höherklassige Gegner es zulässt. „Wir wollen gewinnen. Klar.“, sagt Schmidt, der – wie die Rosenheimer – nur zu gut weiß, dass danach vielleicht ein echter Saisonhöhepunkt wartet: „Im Grunde genommen spielen beide Teams erst einmal nicht um den Pokal - sondern um ein attraktives und lukratives Los in der nächsten Runde gegen Sechzig oder Haching!“

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