Der „Nowitzki des Eishockeys“

Marco Sturm beendet seine NHL-Karriere

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Marco Sturm war jahrelang das deutsche Aushängeschild in der NHL.

Marco Sturm war jahrelang Deutschlands Vorzeige-Eishockeyspieler und galt in der Profiliga NHL als Paradebeispiel für Qualität „Made in Germany“. Nach 14 Jahren hat der Stürmer seine NHL-Karriere beendet. Ob er noch einmal in die DEL wechselt, lässt er vorerst offen.

In seinen besten Zeiten brachte Marco Sturm Zehntausende zum Jubeln, sein Karriereende in der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL hingegen erfolgte still und fast unbemerkt. Keine Pressekonferenz, keine rührenden Abschiedsworte für denjenigen, der einst seinen Landsleuten Christian Ehrhoff, Marcel Goc und Thomas Greiss den Weg in die beste Eishockey-Liga der Welt ebnete und mit 1006 Partien sowie 251 Toren deutscher NHL-Rekordspieler ist.


„Ich hätte es mir nicht besser erträumen können. Das große Ziel, den Stanley Cup zu gewinnen, habe ich zwar nicht erreicht. Aber ich habe mir nie vorgestellt, mal 14 Jahre in der NHL zu spielen“, betonte Sturm. Im Sommer hatte er es noch einmal versucht, doch mehr als ein NHL-Probetraining sprang nicht dabei heraus.

Offen ist, ob der 35-Jährige seine Karriere in der Deutschen Eishockey Liga fortsetzt. Nachdem Sturm bereits in der Vorsaison keine Anstellung mehr in der NHL gefunden hatte, holte ihn Uwe Krupp zu den Kölner Haien. Sturm stürmte in die Herzen der Fans und verpasste als Vizemeister nur knapp den Titel.


Sturm ebnete anderen Deutschen den Weg

„Ich bin immer noch in ständigem Kontakt mit Uwe. Er möchte, dass ich noch einmal nach Köln komme. Aber ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt erstmal Zeit mit meiner Familie genießen möchte“, sagte Sturm der Nachrichtenagentur dpa. Er lebt etwas außerhalb von Miami und weiß natürlich, dass er sich irgendwann entscheiden muss. Aber derzeit sei er noch nicht dazu bereit. Vielmehr möchte der gebürtige Dingolfinger endlich für Sohn Mason und Tochter Kaydie der Vater sein, der er all die Jahre über kaum sein konnte.

Nachdem Sturm zwischen 1997 und 2010 mit den San Jose Sharks und den Boston Bruins nur zwei NHL-Vereine hatte, erlebte er anschließend, dass Profis in Nordamerika oft nur eine Nummer sind und den Managern das familiäre und soziale Umfeld der Spieler ziemlich egal ist. Sturm spielte in 14 Monaten für vier Clubs quer über den Kontinent. „Die ständigen Vereinswechsel waren für die Kinder nicht leicht“, erinnert er sich.

Während seiner Glanzzeit hatte ihn der damalige Bundestrainer Krupp als „Nowitzki des Eishockeys“ bezeichnet. Sturm war der Star - und sich dennoch nicht zu schade, 2006 bei der B-WM in Frankreich zu spielen. In San Jose, wo Sturm 1997 seine NHL-Karriere begann, waren die Offiziellen derart von seiner Arbeitseinstellung angetan, dass Manager Doug Wilson anschließend „verstärkt auf dem deutschen Markt“ suchte und Ehrhoff, Goc, Dmitri Pätzold sowie Greiss holte. „Marco hat uns in San Jose die Türen geöffnet“, betont Ehrhoff.

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer).  © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

In Boston sorgte Sturm nach seinem Wechsel im November 2005 dafür, dass die bedeutungslos gewordenen Bruins wieder eine Identität bekamen. Dreimal wurde er bester Torschütze des Teams. Durch sein Siegtor zum 5:4 im sechsten Spiel der ersten Playoff-Runde 2008 gegen Erzrivale Montreal Canadiens erzwangen die Bruins eine siebte Partie. Am 1. Januar 2010 sicherte sich Sturm einen weiteren Eintrag im dicken Geschichtsbuch der Sportstadt Boston. Beim Freiluft-Spiel in Amerikas ältestem Baseball-Stadion, dem Fenway Park, schoss er in der Verlängerung vor fast 40 000 Zuschauern gegen die Philadelphia Flyers den 2:1-Siegtreffer.

„Das waren für den Verein und natürlich auch für mich zwei ganz wichtige Tore“, sagt Sturm stolz. Der Lohn seiner Aufbauarbeit blieb ihm jedoch verwehrt. Als die Bruins mit Dennis Seidenberg am 15. Juni 2011 erstmals nach 39 Jahren wieder den Stanley Cup gewannen, gehörte Sturm nicht mehr dazu. Er war sechs Monate zuvor zu den Los Angeles Kings abgegeben worden. Und so blieb seiner erfolgreichen NHL-Karriere letztlich die Krönung verwehrt.

dpa

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