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Schuss, Nachschuss - Meister!

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Ernst Höfner

Rosenheim - Heute ein allzu fernes Ziel, war der SBR doch tatsächlich Deutscher Eishockeymeister 1985. OVB-Sportredakteur Hans-Jürgen Ziegler traf Ernst Höfner zum Interview:

Zwei Rosenheimer Eishockeyspieler hatten am zweiten Meistertitel des SB Rosenheim den größten Anteil, auch wenn der wichtigste Trumpf des deutschen Meisters von 1985 die Ausgeglichenheit war.

Doch Torhüter Karl Friesen und vor allem Ernst Höfner drückten dem Team ihren Stempel auf. Deshalb verwunderte es nicht, dass Ernst Höfner von den Lesern des Sportkuriers zum „Eishockeyspieler des Jahres“ gewählt wurde und Karl Friesen den zweiten Platz vor dem Mannheimer Harold Kreis belegte.

Es war die Saison des Ernst Höfner: Er erzielte in 45 Spielen 33 Tore (56 Assists) und in den drei Finalspielen gegen Mannheim traf Höfner insgesamt viermal, zwei Tore davon waren die Siegtreffer. Sein Trainer Dr. Pavel Wohl sagte über den damals 27-jährigen Stürmer: „In der Bundesliga gibt es nur einen Stürmer vom Format Höfners.“

Er war Vorbereiter, Vollstrecker, Spielmacher und Kämpfer in einer Person. Höfner war über die gesamte Saison 1984/85 der wertvollste Spieler in einer Mannschaft, die sich sonst durch ihre Geschlossenheit auszeichnete. Heute ist der mittlerweile 52-jährige Höfner Bundesnachwuchstrainer und Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft und wohnt immer noch in Rosenheim. Der gebürtige Augsburger erinnert sich in einem Gespräch mit der OVB-Sportredaktion an die Zeit vor genau 25 Jahren. 

So war's damals:

Deutscher Eishockeymeister 1985 - SBR!

 © Stefan Trux
 © Stefan Trux
 © Stefan Trux
 © Stefan Trux
 © Stefan Trux
 © Stefan Trux
 © Stefan Trux
 © Stefan Trux

Welche Szene fällt Ihnen spontan ein, wenn sie an das Meisterjahr 1985 zurückblicken?

Ganz klar mein Tor zum 2:1-Sieg nach Verlängerung im dritten Finalspiel. Ich zog von rechts nach innen auf das Tor in der Mangfallkurve, Schuss, Nachschuss und der Puck lag im Tor und wir waren Meister. Unglaublich. Danach wurde richtig gefeiert.

War das die beste Rosenheimer Mannschaft aller Zeiten?

So stand es jedenfalls in allen Zeitungen. Ja, bis zu diesem Zeitpunkt schon. Wir hatten eine unglaublich gute und sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft mit einem überragenden Torhüter Karl Friesen. Besser als der SC Riessersee von 1981 mit dem ich zum ersten Mal deutscher Meister wurde. Noch besser war allerdings das SBR-Team von 1989, als wir den dritten Titel nach Rosenheim holten.

Mit Franz Reindl bildeten Sie das Traumduo der Liga. Was war Ihr Geheimnis?

Wir haben uns einfach blind verstanden. Ich wusste, wohin der läuft, er wusste wohin ich die Scheibe spiele. Bei Franz musste ich nicht mehr genau auf den Schläger spielen, nur in den Raum. Und dann zog er direkt ab - das konnten damals nicht viele Spieler.

Und dann war da auch noch Georg Franz.

Er war die ideale Ergänzung zu uns beiden. Wir hatten zwei verschiedene Varianten. Einmal Druck machen vor das Tor in der ersten Welle und Franz Reindl oder die 2. Welle mit Schorsch Franz. Ich zog die Verteidiger auf mich und er kam mit seiner unglaublichen Schnelligkeit von hinten. So waren wir kaum auszurechnen.

Wer waren die Macher in der Mannschaft, wer die entscheidenden Spieler?

Unsere Stärke war die Ausgeglichenheit. Wir hatten keine Schwachpunkte, dafür aber sehr viele Spieler, die gewusst hatten, was sie wollten. In unserem Team konnten nicht einfach vier Spieler und damit die ganze Mannschaft ausgeschaltet werden. Wir hatten viele tragende Säulen.

Welchen Anteil hatte der Trainer Dr. Pavel Wohl, an der Meisterschaft?

Einen sehr großen, weil er genau wusste, wie er mit uns umzugehen hatte. Dadurch, dass wir alle so erfolgsorientiert waren und immer gewinnen wollten, hatte er leichtes Spiel. Er war kein Overcoaching-Trainer, das heißt, er hat mit viel Fingerspitzengefühl immer genau das richtige Maß gefunden, um aus der Mannschaft das Optimale herauszuholen.

Was war noch entscheidend für den Erfolg?

Das Umfeld und die perfekten Rahmenbedingungen. Wir sind zu den Auswärtsspielen mit dem Zug gefahren, hatten einen ganzen Schlafwagen mit Küche für uns. So konnten wir auf den langen Heimfahrten schlafen, gut essen und waren so für die nächsten Spiele bestens gerüstet.

Interview: Hans-Jürgen Ziegler/Oberbayerisches Volksblatt

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